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Gothika


Kritik

von Susi Feistel

Diesem Bericht vorausschicken sollte ich, dass ich eine Grusel-empfindliche Person bin. Normalerweise schaue ich Grusel-/Horror- und sonstige -Filme nicht im Kino. Ich bin einfach zu schreckhaft und grusele mich schnell. Bei "Gothika" wusste ich nicht ganz worauf ich mich einließ…

Nun denn, eine Ärztin wacht in ihrer eigenen Anstalt auf, das klang für mich nach Komplott, Krimi, vielleicht auch Mord. Aber nichts dergleichen. Stattdessen bekam ich Mystery, Grusel und Paranoia. Nicht nur, dass man bis kurz vor dem Ende so überhaupt nicht weiß, wie der Film weitergeht oder gar endet. Nein, da werden mit den wirklich einfachsten Mitteln Angstmomente erzeugt, dass man sich lieber mal nach hinten umschaut. Oder sich wünschte die Hauptdarstellerin würde sich endlich umschauen… Einfachste Mittel sind hier Dunkelheit, flackernde Lichter, schnelle Schnitte und Kamerafahrten und ein paar Zoomeffekte. Wirklich nichts Schlimmes, aber in meinem Fall sehr effektiv.

Mit einer überzeugenden Halle Berry (das Bond-Girl aus "Stirb an einem anderem Tag") tappen wir durch die dunkle Geschichte des Films. Genauso unwissend versuchen wir in den Puzzle-Teilen einen Sinn zu erkennen, immer zweifelnd ob das, was man zu sehen und zu wissen glaubt, auch tatsächlich wahr ist. Bis kurz vor dem Ende schafft der Film es, den Zuschauer rätseln zu lassen. Die Auflösung selbst ist überraschend und das Finale bis auf den einen Spezial-Effekt hervorragend gemacht.

Die Überzeugungskraft des Films liegt aber nicht nur an der guten Geschichte, sondern auch an der erstklassigen Besetzung, die dem Franzosen Mathieu Kassovitz ("Die Purpurnen Flüsse") zur Verfügung stand.

Halle Berry, wie schon gesagt, trägt den Film souverän von Anfang bis Ende. Ihr zur Seite steht Robert Downey Jr. als ihr Kollege, der ihr glauben möchte, aber nicht kann. Penélope Cruz ("Vanilla Sky") ist überzeugend als scheinbar durchgeknallte Mitinsassin. Und dann ist noch Bernhard Hill (König Theoden lebt!) zu erwähnen, der zwar nur eine kleine, leise Rolle hat, diese aber mit sehr viel Gefühl und Charisma herüberbringt.

Der Titel des Films bezieht sich auf die gleichnamige literarische Erzählform, gekennzeichnet durch trostlose oder abgelegene Schauplätze und makabre, geheimnisvolle oder gewalttätige Ereignisse. Für den trostlosen Schauplatz wurde denn auch ein ehemaliges kanadisches Hochsicherheitsgefängnis gewählt, was dem Film einiges an Bedrohlichkeit verleiht.

Der Titelsong "Behind Blue Eyes" erfreut sich in letzter Zeit reger Beliebtheit. Das Lied, das ursprünglich von "The Who" stammt, konnte man vor kurzem, von Anthony Head gesungen, in "Buffy" bewundern. Für "Gothika" gibt es wiederum eine neue Interpretation von Limp Bizkit.

Fazit: Guter, undurchschaubarer Grusel, mit einfachen Mitteln und guten Schauspielern umgesetzt.