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Zombie - Dawn of the Dead


Kritik

von Claudia Kern

Diejenigen von euch, die meine Person vielleicht schon von meinen literarischen Ergüssen kennen, werden vielleicht bemerkt haben, dass ich eine gewisse Vorliebe für gehirnlose Gestalten mit fragwürdigem Geschmack habe. Die Rede ist von Menschen, die das Leben nach dem Tod eher kulinarisch angehen lassen: den Zombies.

Der Grund für diese Vorliebe ist die neben Herr der Ringe vielleicht beste Filmtrilogie, die ich je gesehen habe. George Romeros "Night of the Living Dead", "Dawn of the Dead" und "Day of the Dead". Der mittlere Teil der Trilogie ist ja kürzlich neu verfilmt worden. Grund genug noch einmal einen Blick auf das Original zu werfen.

Die Geschichte von "Dawn of the Dead" ist schnell erzählt. Tote stehen aus ihren Gräbern auf und fressen die Lebenden. Wer von einem solchen Zombie gebissen wird, verwandelt sich nach dem Tod ebenfalls in einen Zombie und so weiter. Besonders helle sind die Zombies eher nicht. Ihr bisschen Restgehirn weiß, wie man zupackt, frisst und an guten Tagen, wie man eine Tür aufmacht. Dank der Leichenstarre sind sie auch nicht besonders schnell, haben aber zwei entscheidende Vorteile: man kann sie nur durch Feuer oder einen Kopfschuss töten und es sind richtig viele.

Dank dieser beiden Tatsachen sehen die Menschen schon bald recht alt aus. Eine kleine Gruppe von ihnen rettet sich per Hubschrauber in ein verlassenes Einkaufszentrum mitten auf dem Land. Zuerst fühlen sie sich sicher, doch die Zombies kesseln sie unaufhaltsam ein.

Was "Dawn of the Dead" von vielen anderen Zombiefilmen und auch von der Neuverfilmung unterscheidet, ist die Atmosphäre totaler Beklemmung. Die abgehackt roboterhaften Bewegungen der Zombies eignen sich zwar hervorragend zur Nachahmung auf diversen Parties, aber wenn eine ganze Armee von Zombies den Hauptdarstellern entgegenwankt, hört der Spaß auf. Da sieht man Hari Krishna Jünger in gelben Kutten zwischen ihnen, Geschäftsleute in Anzügen, Kinder, Hausfrauen und alte Leute. Ständig macht der Film deutlich, dass es sich um entmenschlichte Menschen handelt, ohne Identität, ohne Erinnerung. Kinder fressen ihre Eltern, Eltern ihre Kinder. Von ihnen ist nichts übrig geblieben außer der Gier zu morden.

Das ist jetzt nicht gerade "Bambi", deshalb sollte man sich überlegen, ob einem so was gefällt. So ist "Dawn of the Dead" auch wesentlich beklemmender als die Neuverfilmung, die mir zwar gefällt, die aber nicht den Vergleich zum Original suchen sollte. Unter einem anderen Titel wäre es ein besserer Film gewesen.