Manchmal ist Alexander nicht groß
von Markus Rohde
Schon 1956, noch vor der Blütezeit der Sandalenfilme mit Ben Hur, Spartakus und Cleopatra, gab es bereits einen Film über Alexander den Großen.
Wenn man die Geschichte von Alexander kennt, würde man einen ganz anderen Film erwarten. Mit "Alexander der Große" schuf Robert Rossen wahrlich kein Meisterwerk. Der Charakter von Alexander wird platt dargestellt und kann mit der historischen Figur nicht mithalten. Wo sich Oliver Stone mit seiner Verflimung 2004 um eine Interpretation des Alexander bemüht, stellt Richard Burton bloß einen Alexander ohne größere Motivation dar, als seinen Vater überbieten zu wollen. Richard Burton, geboren als Richard Jenkins, zeigt Jahre später in "Cleopatra" als Marc Anton eine ganz andere Leistung, in den Alexander will er jedenfalls nicht passen. Das berühmte Charisma Alexanders – ohne das ihn auch nicht die erreichten Leistungen gelungen wären – kommt in "Alexander der Große" niemals auf.
Alleine die Länge des gute zwei Stunden langen Filmes verspricht keine detaillierte Darstellungsweise Alexanders Lebens, gerade weil alle Stationen mehr oder weniger abgehandelt werden. Dabei bleibt der Film trotz dessen historisch weit entfernt vom wahren Alexander. Wusste man vor dem Ansehen nichts über Alexander, ist man hinterher sicherlich nicht schlauer über die historische Figur.
Die Ausstattung ist regelrecht dürftig. Andere Filme dieser Zeit machten vor, was Opulenz bedeutete. Wenn ein Film von Alexander dem Großen erzählt, darf er nicht so klein wirken. Der Film vermittelt keine Größe. Er wirkt oft fast familiär gespielt, was nichts schlechtes wäre, würde er eben eine andere Geschichte erzählen.
So ist es nicht sehr verwunderlich, dass in der großen Tradition der Sandalenfilme sich kaum jemand an die erste Verfilmung des Lebens von Alexander dem Großen erinnern kann. Erinnert wird sich da an ganz andere Filme.
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