Ja, den gibt's auch in Schwarz...
von Luise Rödig, www.batmans.de
Spätestens, seit man ihn in "Batman Begins" in voller Action erleben konnte, ist der "Tumbler", Batmans hochentwickelter fahrbarer Untersatz, zum heimlichen Star des Films avanciert. Dabei wurde die klobige Mischung aus Humvee und Lamborghini zu Anfang von vielen Fans eher mit Skepsis betrachtet: Von der schnittigen Eleganz des Batmobiles aus den bisherigen Filmen mußte man sich endgültig verabschieden.
Zum Schaden war dies sicher nicht, denn auf Trick- und Specialeffects konnte Regisseur Christopher Nolan bei den spektakulären Verfolgungsjagden, in die dieses Fahrzeug im Verlauf der Handlung verwickelt ist, getrost weitgehend verzichten: Der Wagen kann tatsächlich bis zu 18 m weit und bis zu 1,80 m hoch springen und ist unmittelbar nach der Landung wieder sofort lenkbar, und trotz eines Gewichts von 2,5 Tonnen beschleunigt die 340 PS starke Maschine von 0 auf 100 in weniger als 5 Sekunden. Und wenn das Kino über eine gute Anlage verfügt, dann läßt der Sound, den Christian Bale in Interviews mit einem lautschreienden Ozzy Osbourne verglich, die Sitze vibrieren.
Im Film wurde der Wagen für das Militär entwickelt: Gebaut von der Wissenschaftlichen Abteilung von Wayne Enterprises war er als Hilfsmittel für den Einsatz beim Brückenbau über Wasser oder freien Raum konzipiert. Da seine Herstellung zu teuer war, ging er nicht in Massenproduktion.
Das konnte dem angehenden Dunklen Ritter nur Recht sein, denn damit hat er ein Hilfsmittel gefunden, das ihn aus prekären Situationen retten kann, notfalls auch mitttels Einsatz von Raketenwerfern oder einer Fahrt auf den Dächern Gotham Citys. Eine Art "Stealth-Modus" erlaubt es ihm, das Motorengeräusch auf ein Minimum zu reduzieren und aufgrund der Tarnfarbe fast ungesehen zwischen anderen Fahrzeugen zu navigieren.
Entworfen wurde das Batmobile in Christopher Nolans Garage. Productionsdesigner Nathan Crowley, der mit seinem Team auch schon die Autos für James Bond entwarf, setzte die Anforderungen hinsichtlich Funktionalität und vor allem Realimus, die Nolan an den Wagen stellte, auf geniale Art und Weise um. Zwischen Nolan, Drehbuchautor David Goyer und Nathan Crowley fand ein reger und fruchtbarer Austausch statt, der ebenso in das Script wie auch in die Konzeption und Konstruktion des Wagens einfloß.
Effekte-Werkstattleiter Andrew Smith baute mit seinem Team nach der fünften und endgültigen Designvorlage gleich sechs der vollfunktionstüchtigen Wagen, deren Kosten sich auf 1,5 Millionen Euro pro Stück belaufen sollen. Und im Gegensatz zu Fahrzeugen in anderen Filmen beschränkte man sich nicht darauf, dem Gefährt lediglich eine neue Außenhülle zu verpassen, sondern baute alle Einzelteile selbst.
Auch die von Nolan verlangte seitliche Radaufhängung, die sich wegen der fehlenden Frontachse zunächst als problematisch erwies, konnte von Smith in Zusammenarbeit mit dem Leiter des Spezialeffekte-Teams, Chris Corbould, realisiert werden. Im Film ermöglicht diese Konstruktion Batman, in die "Front Driving Position", also nach vorne zu gleiten, bis er vornübergeneigt wie auf einem Motorrad sitzt und sein Kopf in einer Glaskuppel zwischen den beiden Vorderreifen steckt.
Laut Produzentin Emma Thomas, der Ehefrau von Chris Nolan, war ursprünglich geplant, das Batmobile in einer Szene gegen Ende des Films zu zerstören. Da der Wagen jedoch allen Beteiligten während der Drehzeit so ans Herz gewachsen war, entschloß man sich letztlich gegen diesen Plan, was darauf hoffen läßt, daß wir dem "Tumbler" in einer Fortsetzung, vielleicht mit leichten Modifikationen, wieder begegnen.
Und auch nach Drehende dient das Batmobile, das mit Normalbenzin betrieben wird, nicht als Staubfänger im Warner-Fuhrpark: Zu Promotionzwecken wird es weltweit eingesetzt, so beim Formel1-Rennen auf dem Nürburgring oder bei der Deutschland-Premiere von "Batman Begins" in Berlin, wo sich glücklicherweise niemand hinter dem Wagen aufhielt, wenn der am Heck befindliche vektorisierte Düsenbrenner gezündet wurde.
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