Filmkritik
von Dirk Wilkens-Hagenkötter
Waterworld zeigt eine Zukunft, in der man trockenes Land nur aus Sagen und Legenden kennt. Die Polkappen sind geschmolzen und das Wasser bedeckt nun die gesamte Erde. Das ist allerdings eine sehr erschreckende Vorstellung. Aber ohne die Klimaerwärmung kleinreden so wollen – soviel Eis gibt es an den Polen nun wirklich nicht, das der Meeresspiegel um runde 8000 Meter ansteigen könnte. Und 8000 Meter müssen es ja sein, denn so hoch sind die höchsten Berge. Sollten die Macher auch nur die kleinste Absicht gehabt haben, mit Waterworld vor der Klimakatastrophe zu warnen, dann geht das durch die maßlose Übertreibung verloren. Vielleicht wäre es besser gewesen, die Handlung von vornherein auf einem fremden Planeten, einer Wasserwelt spielen zu lassen. Wie dem auch sein, wenn man die Kröte einmal geschluckt hat, bleibt von dem Film noch genug übrig, um sich einen schönen Abend zu machen.
Zum zweiten Mal spielt Kevin Costner den einsamen Fremden, der die Zivilisation (oder deren Reste) meidet. Denn die Figur des Mariner ist recht ähnlich wie jene aus „Der mit dem Wolf tanzt“. Und ein drittes Mal spielte er diesen Typen in „Postman“. Es ist der Urtypus des amerikanischen Helden, wer weiß wie oft betrachtet in einer Unzahl amerikanischer Western. Und im Grunde sind Postman und Waterworld auch nichts anderes als Western. Es spielt zwar beides in der Zukunft, aber die Westernmotive überwiegen. Da ist der schon erwähnte einsame Held, die bösen Schurken, die schöne Frau, der Kampf mit der Natur, der finale Showdown, und im übertragenen Sinn das Verschwinden des Fremden im Sonnenuntergang.
Aber irgendwie ließ sich der Erfolg von „Der mit dem Wolf tanzt“ nicht wiederholen. Zwar war Waterworld auch nicht gerade ein Flop, aber die Zuschauerzahlen waren nicht so hoch, dass die Kosten des Films wieder eingespielt werden konnten. Mit 180 Millionen Dollar war Waterworld der aufwendigste Film, der bis dahin produziert wurde. Von Anfang an prophezeiten Kritiker, dass die Kosten viel zu hoch seien. Und genau das war dann auch tatsächlich der Fall. Das Bedauerliche dabei ist, das man dem Film die hohen Kosten nicht ansieht. Man sieht ja fast nur blaues Wasser. Aber genau das war es, was den Film so teuer machte. Das Atoll wurde beispielsweise fast komplett im Wasser aufgebaut. Persönlich zerstörte Waterworld die gute Freundschaft von Hauptdarsteller Kevin Costner mit Regisseur Kevin Reynolds. Die beiden haben seitdem nie wieder zusammen gearbeitet.
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