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Matrix |
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von sf-radio.net
In einem dunklen Zimmer wartet eine schwarzgekleidete Frau auf einen wichtigen Telefonanruf. Bevor aber bevor das Telefon klingelt, wird sie von dunklen Agenten umstellt. Eine aussichtslose Situation, wie es scheint. Doch die Frau muss besondere Kräfte haben, den mühelos bricht sie die Regeln von Erdanziehung und Zeit und entflieht so dem Tod. Ein fulminanter Auftakt für einen atemberaubenden Film. Hauptfigur ist der Büroangestellte Thomas Anderson (Keanu Reeves), der sich außerhalb seiner Arbeitszeit als Hacker Neo eine Aufbesserung seines Lohnes verdient. Durch seine illegalen Aktivitäten wurden allerdings die bereits erwähnten, mysteriösen Leute auf ihn aufmerksam.
Einerseits sind das die dunklen Geheimdienstleute um Agent Smith (Hugo Weaving), andererseits die geheimnisvolle Trinity (Carrie-Anne Moss), die Neo zu ihrem Auftraggeber Morpheus (Laurence Fishburne) bringen will. Neo soll der Auserwählte sein, der in der Lage ist die Menschheit von einer seltsamen Unterdrückung zu befreien. Doch um herauszufinden, wovon Morpheus spricht, muss sich Neo von seinem gegenwärtigen Bewusstsein lösen und alles vergessen, was er bisher zu wissen glaubte.
Die Geschichte kann von vorne beginnen, d.h. in einer anderen Welt mit geänderten Regeln. Was die Matrix ist, wird man jetzt endlich erfahren. Die Matrix ist überall und nirgends, sie ist die Luft die wir atmen, sie ist die tägliche Arbeit der wir nachgehen. Kurz gesagt sie ist all das, was wir glauben das sie es sein könnte. Ein virtuelles Leben, das sich nur vor unseren Augen abspielt, die wahre Erkenntnis sehen wir nur mit unseren Geiste und Bewusstsein.
Ein intelligenter Science-Fiction-Thriller ist an und für sich ein Oxymoron, besonders wenn der Film aus Hollywood stammt - Keanu Reeves (Johnny Mnemonic, Chain Reaction) kann davon ein Lied singen. The Matrix ist allerdings ein Film, für den der Begriff ausnahmsweise zutrifft.
Die Brüder Andy und Larry Wachowski lieferten die packendste Kino-Überraschung dieses Sommers. Und das beruht in erster Linie nicht auf den Tricks von Spezialeffektspezialisten, sondern vielmehr auf ihr Talent als Drehbuchautoren. Obwohl die Spezialeffekte verblüffend sind, so darf man heute von einem Science-Fiction-Spektakel schon gar nichts anderes mehr erwarten. Das letzte Wort in Sachen CGI («Computer Generated Imagery») sprach diesen Frühling sowieso George Lucas mit The Phantom Menace .
Doch während die Spezialeffekte in der ersten Episode der Sternenkriege einzig ein buntes Feuerwerk für Kinder bieten und der Entwicklung der Geschichte eher im Weg sind, als ihr zu dienen, so sind die visuellen Effekte in The Matrix ein wichtiges Element, das die Geschichte vorantreibt. Die Effekte werden als Erhöhung der Spannung eingesetzt, anstatt, wie in The Phantom Menace, von der erzwungenen Handlung abzulenken. Die Gestaltung der einen Welt erinnert allerdings weniger an Science-Fiction, sondern eher an die labyrinthartige Stadt in Seven - diesmal aber ohne Regen.
Erwartungsgemäß enthält die andere Welt aber Elemente von Blade Runner, den Alien-Filmen und anderen Science-Fiction-Operas. Teilweise erinnern die Kampfssituationen an die Szenen, wie Sie nur John Woo "Face Off - Operation Broken Arrow" verwendet wurden. Die Material Arts Elemente waren eine harte Herausforderung für alle Schauspieler, da einige die Kampfsporttechniken erst erlernen mussten. Dazu wurden sie 6 Monate von einem Trainer richtig geschult und trainiert. Dieses macht sich im Film dann auch sehr stark bemerkbar. Denn die Kampfszenen sind wirklich brilliant und perfekt inszeniert. Auch im Zeitalter der Computer lernen wir, das das wichtigste an einem Film nicht die Effekte sondern die Schauspieler sind. Und die sind wirklich alle perfekt, Jeder spielt seine Rolle wirklich überzeugend.
Die Brüder Wachowski begnügten sich allerdings nicht nur mit visuellen Zaubereien. So bietet der Film neben dem Augenschmaus auch noch eine weite Palette philosophischer Gedanken. Die verschiedenen Auslegungsmöglichkeiten des Filmes können an dieser Stelle leider nicht genauer erörtert werden, ohne gewisse Überraschungsmomente vorwegzunehmen. Ein Aspekt, der aber tiefer analysiert werden darf, ohne die Freude am erstmaligen Betrachten des Filmes zu vermindern, sind die offensichtlichen Einflüsse verschiedenster Mythologien (von den Griechen bis hin zur Bibel), die am deutlichsten in der Namensgebung der Hauptfiguren widergespiegelt werden. Morpheus, der Gott der Träume, versucht den ungläubigen Thomas davon zu überzeugen, dass er der Auserwählte ist (sein Hackername Neo ist ein Anagram für «One»). Erst durch Selbsterkenntnis und die selbstlose Hingabe seiner Begleiterin Trinity (Dreieinigkeit; ein in vielen Religionen wiederkehrendes Element) kann er seine vollen Kräfte entfalten.
Sein Gegenspieler Agent Smith (ebenfalls ein Anagram für «I'm the Angst») entpuppt sich als die Furcht der Menschen, im vorliegenden Fall besonders die Furcht vor der eigenen Verantwortung.
Der Film entfaltet sich zu einem existenzialistischen Manifesto, wie schon Dark City ein Jahr zuvor. Dark City konzentrierte sich dabei auf den Kampf zwischen Rationalismus und Individualismus und löste den Konflikt auf die selbe Art wie The Matrix, wobei Dark City weniger Glück an den Kinokassen beschert war. Der Standpunkt das jegliches Leben selbstbestimmt ist, wird verständlicherweise von Regisseuren vertreten, die sich als Urheber ihrer Schöpfung sehen - eine Ansicht die auch in Camerons schicksalsablehnenden Terminator 2 deutlich in Erscheinung tritt. Auch ohne alle die philosophischen Spielereien ist The Matrix ein eindrücklicher Film, den es nicht zu verpassen gilt.
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