Inhalt
von Ralf Ramge
Japan, tiefstes Mittelalter. Das Land ist von Wäldern bedeckt, der Heimat von Waldgeistern, Waldgöttern und Fabelwesen. Doch die Idylle ist getrübt. Die Menschen holzen den Wald ab, beuten die Natur aus. Es herrscht Krieg zwischen den Göttern des Waldes und den Menschen, insbesondere jenen aus der Minenstadt Tatara Ba und ihrer Anführerin Eboshi.
Weit entfernt von diesem Geschehen liegt ein Dorf der Emishi, einen kleinen Grüppchen von Leuten aus einem ehemaligen Adelsgeschlecht, welches heute unter der Verfolgung des Kaisers leidet. Plötzlich bricht eine Kreatur aus dem Unterholz, die riesige, über und über mit blutigen, schlangenähnlichen Auswüchsen bedeckte Gestalt eines Ebers. Ashitaka, der zukünftige Führer des Dorfes, schafft es, die Kreatur zu töten, erleidet dabei aber eine, durch die Berührung mit der Kreatur verursachte Verletzung an einem Arm. Sterbend verwandelt sich die Kreatur vor Ashitakas Augen zurück in einen Eber, dann in ein Skelett.
Hii-Sama, die Älteste und weise Frau des Dorfes, findet in den Überresten ein Geschoß. Sie sagt, der riesenhafte Eber sei ein Gott gewesen, der sich aus Schmerz und Wut nach dem Treffer in einen Tatari Gami, einen Gott des Fluches, verwandelt habe. Durch die Berührung mit dem Tatari Gami hat Ashitaka den Fluch nun abbekommen und es ist nicht auszuschließen, daß es ihn das Leben kosten wird. Laut der Alten kam der Eber aus einer Gegend weit im Westen des Landes. Und da Ashitaka den Fluch loswerden möchte, kann er dort auch gleich nach dem Rechten sehen.
Zusammen mit Yakkle, seinem Reittier, macht sich Ashitaka auf den Weg. Eines Tages kommt er an einem Dorf vorbei, welches gerade von Samurai angegriffen wird. Als Ashitaka Zeuge wird, wie eine Frau von einem Soldaten abgeschlachtet wird, greift er in den Kampf ein. Er zückt seinen Bogen, spannt ihn, als plötzlich Zuckungen durch seinen verfluchten Arm laufen. Der Arm entwickelt immense Kräfte und die Kraft des Pfeiles ist groß genug, um dem Mann beide Arme abzureißen und einen heranreitenden Samurai zu köpfen. Die Male an Ashitakas Arm breiten sich nach diesem Vorfall weiter aus.
Tatara Ba ist eine Eisenmine, erinnert äußerlich aber eher an eine Festung. Eboshi leitet sie umsichtig und weise, sie ist als Führerin bei ihren Leuten sehr beliebt. Sie nimmt jeden auf, der eine Zuflucht sucht. Selbst Leprakranke verstößt sie nicht, sondern gibt ihnen Unterkunft und Arbeit. Und auch wenn sich Eboshi den Eber vom Hals schaffen konnte, sind ihre Probleme noch lange nicht gelöst. Sie liegt nach wie vor im ständigen Clinch mit der Wolfsgöttin Moro, deren Söhnen und San, der Mononoke Hime, der Prinzessin der Geister. Moro nahm San einst zu sich und zog sie auf. Nun befinden sich die vier in einem erbarmungslosen Überlebenskampf gegen die Menschen, die den Wald abholzen, um die Eisenschmelzen betreiben zu können.
Als Eboshi und ihre Leute in strömendem Regen einen Nahrungstransport nach Tatara Ba durchführen, werden sie das Ziel eines Angriffs von San und den Wölfen. Sie richten große Verwüstung an und töten etliche Leute, bis Moro von einer Bleikugel, abgeschossen von einer der tragbaren Kanonen, welche in Tatara Ba hergestellt werden, getroffen wird und in eine tiefe Schlucht stürzt.
Am Boden der Schlucht durchquert Ashitaka am Tag darauf einen Wald, als er zwei Überlebende findet. Er versorgt ihre Wunden, als er spürt, daß sie nicht alleine sind. Er späht vorsichtig durch das Unterholz am Ufer eines Flusses und sieht ein Mädchen, welches die tiefe Wunde im Hals eines riesigen weißen Wolfes versorgt.
Ashitaka trifft schließlich mit den beiden Männern in Tatara Ba ein und lernt Eboshi kennen. In der folgenden Nacht greift San Tatara Ba direkt an. Eine fatale Entscheidung, denn nachdem sie Eboshi von Angesicht zu Angesicht gegenüberstand, ist sie von den Frauen und Männern eingekreist. Die Frauen wollen San sterben sehen, schließlich sind Moro und sie verantwortlich für den Tod unzähliger Männer. Ashitaka schlägt sowohl Eboshi als auch San bewußtlos, wirft sich San über die Schultern und marschiert los, um sie zurück in den Wald zu bringen. Eine der Frauen schießt Ashitaka hierbei in den Rücken, doch er schafft es noch bis zu Yakkle und den Wölfen, die vor den Toren der Stadt auf ihn warten.
San bringt Ashitaka zu einem Teich und legt ihn auf eine kleine Insel in dessen Mitte. Die Kodamas erscheinen, kleine Waldgeister, und ebenso der Shishi Gami. Der Shishi Gami ist der oberste Gott des Waldes. Während des Tages hat er das Aussehen eines hirschähnlichen Wesens, mit dem Einbruch der Nacht verwandelt er sich in einen halb durchsichtigen Giganten, den Didarabocchi. Der Shishi Gami ist der Herr über Leben und Tod im Wald. Und er schenkt Ashitaka das Leben.
Ashitaka bleibt erstmal bei San. Eine Herde Wildschweine erscheint eines Tages bei ihnen. Die Schweine wundern sich, weshalb sich San in Gesellschaft eines Menschen befindet. Menschen soll man töten, nicht lieben. Warum hilft der Shishi Gami einem Menschen, ließ jedoch zu, daß diese den Eber töteten? Ashitaka erzählt ihnen, daß der Eber zu einem Tatari Gami wurde und daß er ihn tötete, nicht Eboshi. Der Shishi Gami habe ihn zwar gerettet, aber nicht den Fluch von ihm genommen - Ashitaka soll leben, aber nur, um durch den Fluch langsam zu sterben.
Der Okkotonushi erscheint hinter den Schweinen, ein 500 Jahre alter Wildschweingott. Er dankt Ashitaka für die Informationen. Es war zwar eine Prophezeiung, daß einer der Ihren zu einem Tatari Gami werden würde, die Konsequenzen sind jedoch klar: Die Menschen müssen dafür bestraft werden, einem Gott dies angetan zu haben und den Wald zu zerstören. Die Menschen müssen dafür leiden.
Eboshi hat mittlerweile gänzlich andere Sorgen. Lord Asano forderte die Hälfte von Eboshis Eisen als Tribut, was Eboshi ablehnte. Die Folge war ein massiver Angriff von Samurais auf Tatara Ba, der jedoch abgewehrt werden konnte. Da betritt ein eigenartiger Mönch namens Jiko Bou die Bühne. Er erinnert Eboshi an ihren alten Auftrag, den Shishi Gami zu töten. Sein Kopf soll das Geheimnis der ewigen Jugend in sich tragen. Um die Forderung zu bekräftigen, hat der Mönch sogar ein Schreiben des Kaisers dabei, doch Eboshi ist in keinster Weise beeindruckt. Es steht für sie jedoch fest, daß sie ihren Auftrag erfüllen und den großen Gott des Waldes töten wird.
Mittlerweile ist der große Tag der Schweine angebrochen. Moro sprach sich zwar gegen einen Angriff auf die bis an die Zähne mit Handkanonen bewaffneten Männer aus, aber sie konnte sich nicht durchsetzen. Die letzten Vorbereitungen für den Angriff laufen. San wird an dem Angriff teilnehmen, um dem blinden Okkotonushi ihre Augen zu leihen. Zusammen mit den beiden Söhnen Moros und Hunderten von Wildschweinen begibt sie sich in die große Schlacht, nicht ahnend, daß diese in einem entsetzlichen Massaker unter den Tieren enden wird...
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