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Doom


Doom

von Susanne Picard

Auf dem Mars einer unbestimmten, aber offenbar relativ nahen Zukunft geht die Post ab. Ein Forschungslabor für Genexperimente wird unter Quarantäne gestellt, als es unter den Wissenschaftlern dort zu einem unerklärlichen Blutbad kommt und die Kavallerie gerufen - eine Task Force unter der Führung des knallharten Sarge. Mit von der Partie ist der ebenso harte, aber mit einem weichen Kern ausgestattete Soldat John Grimm, dessen Schwester eine der führenden Biologinnen der Einrichtung ist. Die forensische Archäologin hat so eine Ahnung, wie es zu der Katastrophe gekommen ist, will aber mit diesen Ahnungen nicht so recht rausrücken. Sowas ist in einem SF-Action-Reißer natürlich immer ein schlechtes Vorzeichen. Und so kommt alles, wie es kommen muss - es erwischt die Truppe Marines trotz aller Abgebrühtheit und der schließlich im Labor gefundenen BFG (der Big Fucking Gun) - zu hartnäckig ist das, was sich da auf dem Mars festgesetzt hat...

Wieviele der Kritiken zu diesem Film fangen mit einem Lob für das 1993 erschienene Computerspiel Doom an! Das ist in der Tat verständlich, immerhin ist (wer dürfte das noch nicht mitbekommen haben!) Doom so ziemlich das erste Ego-Shooter-Game auf dem Markt gewesen. Eine Revolution in Computergrafik und kreativer Innovation in diesem Bereich. Es wird aus der Perspektive des Spielers geballert, was das Zeug hält und das auf damals höchstem Niveau. Nun gut, als Feierabendablenkung nach einem schweren Tag im Real Life dürfte ein solches virtuelles Spiel durchaus seine Berechtigung haben und seinen Charme entfalten - ein Schuft, wer Böses dabei denkt.

Warum man allerdings darauf verfällt, ausgerechnet solche Spiele für teures Geld zu verfilmen, ist nicht so leicht nachzuvollziehen wie die Begeisterung der Fans für das Game selbst. Hätte man sich jetzt gesagt, hey, lasst uns einen Film mit einer richtig geilen Geschichte aus diesem Spiel machen!, dann hätte das sicher keinen mehr gefreut als mich selbst, dem Fan von Action-Humor à la Die Hard III und Armageddon. Aber leider ist hier genau das Gegenteil passiert - Andrzej Bartkowiak hatte 70 Millionen Dollar für diesen Film zur Verfügung und erstaunlicherweise ist das einzige Kunststück dieses Films, dass man ihm kaum einen einzigen dieser Dollars ansieht. Das ist in der Tat eine Leistung, zumal noch dazukommt, dass Bartkowiak selbst eigentlich Erfahrung mit dem Genre haben sollte. Immerhin war er für durchaus respektable Actionstreifen wie Lethal Weapon, dem wirklich großartig inszenierten Speed und Falling Down der Chef-Kameramann und führte in Romeo must Die selbst Regie. Eigentlich sollte man meinen, er verstünde etwas von Action. Nunja, man muss zugeben, die Kamera ist nicht so schlecht, wie man befürchtet, dennoch sind die Bilder in viel zu düsteres Licht getaucht (hey, hätte er mal ”The Descent” gesehen, da klappt das ja auch), die Farbe auf eine ziemliche Monochromatik (sprich Einfarbigkeit) heruntergefahren und die Dramatik spottet eigentlich jeder Beschreibung. Was im Game gut wirken mag, verpufft auf der Leinwand so restlos, dass wahrscheinlich auch das wieder sehenswert ist.

Nun ja. Wollte man sagen, es sei schade drum, wäre das sicher auch nicht richtig. Ein Ego-Shooter-Game ist - auch wenn es das erste wirklich gut gemachte auf dem Markt war - immer noch ein Ego-Shooter, sprich, ein Baller-Game und nicht mehr. Aber das ist beileibe nichts, wofür man sich schämen müsste.
Dafür, es zu so einem Film zu machen, sollte man sich allerdings schon mal eine Weile in die Ecke stellen.
Am besten mit dem Gesicht zur Wand.