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:: Die Filmkritik


Batmans Rückkehr


Filmkritik

von Susanne Picard

Ja, Batman ist wieder zurück. Nachdem er im Jahre 1989 den Joker ausschalten konnte, setzt Tim Burton ihm diesmal zwei andere Feinde aus Bob Kanes unerschöpflichem Fundus an Bösewichtern vor: Catwoman und den Pinguin. Und wer dachte, nach Jack Nicholson - einem Joker, wie er wohl kaum besser hätte sein können - könne kein Bösewicht mehr so charismatisch sein, der sah sich prompt eines besseren belehrt.

Danny DeVito gibt an sich und für sich zusammen mit dem fiesen Unternehmer Max Shrek (der Name eine Hommage an den Hauptdarsteller von Murnaus “Nosferatu”) schon ein hervorragendes Gangsterduo ab, mit dem Batman allein schon genug zu tun hätte. Aber was ein guter Geschichtenerzähler ist, lässt Burton es damit nicht genug sein. Er lässt eine Frau dazwischenfunken. Und wer könnte das besser als Michelle Pfeiffer als Catwoman?

Tim Burton gelingt in diesem Film etwas, woran der dritte Batmanfilm grandios gescheitert ist: daran, eine einzige Geschichte in mehreren Ebenen zu erzählen. Hier wird nicht nur die Geschichte von Batman gegen die Bösewichte erzählt, die Bösewichte werden auch samt ihrer Entstehungsgeschichte und ihrem Niedergang beschrieben. Besonders schön ist das an der einzig wahren Catwoman zu sehen, von Michelle Pfeiffer mit Grandesse verkörpert - man möchte schon nicht mehr sagen, gespielt, so sehr passt Belle Michelle in ihr hautenges Katzenkostüm. (In das sie immer wieder neu eingenäht werden musste, da es so eng war, dass es ständig riss.) Catwoman ist nicht einfach nur eine Gegnerin Batmans und eine Verbündete des Pinguins. Sie spielt ihr eigenes Spiel und ist nur auf ihrer eigenen Seite. "Life is a bitch - now so am I!", schleudert sie Batman im ersten Kampf Mann gegen Mann, äh Frau entgegen.

Die Kulissen und das Setdesign lassen wie schon im ersten Film nichts zu wünschen übrig, selbst wenn man in Betracht zieht, dass 1992 noch lange nicht all das möglich ist, was heute geht. Burton gelingt auch hier eine Gratwanderung: Wie im ersten Film ist Gotham eine Art negatives New York, mit himmelhohen Wolkenkratzern, düster und unüberschaubar, und ein bisschen gotisch angehaucht. Die Farbstimmung ist blauschwarz, mit gelegentlichen Flecken Farbe, mal ein wenig Gelb, mal ein wenig Rosa oder Grün, wie es gerade gebraucht wird. Burton ist einer der Regisseure, die mit der Farbe als Kennzeichen für Stimmung und Situationen umgehen können, und das sieht man dem Film an. Dennoch wird der Tenor durch das düstere Blauschwarz bestimmt und das zieht sich durch bis zum furiosen Finale, in dem nicht nur Max Shrek und der Pinguin Saures bekommen, sondern leider auch Catwoman bzw. Selina dran glauben muss. Traurig, traurig kann man da nur sagen. Wenn dem anders gewesen wäre, hätte es vielleicht keinen Grund gegeben, diese schreckliche Neuauflage mit Halle Berry zu drehen.