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Minority Report


Minority Report

von Winni Hagenkötter & Dirk Wilkens-Hagenkötter

Minority Report basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Philip K. Dick aus dem Jahre 1956. Dick gehört zu den am meisten verfilmten SF Autoren der Welt. Das ist um so bemerkenswerter, als dass er zu Lebzeiten über die Science Fiction-Szene hinaus kaum bekannt war.
In seinen Romanen und Kurzgeschichten geht es meist um künstliche Erinnerungen und Realitäten, die nicht wirklich Realität sind. Und den Einfluss von Umwelt und vermeintlicher Realität auf die Gesellschaft. Das sind auch die Kernansätze, mit denen sich viele Dick-Verfilmungen beschäftigen, wobei die originale Handlung oft mehr oder weniger ignoriert wird. Nach Blade Runner und Total Recall ist Minority Report die dritte große Philip K. Dick Verfilmung.

Stephen Spielberg hatte sich die Kurzgeschichte für sein erstes Projekt mit Tom Cruise ausgesucht. Ähnlich wie Paul Verhoeven bei Total Recall wollte Spielberg Action und Anspruch miteinander verbinden. Das ist bei Minority Report allerdings wesentlich schwieriger, da die Geschichte viel hintergründiger als bei Total Recall ist, und man immer wieder dafür sorgen muss, dass die Zuschauer auf den aktuellen Stand der Dinge gebracht werden. Bei Total Recall reichte es zu wissen, dass sich Arnold Schwarzenegger nicht auf seine Erinnerungen verlassen kann. Dass er wie jemand, der sein Gedächtnis verloren hat, herausfinden muss, wer er ist.
Bei Minority Report geht es neben den zukünftigen Taten auch noch um Fehlinterpretationen und um sozialkritische Konsequenzen daraus. Und wenn man all das verstanden hat, gilt es immer noch einen Mörder und sein Motiv zu finden.

Stephen Spielberg war um eine möglichst realistische Darstellung der Zukunft bemüht. Daher ließ er ein Team von 16 namhaften Futurologen darüber brainstormen, wie die Gesellschaft im Jahre 2054 aussehen könnte. Die Ergebnisse waren, neben diversen Designvorschlägen, die im Film vorkommenden Waffen, Autos, Gebäude und so weiter. Außerdem nahmen die Zukunftsforscher an, dass die Welt in der Mitte des 21. Jahrhunderts sehr stark durch Überwachung und Beobachtung geprägt sein wird. Und das nicht nur von staatlicher Seite aus. Auch die Werbung macht sich diese Möglichkeit zunutze, indem durch Augenscannen eine Person identifiziert wird, um dann ganz gezielt mit Namen angesprochen zu werden und der Person ein Angebot zu unterbreiten. Und so schuf Spielberg in seinem Film ein kaltes von Überwachung geprächtes Bild. Er hielt sich dabei mit aufdringlicher Zukunftskritik zurück. Ob unsere Zukunft tatsächlich so aussehen wird, liegt ganz bei uns. Es gibt für unser Schicksal keinen Minderheiten Report, aber wie Agatha sagt: Wir haben immer noch die Wahl.