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Alexander


Oliver Stone (Interview)

von SF-Radio.net

SF-Radio: Wer ist für Sie Alexander?

Stone: Seine Taktik in Schlachten war legendär, er war ein General, der seine Männer selbst angeführt hat. Und er starb jung. Darüber hinaus war Alexander jemand, der außerordentlich gewissenhaft und liebenswürdig war und andererseits außerordentlich grausam sein konnte. Er hatte also alle Eigenschaften eines feurigen Helden.

SF-Radio: Das war ihr Grund ein Film über ihn zu machen?

Stone: Nun, der Film stellt Alexanders Leben auch als Tragödie dar. Wir haben seine eher unbekannten verletzlichen Seiten gezeigt – und davon gab es viele - und seine Schattenseiten berührt. Wir haben im Film Licht und Dunkel vermischt. Und das ist der Schlüssel zu dem Menschen. Und im Gegensatz zur Legende war er wirklich ein normaler Mensch, er hatte Fehler und Schwächen sowie menschliche Sehnsüchte.

SF-Radio: Hielt Colin Farrell den Anforderungen der Rolle stand?

Stone: Ja, die meisten Kämpfe und Streitigkeiten hat Colin selber gespielt. Er war ein guter Raufbold. Er hat für den Film trainiert und kämpfte wie ein Tiger oder Löwe, kämpfte im Staub, auf dem Pferd und zu Fuß. Ich bot ihm an, ihn zu ersetzen. Aber er wollte seine Stunts selber drehen.

SF-Radio: Wie war es mit Anthony Hopkins zu arbeiten?

Stone: Ich würde jederzeit wieder mit ihm arbeiten. Denn wenn man sich sein Filmmaterial immer
und immer wieder anschaut, ist man einfach nur beeindruckt. Colin und auch andere junge Schauspieler aus London kamen, um ihm auf dem Set zuzuschauen. Sie bewundern ihn so sehr!

SF-Radio: Warum entschieden sie sich für Angelina Jolie als Olympias, was mochten Sie an ihr?

Stone: Was ich an ihr mochte? Ich mag an ihr, dass sie mehr ist als diese modernen Darstellerinnen.
Viele moderne junge Schauspielerinnen sind nur Mittelmaß. Bei ihr hat man mehr so eine Art Bette-Davis-Tradition: Sie geht an die Sache mit Stärke und Bestimmtheit. Viele andere haben kein Vertrauen in ihre eigene Stärke, aber sie hat starkes Selbstvertrauen. Sie war genau richtig für die Rolle der Olympias, passte perfekt.