Die Chroniken von Narnia
von Falk T. Puschmann
Narnia ist in erster Linie ein Kinderfilm! Das gilt es zu bedenken, wenn man sich die Handlung und die Charaktere ansieht. Denn die auf dem ersten Buch der vor allem in Amerika bekannten Narnia-Romanreihe von C.S. Lewis beruhende Handlung des Films ist recht geradlinig und voll familientauglich. Dabei hat sich der Film viel vorgenommen, muss er sich vor allem Vergleiche mit der „Herr der Ringe“-Trilogie gefallen lassen. Dazu trug natürlich im Vorfeld vor allem der entsprechend gestaltete Trailer bei. Doch ist daraus ein ganz anderer Film geworden. An einigen Stellen mag man allerdings kritisieren, dass der Film doch schon einiges an Gewaltpotential enthält. Gerade in der großen epischen Endschlacht wird fleißig mit Äxten und Schwertern auf einander eingehackt. Immerhin – und da wird sicher Disney mit Argusaugen darauf geachtet haben – fließt im ganzen Film nicht ein Tropfen Blut.
Die Cast setzt sich vor allem aus jungen, noch unverbrauchten Gesichtern zusammen. Daneben fällt auf den ersten Blick vor allem Jim Broadbent, der u.a. in Filmen wie „Moulin Rouge“, „Brazil“ oder „Iris“ Profil zeigte, auf. Er spielt den alten Professor und ist leider kaum mehr als ein Nebencharakter. Der zweite Blick fällt auf den Namen Tilda Swinton und die sahen wir zuletzt vor allem als Erzengel Gabriel in der Comicverfilmung „Constantine“ an der Seite von Keanu Reeves. Aufmerksamen Beobachter könnte evtl. noch der Name James McAvoy ins Auge stechen. Der Junge in Glasgow geborene Mime ist vor allem durch den TV-Mehrteiler „Children of Dune“ einem breiten Publikum bekannt geworden. Die Pensieve-Kinder werden von noch unbekannten Nachwuchsakteuren gespielt, stehen aber ihren alteingesessenen Kollegen an Darstellungskraft in nichts nach. Man merkt, dass sie viel Spaß bei den Dreharbeiten hatten. Und das wirkt sich sehr positiv auf die Atmosphäre im Film aus.
Das vor allem die Bilder an die epische Tolkien-Trilogie erinnern, kommt auch nicht von ungefähr, war doch z.B. die neuseeländische Firma WETA Workshop für die Specials Effects und Probs verantwortlich.
Regie – und hier ist schon wieder eine Analogie zum „Herr der Ringe“ – führte ein Neuseeländer. Andrew Adamson ist noch recht neu im Regiestuhl. Seine ersten beiden Projekte waren die Shrek-Filme. Immerhin bringt er daher viel Erfahrung mit computergenerierten Bildern an. Narnia ist aber sein Realfilmdebut.
Bei Erfolg könnte Narnia in Serie gehen, was bis zu sechs Fortsetzungen nach sich ziehen könnte. Kein Wunder, wenn man schon von Ferne die Dollarscheinchen in den Augen der Produzenten aufflackern sieht. Der Film selbst ist nette, kurzweilige Familienunterhaltung, die in zwei Versionen in die Kinos kommt. Einmal als leicht gekürzte FSK 6-Fassung und einmal als FSK 12.
Ein wenig Sitzfleisch muss das Publikum allerdings mitbringen, denn der Streifen ist mit ganzen 140 Minuten schon ganz schön lang geraten.
Fazit:
Wer sich in ein Reich der Magie entführen lassen will, ohne einem tiefschürfenden Plot folgen zu müssen, der ist bei Narnia goldrichtig. Eben ein echter Disney-Weihnachtsfilm. Kurz gesagt gibt’s tolle Bilder und kurzweilige Abenteuerunterhaltung für die ganze Familie.
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