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Filmwelt


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Robots


Kritik

von Susanne Picard

Moderne Zeiten. Schon Charlie Chaplin durfte sich mit den Zahnrädern einer neuen Zeit anlegen und manch einer sah in dieser Auseinandersetzung den Kampf zwischen Menschlichkeit und Marktmechanismen.

So auch hier. Auch Rodney Copperbottom ist ein Naivling, wie er im Buch steht. Er macht sich aus dem kleinen Städtchen Rivet Town auf nach Robot City, wo der dicke Unternehmer Big Weld das Sagen hat - und jedem gescheiten Erfinder eine Chance geben will. Ja, so gehört sich das für den ordentlichen Kapitalisten. In diesem Film geht es für Rodney buchstäblich vom Tellerwäscher zum großen Erfolg - während sein Vater auch weiterhin als Geschirrspüler missbraucht wird, fährt Rodney in die große Stadt, um Big Weld zu zeigen, was eine Harke, äh, ein Zahnrad ist.

Aber wie das meist so ist: Vor den Erfolg haben auch die Götter der Mechanik das eigene Schmieröl gesetzt und so muss Rodney sich mit einigen Widrigkeiten im Getriebe auseinandersetzen, bevor Big Weld ihn dann endgültig als Erfinder einstellen kann.
Und wie immer (welch kommunistische Weltansicht! Und das aus dem derzeit stockkonservativen Amerika, man höre und staune) sind diejenigen, die die heile Welt verhindern wollen, diejenigen, die alles gleichmachen wollen. Updating statt Ersatzteile, heißt die Devise des bösen Ratchett, eines Muttersöhnchens mit feinen Nadelstreifen auf dem aluminiumglänzenden Brustkorb.
Aber - derartiges Gelichter muss auch in der Robotwelt damit rechnen, dass man schneller zum alten Eisen gehört, als man das selber gerne hätte und dass der Aufstand oft von gerade denen kommt, die man ausbooten möchte.

Isaac Asimov selbst hätte sich diese Robotwelt nicht schöner ausdenken können. Auch wenn gerade mal der morgendliche Becher starken schwarzen Schmieröls nicht aus Metall ist, der Phantasie sind in diesem Streifen keine Grenzen gesetzt. Da gibt es wilde Achterbahnfahrten, ein Setting, das nach einer wunderbar sonnigen und gelungenen Mischung aus “Blade Runner”, dem Planeten Coruscant und “Metropolis” aussieht. Da fallen die ein bisschen platten Charaktere einfach nicht mehr ins Gewicht, denn was gibt es Schöneres für einen Filmfan, als auf der Leinwand immer neue Kleinigkeiten zu entdecken?

Das Netteste an der Geschichte ist unter anderen Vorzügen die Tatsache, dass sich die Macher weitgehend auf mechanische Roboter konzentriert haben, wie sie mal in der künstlerischen Postmoderne als Vorstellung herumschwirrten. Heutzutage versteht man unter einem Roboter eher eine Ansammlung aus Platinen und hochtechnischer Programmierung (konnte man erst letztes Jahr sehr hübsch umgesetzt in “I, Robot” bewundern), aber Robot City und seine Bewohner sind wohltuend altmodisch und bestehen scheinbar aus reiner Mechanik. Nix ist mit Programmierung, selbst die fahrbaren Untersätze bewegen sich per Aufziehschlüssel, mit Sprungfedern oder einfachen mechanischen Gesetzen vorwärts, die man zwar aus dem Physikunterricht noch kennt, aber eigentlich schon längst vergessen hatte.

“Ice Age” war der erste große Erfolg von Chris Wedge und es sieht ganz so aus, als könnte aus “Robots” ein weiterer werden. Zwar fehlt so ein bisschen das Scrat auf dem "i", aber dafür gibt es vor dem Hauptfilm ein kurzes Wiedersehen mit der entzückend tolpatschigen und nussgierigen Eichhörnchenratte im Trailer zu “Ice Age 2”.
Dennoch: Man konnte lange nicht so einen wunderbar detailreichen Trickfilm auf der Leinwand bewundern.