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Planet der Affen


Kritik

von Sebastian Lorenz

Wir schreiben das Jahr 3955: Charlton Heston landet auf einem Planeten, der von sprechenden Affen beherrscht wird. Die ebenfalls anwesenden Menschen sind dumm, können nicht sprechen und streunen wie wilde Tiere in der Gegend herum. Das ist die Story eines Films, der 1968 Geschichte schrieb und die halbe Welt aufgrund seines schockierenden Inhalts in Aufruhr versetze, gegebenenfalls ein Franchise nach sich zog: "Planet der Affen".

Bis 1974 wurden vier Fortsetzungen gedreht, eine grandiose, 13teilige TV-Serie lief noch im selben Jahr, 1975 dann wurden auch die Kinder mit einer Zeichentrick-Serie bedient. Aufgrund des abnehmenden Erfolges war danach allerdings Schluss.
Bis heute jedoch erfreuen sich die alten Filme großer Beliebtheit, besonders bei Meisterregisseur Tim Burton, der den Klassiker neu verfilmte.

Wer das Original von 1968 kennt, der weiß, der Film ist klasse und wartet mit einem Ende auf, dass uns Menschen mit einem Schock zurücklässt.
Regisseur Tim Burton war nicht so dumm, die Handlung des ersten Films komplett zu wiederholen, oder sich genau an das Buch zu halten. Im Gegenteil, sein Film zeigt eine sehr eigene Interpretation des ganzen Affenzirkus und verdient weder das Label "Remake" oder "Sequel".

Sehr interessant ist das Ende des Films, der die Kinogänger mit einem genauso offenen Mund zurücklässt, wie damals das Original. Bis fünf Tage vor US-Start hat Burton an seinem Film, unter anderem an fünf alternativen Schlusssequenzen gedreht. Er wollte unbedingt auf den "Thrilling Moment" am Ende des Originals von 1968 verzichten und mit den fünf Alternativen vor allem Branchenbeobachter verwirren.

Sowohl die grobe Handlung, als auch die Begleitartikel wie Spezialeffekte und das Affendesign sind genial. Probleme gibt es bei der Interaktion der Schauspieler. Hauptdarsteller Mark Wahlberg, der spätestens in "Boogie Nights" bewiesen hat, dass er schauspielern kann, hinterlässt hier den Eindruck eines Steins. Keine Rolle scheinen die menschlichen Begleiter von Wahlbergs Charakter Leo zu spielen. Die Interaktion zwischen den Menschen, die übrigens alle sprechen können, ist gleich Null. Im Gegensatz dazu geben Helena Bonham-Carter als Menschen-sympathisierende Äffin und Tim Roth als Menschen-hassender General eine sehr gute und überzeugende Darstellung ab.

Eigentlich wollte Tim Burton ein Liebesdreieck zwischen Mark Wahlberg als Mensch und Helena Bonham-Carter und Tim Roth als Affen aufbauen. Leider haben die Studiobosse das abgelehnt, aus Angst, dass man dem Film einen sehr hohen Sodomie-Faktor zustecken könnte und das die Alterfreigabe hochgejagt hätte.

"Planet der Affen" ist aber auf alle Fälle ein Film, der viel Spaß macht, Spannung und viel Action bietet, sowie eine glaubwürdige Affenkultur und Tim Burton ist am Ende des Films eine Überraschung gelungen, die der am Ende des Originals in nichts nachsteht.

Aufgrund des Erfolges in den USA und dem Ende ist eine Fortsetzung eigentlich schon vorprogrammiert. Doch Tim Burton hat kürzlich in einem Interview mitgeteilt, dass er auf keinen Fall für eine Fortsetzung zur Verfügung stehen würde. Auch Mark Wahlberg meinte, dass er ohne Tim Burton keine Fortsetzung machen wird.