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Batman Begins


Der Anfang eines Heldenmythos

von Susanne Döpke

Wie wurde aus dem verwaisten reichen Jungen, Bruce Wayne, Batman? Warum stand eine Fledermaus und nicht irgendein anderes Tier Pate für diesen Superhelden ohne Superkräfte? Diese Fragen werden in der neuen Batman-Verfilmung geklärt. Da es keine verbindliche Comicvorlage über Batmans Vorgeschichte gibt, sondern in den verschiedenen Comicbüchern nur verstreute Hinweise über die Herkunft der Fledermaus existieren, gab es für Regisseur und Drehbuchautor Christopher Nolan und Co-Autor David Goyer (Dark City, Blade) im wahrsten Sinne des Wortes viel Spielraum für Interpretationen. Dieser Freiraum wurde auch ausgiebigst genutzt. Der Film hebt sich durch Realismus in der Skizzierung der Charaktere und beim Produktionsdesign von vorhergehenden Adaptionen ab. Auf die aus den Comic-Wurzeln der Vorgängerfilme stammende Überzeichnung der Bösewichter wurde ebenso bewusst verzichtet, wie darauf Gotham City zu künstlich wirken zu lassen.
Nolan besteht darauf, dass es ich hier nicht um ein weiteres Prequel des momentanen Trends handelt, darum wurde bewusst auf das Retro-Design verzichtet und ein neuer Look geschaffen. Dieser entstand zunächst als Modell in der Garage des Regisseurs, der mit der Produzentin des Films, Emma Thomas, verheiratet ist.

Entscheidend für einen Superhelden ist natürlich auch sein Anzug, dessen Herkunft und Funktionalitäten ebenfalls erklärt werden. Batman Darsteller Christian Bale fühlte sich wohl in seinem Anzug. Die schlechten Möglichkeiten, aus dem Batsuit zu schlüpfen, um zur Toilette zu gehen, kommentiert er Augenzwinkernd: „Ich bin es gewohnt, in die Hosen zu machen.“ Er nahm die Verwandlung von Bruce Wayne sehr ernst und betrachtet es als eine Art psychologischer Reise, sich in Batman zu verwandeln. Er drückt Batman, das mächtige und Furcht einflößende Wesen, mit einer anderen Körpersprache aus und nutzt eine andere Stimmlage. Lediglich den Anzug anzuziehen reichte ihm nicht.
Da Batman keine ureigenen Superkräfte hat, konzentriert sich „Batman Begins“ sehr auf die Charaktere und natürlich auf Bruce Wayne im Besonderen. Obwohl er selbst kein Comic-Fan war, war ihm nach Lektüre des Drehbuchs klar, dass er unbedingt Batman spielen wollte. Er bevorzugt dunkle, schwierige Charaktere, wie in „The Machinist“, den er kurz vor Batman drehte. Dafür magerte er fast bis auf die Knochen ab, was den „Batman“ Produzenten auch Sorgen bereitete. Ein spindeldürrer Batman hätte schon sehr lächerlich gewirkt. Nolan und Thompson vertrauten Bale und er hat das Kunststück geschafft, wieder sehr gut austrainiert zu sein.
Er hat auch keine Angst davor, jetzt auf ein Genre festgelegt zu sein, oder für immer nur noch Batman zu sein. „Wenn das passiert, hätte ich einige schlechte Entscheidungen getroffen und das wäre dann meine eigene Schuld.“

Aber was wäre Batman ohne seinen treuen Freund und Butler Alfred, der hier von der Leinwandlegende Michael Caine gespielt wird. Er sieht Alfred als denjenigen an, mit dem sich das Publikum identifiziert, der die Fragen stellt, die dem Zuschauer selbst auf den Nägeln brennen. Dadurch wirke Alfred oft sehr komisch. Caine gönnt sich mittlerweile den Luxus, nur noch Rollen zu spielen, die ihn interessieren. „Ich habe mich zur Ruhe gesetzt, warum soll ich mich noch morgens um halb sieben aus dem Bett quälen?“ so Caine. Nur noch, wenn sich etwas lohnt, wenn man ihm ein Angebot mache, was er nicht ablehnen könne. Dabei ginge es nicht um Geld, sondern darum, in wirklich guten Filmen mitzuspielen.

Morgan Freemann, dem Darsteller von Erfinder Lucius Fox, ging es nach eigenem Bekunden genauso, nur dass er zugibt, dass ihn die Bezahlung reizt. In der Pressekonferenz war Freeman auch sehr einsilbig und mochte nicht viel über den Schöpfer des Batmobils und des Batsuits reden.

Schlimmer traf es allerdings Katie Holmes, die Bruce Waynes Jugendliebe Rachel Dawes spielt. Da sie durch ihre Romanze mit Tom Cruise derzeit auf allen Titelseiten zu finden ist, hatte sie kaum eine Chance mehr über die Rolle der rechtschaffenen Staatsanwältin zu berichten. Dass das Interesse an ihrem Privatleben ihre Karriere überlagert wird sich wohl in nächster Zeit nicht ändern. Jetzt hat Tom Cruise, der gerade für „Krieg der Welten“ auf einer ähnlichen Pressetournee ist, wie Katie Holmes für Batman, ihr in Paris einen Heiratsantrag gemacht.

Man sieht also, der Film ist mit alten und neuen Celebrities gespickt. Weiterhin ist Liam Neeson als Henri Ducard zu sehen, der hier eine Variante seines Obi Wan Kenobi aus Star Wars gibt. Gary Oldman spielt den rechtschaffenen Polizisten Jim Gordon, der die Batman Projektion erfindet und Rutger Hauer spielt den Chef des Wayne-Konzerns Richard Earle. Merken muss man sich auch unbedingt Cillian Murphy, den Darsteller von Dr. Jonathan Crane/Scarecrow, der seinen Durchbruch mit „28 Days Later“ hatte.

Last but not least: Das Batmobil. Man kann mit fug und recht sagen, so hat noch kein Batmobil vorher ausgesehen. Vergessen sind die eleganten Anleihen aus den 60er Jahren mit den Heckflossen und das futuristische Design. Das neue Batmobil ist ein richtiges „Männerauto“, das eher auf Funktion als auf Design ausgelegt ist. Hier werden eher Anleihen bei Militärfahrzeugen gemacht. Und es ist verdammt laut.

Nachdem jetzt also ausreichend geklärt ist, warum Bruce Wayne Batman ist, wie er seinen Batsuit und sein Batmobil bekam bleibt die Lust auf mehr. Die Produzenten und Schauspieler sind definitiv an einer Fortsetzung interessiert.