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:: Die Filmkritik


Predator 2


Filmkritik

von Roman Möhlmann

"Predator II" aus dem Jahre 1990 ist die Fortsetzung des ungemein spannenden, wegweisenden und gelungenen "Predator" von 1987.

Wieder steht ein technisch hochgerüsteter außerirdischer Killer auf Trophäenjagd im Mittelpunkt der Handlung, doch diesmal verlegte man (unter dem lobenswerten Aspekt des Verzichts auf bloße Nachmacherei des ersten Teils) die Handlung weg vom südamerikanischen Dschungel in die flimmernde Hitze eines Drogen- und Bandenkrieg-geplagten Großstadtmolochs wie L.A.; lebte Teil I maßgeblich mit von der bedrohlichen Urwaldstimmung, kann die Projektion der Storyline in die neuen Gefilde durchaus als gelungen bezeichnet werden.
Der Kernpunkt, dass der Predator nur bewaffnete Gegner tötet, gibt der Geschichte durch die Implementierung solcher Elemente wie Gangster und Regierungsbeamter (welche hier mal wieder leicht klischeehaft ihr ganz eigenes Süppchen kochen) neuen Pfiff.

War der Vorgänger professionell inszeniert von Veteran John McTiernan und in der Hauptrolle passend besetzt mit der österreichischen Keule Arnold Schwarzenegger, wartet die Fortsetzung mit dem korrekten Handwerker Stephen Hopkins ("Blown away", "Der Geist und die Dunkelheit") im Regiestuhl auf, der abseits von tiefgründigerer Inszenierung aber sehr wohl flotte Actionszenen, garniert mit netten Zeitlupen-Einschüssen in den Shoot-Outs, packende Horrorszenen und gute Effektarbeit abzuliefern weiß. Seine handwerklich solide Präsentation des Stoffes mit einigen einfallsreichen Raffinessen macht schon Laune.
Danny Glover ("Lethal Weapon", "Silverado") in der Hauptrolle ersetzt Arnies Präsenz nicht, weiß aber sehr wohl mit vollem Einsatz überzeugend zu spielen.
Etwas nervig ist hin und wieder wie so oft Gary Busey ("Alarmstufe: Rot", "Drop Zone"), den ich noch nie mochte, der aber in diesem Fall nicht als "unpassend besetzt" bezeichnet werden kann.

Die musikalische Untermalung ist auch wieder mehr als überzeugend, da stört es nicht, dass Alan Silvestris klassisches "Predator" - Thema aus dem ersten Film nur ansatzweise variiert wird.

Und so bietet sich uns also ein solider, spannender und actionreicher Film dar, mit ausreichendem Härtegrad und einem gekonnt inszenierten Konglomerat aus Horror-Versatzstücken, Shoot-Out-Action, One-on-One-Fights und einer Prise "Stirb Langsam", mit einem passend agierenden Hauptdarsteller und einem herrlich grässlichen und furchteinflößenden Aliengegner, einigen coolen Sprüchen und vielen packenden Sequenzen, etwa beim ersten Cops/Gangster-Bandenkampf, der U-Bahnszene, der Kühlhaussequenz und dem Showdown.

Letzterer eröffnet, auch wenn beide "Predator" - Filme in sich und auch jeder für sich als abgeschlossen betrachtet werden können, und ohne an dieser Stelle weiter im Detail darauf einzugehen und zu spoilern, der "Predator" - Mythologie neue Wege und bietet genügend Raum für potentielle Fortsetzungen; leider warten Fans bis heute auf einen potentiellen Teil III...

Fazit:
"Predator II" ist spannend, actionreich, gut inszeniert, nicht ganz so packend und innovativ wie der Vorgänger, aber dennoch ein würdiger Nachfolger!

Zusatzinfo:
Im Trophäenraum des Predators ist in einer netten filmischen Geste der Schädel eines Alien zu bewundern. Das ließ viele Genrefans schon damals auf ein Zusammentreffen beider Franchises hoffen.