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Filmwelt


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RENT - Lebe den Augenblick


Filmkritik

von Yves Leiendecker

Rent – Die Geschichte rund um eine Grupper acht junger New Yorker die ihre 525.600 Minuten leben in der Stadt die niemals schläft.

Das Musical RENT ist mehr als nur eine kurze Geschichte mit etwas Musik drumherum. Natürlich steht die Musik im Zentrum des Filmes, aber viel wichtiger ist die Geschichte, die durch die Musik aber auch die vielen Dialoge erzählt wird.

Überzeugend ist am Film vor allem, dass man sich wie im Musical fühlt. Auch wenn es keine Beschränkte Szenerie gibt, da man ein riesiges Set hat und nicht nur eine kleine – oder auch große – Bühne, vermittelt einem die Kameraführung doch das Gefühl in mitten eines Theaters zu sitzen. Eine solche Atmosphäre vermochte zuletzt Joel Schumacher mit seiner Leinwandumsetzung von „Phantom der Oper“ zu erzeugen. Doch das ist es, was eine Musicalumsetzung haben sollte, sie muss einem das Gefühl geben im Theater und nicht im Kino zu sitzen und Rent schafft dies von der ersten Note bis zum Abspann.

Musikalisch hat sich beim Film im Gegensatz zur Bühnenversion einiges getan, aber vieles ist auch gleich geblieben. Die meisten Schauspiler im Film gehören zur Originalbestzung des Musicals der 90er und man merkt die stimmliche Entwicklung der Sänger. Die Stimmen sind voller und passen auch besser zu den neuen Versionen der alten Songs. Diese wurden nämlich komplett überarbeitet und klingen nun viel rockiger. Vor allem das erste Lied „Seasons of Love“ hat jetzt nicht mehr den braven Chor-Character, sondern wirkt voller und stimmgewaltiger.

Weitere Highlights sind die Songs „Rent“ und „Santa Fé“, welche sich jedoch teilweise sehr stark von den Originalen der Broadwayaufführung unterscheiden. Ob man die neuen Rockversionen besser findet als die Originale muss jeder für sich entscheiden, beide haben ihre Stärken und Schwächen.

Besonders positiv am Film ist, dass es keine Synchronisierung gibt. Der Film wird als OMU (O-Ton mit Untertitel) gezeigt. Dies hat den Vorteil, dass es vor allem bei den Songs keine Probleme mit der Lippensynchronität gibt und so auch nicht die Message der Lieder verloren geht. Oftmals haben die deutschen Übersetzungen kaum noch etwas mit dem Original zu tun. Dies hat man bei Rent nicht gemacht und dank der Untertitel kann sich auch jeder der nicht der englischen Sprache mächtig ist den Film anschauen. Bei den Songs ist ein Untertitel eigentlich nicht nötig, da diese ihre Message auch ohne Text rüberbringen und genau die Stimmung treffen, die der Film repräsentiert.

Rent ist nicht nur etwas für Musicalliebhaber, sondern eigentlich für jeden. Die neuen Songs sind durch ihre Rockelemente klar mehr an den Mainstream gerichtet, aber dies ist nichts, was den Film abwertet. Er verliert dadurch nichts, sondern ist im Gegenzug für andere Kinobesucher ansprechender. Rent ist also ein Film, den man sich alleine, mit dem/der Liebsten, mit 7 guten Freunden oder einfach mal so anschauen kann. Aber im Kino sollte man ihn ansehen, da sonst viel der Atmosphäre verloren geht.