Kritik
von Falk T. Puschmann
Sieht man sich den Trailer von "Night Watch" oder "Nochnoj Dozor" fühlt man sich unweigerlich an den erst kürzlich erschienen Film "Constantine" erinnert. Dennoch würde man dem Film damit Unrecht tun, den eigentlich war er schon ein Jahr früher fertig. Das diese Perle des phantastischen Kinos relativ spät hier zu sehen ist, liegt vorangig an seinem Erzeugerland Russland. Erst nachdem der Film dort alle Rekorde brach, wurde er für andere Länder interessant. Der wohl bisher größte russische Erfolg hat zwischenzeitlich bei "Fox Searchlights" einen internationalen Vertrieb gefunden und kommt daher auch hierzulande in die Lichtspielhäuser.
Aber schauen wir uns den Film doch einmal etwas genauer an:
"Night Watch" ist ein russischer Film, wie er untypischer nicht sein kann. Dabei beweist er eine sehr unique Optik, die Hollywoodreife Special Effekts mit einem sehr erdigen russischen Ambiente verbindet. Die Story ist episch als Trilogie angelegt und basiert auf einer Romanreihe von Sergei Lukyanenko. Auch wenn wir hier weit entfernt von einem "Herr der Ringe" sind, ist "Night Watch" kurzweilige Horrorunterhaltung. Alleine die manchmal sehr zusammengestückelten Sequenzen und die damit verbundene wirre Erzählweise trüben den Eindruck etwas.
Bedenke man, dass "Night Watch" erst der dritte Film von Regiesseur Timur Bekmambetov ist und Russland nicht gerade für seine Blockbuster berüchtigt, ist das Ergebnis wohl eine der Überraschungen des Kinojahres. Und das abrupte Ende schürrt die Erwartungen auf die Fortsetzungen ungemein. Tröstlich ist, dass Teil 2 “Day Watch” oder “Nochnoy dozor 2” bereits in der Postproduktion steckt und Teil 3 ist für 2006 angesetzt.
Für den Internationalen Markt wurde der Film übrigens umgeschnitten. Das russische Original ist mit knapp 140 Minuten Spielzeit etwa 30 Minuten Länger. Da wird der geneigte Filmfreak wohl irgendwann in ferner Zukunft auf eine Special Edition lauern.
Das moderne Vampirkino ist nach Blade und Underworld um einen russischen Vertreter reicher, der sich hinter den großen Vorbildern nicht verstecken muss, neben Referenzen a la Matrix aber auch eigene Akzente zu setzen weiß. Alleine Hardcore Splatterfreaks werden etwas enttäuscht sein, den trotz seiner bizarren, düsteren Bildern ist “Night Watch” erstaunlich zahm.
Fazit:
Gute Unterhaltung, die durch tolle Bilder fesselt und Lust auf mehr macht. Allerdings enttäuscht der Film Fans des deftigeren Horrors und für das Mainstream Publikum ist er etwas zu wirr. Wenn man sich mit dem Mittelweg anfreunden kann, sollte man sich diese launige Vampirhatz nicht entgehen lassen!
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