Hintergrund
von Dirk Wilkens-Hagenkötter
Die X-Men entstanden 1963 als Comicserie im Marvel-Verlag. Erdacht wurden sie von Stan Lee und Jack Kirby.
Regisseur Bryan Singer wollte bei seinem X-Men Film einen großen Bogen schlagen, und die beliebtesten X-Men aus allen Comic-Generationen auftreten lassen. So war es auch vorgesehen, dass „Das Biest“, eine Figur der ersten Generation, mitspielen sollte. Es gab aber Probleme mit dem Kostüm, und so ging der Part der Figur auf Jean Grey über, die wiederum auf das „Marvel-Girl“ aus der ersten Generation zurück geht.
Bryan Singer ließ es sich aber nicht nehmen einige kleine Insider Gags einzubauen, die eigentlich nur von X-Men Fans verstanden werden können.
Beispielsweise als die X-Men zu ihrem finalen Kampfeinsatz starten meint Wolverine auf die Kleidung bezogen: Traut ihr Euch in den Klamotten wirklich raus?“ Und Cyclops entgegnet: „Was wäre Dir denn lieber? Gelbes Latex?“ Gelbes Latex war tatsächlich die eigentliche Kampfkleidung der X-Men. Da die Filmkleidung so gut ankam, wechselten auch in den Comics die X-Men ihre Kleidung.
Der Film ist im Gegensatz zu vielen anderen Comicverfilmungen sehr anspruchsvoll, Intoleranz gegenüber den Anderen ist das zentrale Thema.
Xavier und Eric haben schon in ihrer Kindheit erlebt, wohin das führen kann. Für Eric ist dies Grund genug, selbst intolerant zu werden. Allerdings bewirkt seine Intoleranz nicht, das er die „Normalen“ vernichten will, er will aus ihnen auch Mutanten machen, denn wenn Mutanten nichts besonderes mehr sind, dann kann es auch keine Ausgrenzung geben, so sein Gedanke.
Tatsächlich entspricht diese Logik genau jener Denkweise, die auch in unserer Welt nur allzuoft vorkommt. Immer wieder wird versucht, Minderheiten „gleich“ zu machen.
Es ist noch gar nicht so lange her, das Linkshändern gezwungen wurden, mit der rechten Hand zu schreiben. Auch die Suche nach der Ursache für Homosexualität dient nur dazu, diese abschalten zu können.
Vielleicht wirkt Magneto deshalb so krank, weil er genau so denkt, wie die meisten Menschen.
Der eigentliche Bösewicht ist Senator Kelly. Er schürt die Angst vor den Mutanten, um sich selbst zu profilieren. Und er hat ein prominentes Vorbild:
Senator Kelly sagt: „Ich habe hier eine Liste mit bekannten Mutanten die in den USA leben“. Dieser Satz basiert auf einer Rede von Senator Joseph McCarthy als er meint er habe eine Liste mit bekannten Kommunisten, die im State Department arbeiten würden.
Die beiden Gegenspieler Xavier und Magneto werden von Patrick Stewart und Ian McKellen gespielt. Beide Schauspieler kommen aus England und sind durch Shakespear-Rollen bekannt geworden. Für Patrick Stewart war es die erste große Gelegenheit, sich einmal in einer ganz anderen Rolle als den Enterprise Captain darzustellen.
Ian McKellen arbeitete schon das 2. Mal mit Regisseur Bryan Singer zusammen. Die Thematik des Films stand ihm auch aus persönlichen Gründen recht nahe. McKellen ist schwul, hielt dies aber viele Jahre geheim. Erst als 1988 unter der Regierung von Margareth Thatcher die Schwulen und Lesben durch ein neues Gesetz zunehmend kriminalisiert und ausgegrenzt wurden, outete er sich öffentlich. Seitdem ist er aktiv in der Schwulenbewegung und tritt für Gleichberechtigung ein.
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