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Alexander


Colin Farrell (Interview)

von SF-Radio.net

SF-Radio: Wie würden Sie Alexanders Charakter beschreiben?

Farrell: Er ist sehr leidenschaftlich. Das hört sich an, als wären es Fehler, aber es ist so wenn man der Anführer, ein König ist. Es kann weh tun, wenn man seine eigenen Leute fallen sieht.
Er ist sehr willensstark, das kann das Gleiche auslösen, weil Willensstärke immer mit Leidenschaft gepaart ist. Er ist sehr spontan. Ebenso wird er vom Wahnsinn zerstört, der von seinen Eltern angefeuert wurde, denen er nie voll vertrauen konnte. Er konnte niemandem trauen, außer Hephaiston.

SF-Radio: Was ist das besondere an Hephaiston?

Farrell: Hephaiston ist Alexanders Freund mit dem er zusammen aufgewachsen ist. Er ist jemand, der in seinem ganzen Leben von Anfang bis Ende nie Hintergedanken hatte. Die Generäle waren zwar auch Kameraden, aber er war ein Kamerad im wahrsten Sinne, ein Gefährte, ein wahrer Freund. Er wollte immer nur das Beste für Alexander.

SF-Radio: Warum wurde Alexander, so wie er ist?

Farrell: Das Leben von Alexander war kaum romantisch. Er war ein verlorener, kleiner Junge bis er 22 war. Er war ein Tier. Er brachte Menschen um und ich glaube, dass ein Teil von ihm nie über das Alter von sechs Jahren hinaus wuchs. Er hat ein ganzes Leben lang nach Liebe gesucht. Er wollte lieben und geliebt werden.

SF-Radio: Was dachten Sie, als sie das Drehbuch gelesen haben?

Farrell: Oliver hat das Skript geschrieben. Ein unglaubliches Drehbuch. Ich habe noch nie in meinem ganzen Leben etwas so herzzerreißendes, ein Skript so dunkel und leicht und so voller Verhängnis gelesen. Es hatte so viel Potenzial. Es brach mir das Herz. Das ist der Tenor, den man sich zu nutze machen muss.

SF-Radio: Wie war die Zusammenarbeit mit Angelina Jolie?

Farrell: Sie ist so kreativ. Ich habe nur zwei Szenen mit ihr allein gehabt und die gingen viel tiefer als die Szenen mit Val (Kilmer). Sie spielten in den Gemächern meiner Mutter. Sie spielt großartig. Ich selbst habe beim Fernsehen angefangen und habe mich daran gewöhnt, mich an meine Markierungen zu halten und meinen Text immer auf die gleiche Weise zu sagen. Dann triffst du auf eine Schauspielerin, die ständig alles ändert und weiter entwickelt. Es ist unterbewusst, die Rolle bekommt ein Eigenleben. Es ist erstaunlich.