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Ocean's Twelve


Auszüge aus der Pressekonferenz zur Premiere von Ocean’s Twelve am 15. Dezember 2004 im Hotel Adlon, Berlin

von Susanne Döpke/Tschiponnique Skupin

Mr. Weintraub, war es bei so vielen Personen ein Problem, die Originalbesetzung wieder zusammen zu bekommen?

Weintraub: Nein das war kein Problem. Ich habe einfach alle angerufen und gefragt. Sie haben ja gesagt.

Pitt: Ja du hast einfach gesagt: „Du machst das jetzt!“

War die Arbeit mit so vielen befreundeten Schauspielern eigentlich eher Arbeit oder Urlaub?

Pitt: Den Löwenanteil der Arbeit haben Jerry Weintraub und Steven Soderberg. Für uns andere war es eine tolle Erfahrung mit Freunden und Familie in Europa zu drehen.

Damon: Normalerweise sind wir daran gewöhnt, die Hauptrolle zu spielen. Bei diesem Film war das anders, da wurde die Arbeit durch zwölf geteilt.

Wie ist es in Europa zu filmen?

Weintraub: Es war toll an so vielen unterschiedlichen spektakulären Drehorten zu arbeiten. Die Zusammenarbeit mit den Filmcrews vor Ort klappte einwandfrei.

Damon: Ich habe ja schon oft hier gearbeitet...

Pitt/Cheadle: Du alter Angeber!

Damon (lacht): Nein ernsthaft, ich glaube nicht, das man Amsterdam je so gut in einem Film gesehen hat.

Weintraub: Wir konnten ja nicht in Berlin drehen. Da hat Matt schon überall gedreht und uns alle guten Motive weggeschnappt.

Mr. Pitt, war es schwer im Film die ganze Zeit zu essen?

Pitt: Nein, gar nicht. Bei meinem ersten Film hatte ich da eher ein Problem. Ich spielte jemanden, der seit drei Tagen nichts gegessen hatte und musste eine
Schale Bohnen essen. Damals habe ich die Schauspielerei noch so ernst genommen, dass ich dachte, ich müsste alles aufessen. Bei allen Takes. Bohnen. Sie können sich vorstellen, wie das ausging. Es gibt bestimmte Leute in New York, die bis heute nicht mehr mit mir zusammen arbeiten wollen.

Bei so vielen Berühmtheiten am Set – gab es Probleme mit den unterschiedlichen Egos?

Damon/Cheadle/Pitt: George!!!

Pitt: Der hat abgesagt weil er Probleme mit seinem „Rücken“ hatte.

Weintraub: Nein, natürlich nicht. George wäre sehr gerne heute gekommen. Er hat sogar schon sein Gepäck zum Flughafen geschickt.

Pitt: Ja, aber Matt wollte es nicht tragen und da ist er dann zu Hause geblieben.

Weintraub (grinst): Eigentlich gab es nur mit meinem eigenen Ego Probleme.

Was ist das Geheimnis des Erfolgs der Ocean’s -Filme? Gibt es einen Soderbergh-Touch?

Cheadle: Definitv gibt es den. Steven ist die künstlerische Triebfeder hinter dem Projekt. Wir alle haben den Film wegen Steven Soderbergh gemacht. Viele Schauspieler möchten unbedingt mit Steven arbeiten und sagen bei einer entsprechenden Anfrage blind zu.

Es gab so viele gut aussehende Männer in diesem Film...

Cheadle: Es sind nicht unsere Kinder!

Pitt: Wir waren das nicht!

Damon: Und Julia war schon schwanger, als wir mit ihr geschlafen haben.

Weintraub verdreht die Augen: Das gibt Ärger. Julia wird jetzt niemals für einen eventuellen „Ocean’s Thirteen“ zusagen...

Wie kam es zu der Filmszene, in der George Clooney wegen seines Alters auf den Arm genommen wird?

Cheadle: Wir wussten gar nicht, das die Kamera läuft...

Pitt: Nein, das ist George wirklich passiert. Ihn hat mal ein Mädchen gefragt: „Wie alt bist du?“ er sagte: „Rate!“ Sie antwortet: „50?“ Er: „50!?!“ Sie: „52?“ Und so fand es seinen Weg ins Script.

Weintraub: Ja klar, das ist ihm passiert. Nein natürlich nicht!

Alle Schauspieler des Films sind extrem gutaussehend. Mr. Pitt, wer war der oder die Schönste?

Cheadle: Sei bloß vorsichtig, mit dem was du sagst!

Pitt: Sowas fragt ihr ausgerechnet mich? (Schweigt einen Moment, denkt nach.) Nächste Frage bitte!

Wird es eine dritte Fortsetzung geben?

Damon: Das hängt in erster Linie von Steven Soderbergh und Jerry Weitraub ab.

Was genau ist so großartig daran, mit Steven Soderbergh zu arbeiten?

Pitt: Er gibt den Filmen eine andere Richtung und geht Risiken ein, was Kameraführung und Beleuchtung angeht. Er arbeitet sehr lange schon sehr eng mit der gleichen Crew zusammen. Es geht am Set sehr entspannt zu. Wir drehen unsere Szenen relativ schnell ab und machen dann mit der nächsten weiter. Ein Drehtag hat ungefähr neun Stunden.

Weintraub: Steven erscheint bis ins kleinste vorbereitet am Set. Er st der Beste in diesem Geschäft. Er probiert neue Sachen aus und steht oft selbst hinter der Kamera.

Damon: Er schneidet den Film bereits mit der Kamera. Da gibt es ein besonders gutes Beispiel mit der Szene in dem Lagerhaus, als wir den Überfall auf das Museum planen. Wir haben die Szene mit allen ungefähr 20 Minuten lang geprobt. Wir sind dann erst mal zurückgegangen, damit Steven die Szene vorbereiten konnte. Es dauerte aber ungewöhnlich lange, bis sie uns zum Drehen riefen, ungefähr 40 Minuten. Als wir dann wieder kamen waren überall auf dem Boden Kreidestriche, mit denen Steven die Kamarapositionen und verschiedene Höhen festgehalten hatte. Er hatte das in diesen 40 Minuten gemacht. Es war eine sechsseitige Szene. Andere Regisseure brauchen dazu anderthalb Tage.

Weintraub: Das hast du geglaubt? Da hatten Kinder mit Kreide gemalt!

Damon: Ich bin extrem leichtgläubig!

Wie entstand die Idee zu Ocean’s Twelve?

Weintraub: Eigentlich bei einem Essen in Rom bei der Pressetour zu Ocean’s Eleven. Soderberg schrieb dann noch im Flugzeug einen ersten Akt.

Damon: Ich wusste gar nicht, das er schreibt, ich dachte, der ignoriert uns.

Pitt: Vielleicht sollten wir keine Fortsetzung machen, sondern ein Prequel, wie Star Wars!

Weintraub: Es gab auch ein Drehbuch, das „Ehre unter Dieben“ hieß. Es spielte in Europa und enthielt die Idee zu dem Wettstreit unter zwei Dieben. Wir fanden, das passte und daraus wurde dann das Drehbuch zu „Ocean’s Twelve“.

Wieviel Einfluss hatten Sie auf die Entwicklung ihrer Charaktere in dem Film? Sie Mr. Cheadle sind Musiker und werden in dem Film auch als solcher gezeigt.

Cheadle: Das war alles Stevens Idee. Ich habe den gleichen Anruf bekommen, wie die anderen auch, denke ich. Er hat mich nach meinen Interessen gefragt und das eingebaut.

Pitt: Mich hat keiner gefragt, dich, Matt.

Damon: Mich auch nicht!

Cheadle: Offensichtlich kommen Steven und ich besonders gut miteinander aus.

Wer machte die Tanzszenen in der Einbruchsszene von Vincent Cassell?

Weintraub: Das war ein brasilianischer Tänzer. Es ist auch ein brasilianische Tanz.

Damon: Capueira.

Pitt: Es ist ein Tanz und ein Kampfsport.

Weintraub: Genau. Aber Vincent ist unglaublich. Das war seine Idee. Er macht selbst seit langen Capueira. Steven hat dann nur noch die Idee mit den Laserstrahlen beigesteuert und die beiden haben das dann an eiem halben Drehtag gedreht. Den Tänzer brauchte man nur für eine einzige Einstellung, den Rest hat Vincent selbst gemacht. Er hat vieles als eine einzige Einstellung gedreht. Das ist eine Kunst für sich.

Damon: Viele Regisseure versuchen das auch und es sieht nach nichts aus. Aber Steven hat das drauf. Die Restaurant-Szene mit Andy Garcia z. B. wurde auch als mit einer Einstellung gedreht und hat nur zwei Stunden gedauert. Es ist eine große Herausforderung. Wenn man es beherrscht ist es die ökonomischste Art eine Szene zu drehen.

Matt Damon, sehen sie Ihre Zukunft als Produzent?

Damon: Nein das ist ein Witz. Das ist entstanden, weil es von jedem bekannten Film eine Pornoversion gibt, wie z. B. die „Porn Identity“.

Pitt: Ich habe ihn gesehen und er hat keine Zukunft in der Porno-Industrie.

Cheadle: Das wäre eine sehr kurze Zukunft...

Damon: Das war nur ein Witz, ich überlasse das produzieren lieber Jerry.

Mr. Pitt – wie werden Sie Weihnachten verleben?

Pitt: Zu Hause mit meiner Frau. Wir hatten beide eine sehr anstrengende Zeit und freuen uns auf eine ruhige Zeit zu Hause.