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:: Die Filmkritik


Die Geisha


Filmkritik

von Susi Feistel

Anfang des letzten Jahrhunderts in Japan: Eine Fischerfamilie kann ihre Schulden nicht mehr bezahlen und so werden die beiden Töchter nach Kyoto verkauft. Während die ältere sofort in einem Bordell landet, wird Sayuri in einem Geisha-Haus abgegeben. Nach einigen Intrigen und Hin und Her zwischen den Damen des Hauses, wird sie letztendlich zur Geisha ausgebildet. Bis zum zweiten Weltkrieg wird sie die beste Geisha der Stadt sein…

1997 erschien das Buch „Memories of a Geisha“ von Arthur Golden. Ein Bestseller, der verfilmt werden musste. Und so hält sich der Film ziemlich genau an das Buch: Sayuris Jugend als Dienerin im Geisha-Haus, die Liebe zum Direktor, die Ausbildung zur Geisha.
Mit faszinierenden Bildern inszeniert Rob Marshall („Chicago“) den Film. Farben, Formen und Musik sind zu einem perfekten Gesamtbild zusammengestellt. So ist es der Film allein wegen der Bilder wert, dass man ihn sieht.

Einen großen Widerspruch gibt es im Film: Die Geishas legen großen Wert darauf, dass ihre Profession nichts mit Prostitution zu tun hat. Es ist umso verwunderlicher, dass Sayuris/Chiyos Jungfräulichkeit an den Höchstbietenden versteigert wird. Genau das brachte die echte Geisha, auf deren Geschichte Goldens Buch basiert, dazu, gegen ihn zu klagen. So sei es nämlich wirklich nicht.

Es gibt inzwischen auch „Die wahre Geschichte der Geisha“, in dem Mineko Iwasaki ihre Sicht der Geschichte erzählt. Darin wird klar, dass Goldens Version doch schon sehr den westlichen Maßstäben angepasst ist. Ihr Buch zeigt auf, wie fremd die japanische Kultur für uns tatsächlich ist. Normen, Rituale und Verhaltensmaßregeln bestimmen das Leben.
Doch wahrscheinlich wäre eine wirklich realistische Erzählung für uns nur sehr schwer verständlich gewesen. Dass Arthur Golden die Geschichte 50 Jahre vorverlegt hat, spielt da kaum noch einen großen Unterschied.

Ein größerer Eklat, den der Film nach sich zog, betraf die Besetzung: die drei wichtigsten Geishas des Film wurden mit Chinesinnen besetzt. Den Chinesen gefiel es nicht, dass ihre besten Schauspielerinnen japanische ‚Prostituierte’ spielen. Die Japaner taten sich schwer damit, dass Chinesinnen die von ihnen bewunderten Geishas spielen. Bedenkt man, dass sich beide Nationen seit Jahrhunderten nicht grün sind, ist es kein Wunder, dass der Film in China verboten und in Japan mit Verachtung gestraft wurde.

Davon abgesehen leisten die drei Damen wunderbare Arbeit. Michelle Yeoh, seit „Tiger & Dragon“ auch bei uns wohlbekannt, ist nicht umsonst eine der bestbezahlten chinesischen Schauspielerinnen. In „Die Geisha“ beweist sie dies wieder souverän. Auch Ziyi Zhang, die Chiyo spielt, kennt man aus Ang Lees Film. In „Hero“ spielte sie Moon. Sowohl Zhang als auch Li Gong sah man auch in „2046“ im letzten Jahr.

Bemerkenswert ist auch, dass John Williams („Indiana Jones“, „Star Wars“, „Superman“) die Arbeit an dem vierten Harry Potter ablehnte und es vorzog die Musik für „Die Geisha“ zu schreiben. Die Hand des Meisters merkt man dem Soundtrack an.

Insgesamt ist „Die Geisha“ gute Unterhaltung mit wunderschönen Eindrücken, einer netten Liebesgeschichte und einem Schnelldurchlauf durch die japanische Kultur.