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Doom


Dwayne "The Rock" Johnson (Interview)

von Susanne Döpke




SF-Radio: Wie hast du die Rolle des Sarge bekommen?

The Rock: Ich habe das Script bekommen und es gelesen. Ich fand es toll. Ich bin ein großer Fan des Spiels Doom und spiele sehr gern Computerpiele. Zu der Zeit, als ich das Script las, ungefähr vor eineinhalb Jahren, war Doom 3 noch nicht auf dem Markt. Als ich das erste Mal davon hörte, dass ein Doom-Film geplant war, hielt ich das für ein sehr ehrgeiziges Projekt. Man macht ja nicht "Resident Evil" oder "Mortal Combat", sondern "Doom"! Das ist, als würdest du "Halo" machen. Das muss man auch richtig hinkriegen. Ich habe das Drehbuch gelesen und es hat mir richtig gut gefallen. Besonders, dass sie versuchen wollten, eine "Ego-Shooter Perspektive" zu drehen. Und das war`s. Eigentlich ließen sie mich für die Rolle des Reaper vorsprechen. Als ich das Buch las, fand ich Sarge viel interessanter. Erstens, weil er das BFG hat, das fand ich einfach klasse und zweitens verwandelt er sich in einen Höllendämon. Mann, das ist verrückt! Ich fand das super.

SF-Radio: Wie war es denn so, eine Waffe von der Größe Neu Englands mit sich herumzutragen? War die Waffe schwer?

The Rock: Als ich die Waffe im Film das erste Mal abfeuere, ist es die richtige, schwere Waffe. Es musste ja auch so aussehen, als würde ich eine sehr schwere Waffe tragen. Die war richtig richtig schwer. Das war etwas, für das Kind in mir. Es gibt nichts Besseres, das kann ich dir versprechen! Ich konnte jetzt schon viele Sachen machen, wie den "Scorpion King" oder den Film "Be cool", in dem ich einen Schwulen spielte, aber dieser Film erinnerte mich daran, wie viel Spaß es macht, Filme zu drehen. Das ist kein Film der auf die Tränendrüse drückt, oder ein politischer Film, es kommen keine bedeutsamen Charaktere vor, wir werden dafür keine Oscarnominierung erhalten, es ist ein toller Popcorn Film in dem wir viele Dinge in die Luft jagen und das ist es. Mir hat das sehr viel Spaß gemacht.

SF-Radio: Wie ist die Ego-Shooter Perspektive gelungen?

The Rock: Ich fand das super! Es war nicht nur im Videospiel bereits sehr kreativ und zu versuchen, das auf die Leinwand zu bringen war sehr ambitioniert. Ich finde, das ist ausgezeichnet gelungen. So wie es gedreht und zusammen geschnitten wurde war es gerade ausreichend. Man konnte es schätzen. Es dauerte nicht ewig. Mir hat gefallen, dass es mit dem Pinky-Dämonen und der Kettensäge endete. Das ist so eine Gamer Sache. Ich fand das sehr sehr cool. Das weiß, meiner Meinung nach, jeder Filmfan zu schätzen, auch er kein Fan von Scifi-Horrorfilmen oder Videospieladaptionen ist.

SF-Radio: Du sagst, du wärst selbst ein großer Spieler. Welche Spiele spielst du?

The Rock: Ich bin ein großer Spieler! Das sag ich euch! Ich spiele "San Andreas", ich habe den ganzen Sommer "Doom 3" gespielt, während ich "Southland Tales" gedreht habe. Ich hatte das auf der X-Box in meinem Trailer. Ich gehe Online und spiele "Halo", weil ich gerne einfach Blödsinn rede. Es ist komisch, wenn ich das mache sagen die Mitspieler öfters: "Hör’ auf wie The Rock zu reden!", aber natürlich wissen die gar nicht, das ich das bin.

SF-Radio: Welche Elemente des Spiels wurden, deiner Meinung nach, besonders gut realisiert?

The Rock: Das Wichtigste ist der Look des Films. Er soll aussehen, wie in dem Spiel. Die Korridore sind sehr dunkel, merkwürdig und gruselig. Die Monster im Spiel sind sehr detailliert und sehen klasse aus, darum sollten sie nicht einfach nach CGI aussehen. Wir holten Stan Winston, der schon für "Predator" gearbeitet hat. Er ist der Beste in diesem Geschäft und schuf diese acht Fuß hohen Monster. Die waren toll, einfach unglaublich.
Was ein anderer wichtiger Faktor war, der das Spiel Doom so populär gemacht hat, war der kompromisslose Umgang mit brutaler Gewalt. Das wurde nicht lange gefackelt. Wenn du Monster in die Luft jagen willst, machst du das auch. Das machte Spaß und musste im Film genauso rüberkommen. Das läuft auf eine "ab 18" Altersfreigabe hinaus.
Ich möchte noch einmal darauf zurückkommen, dass dieser Film hohe körperliche Anforderungen stellte. Wir drehten vier Monate in der Tschechischen Republik, wir haben nie die Sonne gesehen, aber es erinnerte mich daran, wie viel Spaß Filme machen. Bei so einem Film wirst du auf den Mars geschickt, um Monster zu jagen und sie jagen dich, Das hat viel Spaß gemacht.

SF-Radio: In dem Film geht es viel um Teamwork. Wie war denn das Teamwork unter der Besetzung mit Karl Urban und den anderen?

The Rock: Teamwork, ja… Es ist ja eine Videospieladaption in der es um Marines geht. Wir wollten sicherstellen, dass das authentisch rüberkam. Wir haben uns wie Marines benommen, wie Marines geredet und wie Marines geantwortet. Wir hatten ein zweiwöchiges "Boot-Camp" mit einem früheren SAS-Offizier. Aus uns wurden zwar keine Soldaten, aber wir wurden so gut wie man als Schauspieler eben sein kann. Aber soweit es den Spaß betrifft, das Kind in mir hatte in der Rückschau eine Menge davon. Monster hochjagen ist klasse! Es hat Spaß gemacht, aber es war keine komische Rolle. In "Be cool" hatte ich eine komische Rolle, da konnte ich singen, tanzen und Spaß haben. Es war halt eine Komödie mit Vince Vaughn. Bei diesem Film ging ich jeden Tag aufs Set und es war dunkel, meine Leute starben, ich habe Monster gejagt und sie mich. Da gab es nicht viel haha. Man steht morgens um 5 Uhr auf, du siehst die Sonne nicht, die Leute werden launisch. Das war eher wie eine Reality-Show mit einem Haufen Leute im gleichen Haus. Karl war toll. Alle waren toll und ich habe mit allen gern gearbeitet, aber ich war froh, als wir abgedreht hatten.

SF-Radio: War es für als Schauspieler anders in einer Videospiel-Adaption zu spielen, oder war es wie in einem ganz gewöhnlichen Film?

The Rock: Es war ein ganz normaler Film. Allerdings bin ich ein Spieler und fand es cool. Außerdem machten wir einen Film, der dem Spiel gerecht wird. Er wurde nicht durch Altersfreigaben verwässert und es war egal, ob der Film 100 Millionen Dollar einspielt, oder 60 Millionen. Außerdem hatte ich noch nie im ScFi-Horrorgenre gespielt und ich verwandele mich in ein Monster und all diese supercoolen Sachen. Das fand ich gut. Aber der Prozess des Filmemachens ist der gleiche.

SF-Radio: Denkst du, dass Schauspieler durch die fortschreitende Digitalisierung irgendwann überflüssig werden?

The Rock: Ich werde immer gebraucht werden! (Lacht lauthals). Aber ich weiß schon, was du meinst. Es liegt eine Schönheit in unserer Technologie und wie fortgeschritten sie inzwischen ist und noch sein wird. Es ist wirklich aufregend. Ich denke, dass wir innerhalb der nächsten fünf Jahre einige großartige technologische Fortschritte in Filmen sehen werden. Auch in Bezug auf Videos und Internet wird es interessant. Aber mich kann man nicht ersetzen, nein.

SF-Radio: Du hast in Actionfilmen angefangen und in letzter Zeit in vielen anderen Filmen gespielt. Hast du ein bevorzugtes Genre?

The Rock: Mein Lieblingsgenre ist… ich würde sagen Komödien. Ich liebe Komödien. Ich liebe Actionfilme, versteht mich nicht falsch. Ich will aber nicht ausschließlich dabei bleiben. Das wird fürs Publikum langweilig und für mich auch. Das ist dann keine Herausforderung mehr. Ich will keinen dissen, der nur Actionfilme machen will. Es gibt viele Typen, die nur das machen wollen und das ist cool. Ich mag halt Komödien.

SF-Radio: Hast du Schauspielunterricht genommen?

The Rock: Oh ja! Jahrelang! Sogar für "Rückkehr der Mumie", bei dem ich keinen Dialog und nur eine sehr kleine Rolle hatte, habe ich das sehr ernst genommen. Ich habe mit einem sehr rennomierten Schauspiellehrer in LA gearbeitet. Er fragte mich dann: "Wer bist du in dem Drehbuch? Die Brendan Fraser-Rolle?" Ich antwortete: "Nein, ich bin der Typ am Anfang des Films, der keinen Text hat." (Lacht) Aber es war mir wichtig, dass meine Arbeit gut wird. Ich umgebe mich gern mit guten Schauspielern und Schauspiellehrern. Ich nehme immer noch Unterricht. Christopher Walken sagte mal zu mir, als wir bei "Welcome to the Jungle" zusammen arbeiteten, dass das tolle an der Schauspielerei ist, dass man nie aufhört zu lernen. Das ist gut und das werde ich nie vergessen. Das ist sehr inspirierend von einem Typen wie ihm, der schon ewig tolle Filme macht und großartige Performances geliefert hat.

SF-Radio: Wolltest du schon immer Schauspieler werden?

The Rock: Ja, das war es! Ich erinnere mich daran, als ich das erste Mal "Indiana Jones" gesehen habe als ich acht oder neun war, da wollte ich er sein. Aber ich bin nicht in Hollywood aufgewachsen, meine Eltern waren keine Schauspieler, ich war kein Kinderschauspieler, ich hatte kein Geld. Ich wusste nicht, wie ich da hinkommen sollte, es war ein Traum. Ich glaubte nicht, dass es möglich wäre. Als ich dann mit Wrestling anfing – ich habe zehn Jahre Football gespielt und sechseinhalb Jahre Wrestling gemacht – war ich wenigstens jede Woche im Fernsehen. Ich dachte, wenn es einen Weg gibt, wie ich von hier nach da komme, wäre das großartig.

SF-Radio: Wird das "The Rock" irgendwann aus deinem Namen verschwinden und du dich irgendwann nur noch Dwayne Johnson nennen?

The Rock: Es hat sich irgendwann so eingebürgert, dass mich alle Dwayne "The Rock" Johnson genannt haben. Ich denke, das wird irgendwann auf natürlichem Weg verschwinden.

SF-Radio: Du hast mit Wrestling angefangen, jetzt machst du Filme – der nächste logische Schritt wäre singen. Wie sieht es damit aus?

The Rock: Natürlich, da hast du recht. Vielleicht hast du mich ja in "Be cool" gehört. Ich würde ein Album machen, wenn ich mit einem Augenzwinkern machen könnte und die Texte von einigen meiner Lieblingsstücke ändern könnte. Aber ich könnte es nicht ernsthaft machen um zum Beispiel einen Grammy zu gewinnen. Nein, nein, nein. Mir passiert es allerdings oft, dass Leute mir vorsingen oder Drehbuchideen vorstellen wollen. Ich verstehe den Druck unter dem Sie sind. Mir werden oft CDs gegeben und ich denke dann: "Wann wurde ich zu P. Diddy?" Ich habe keinen Grammy gewonnen, ich habe kein Studio oder bin nicht Simon von "American Idol".

SF-Radio: Der Trend bei Videospielen oder Filmen geht zu Fortsetzungen. Was meinst du, will das Publikum lieber neue Inhalte?

The Rock: Natürlich stimme ich voll zu. Übrigens habe ich gerade für "Doom II" unterschrieben. (lacht) Ich mache nur Spaß. Ich glaube, dass wenn ein Film sehr erfolgreich und beliebt ist oder eine interessante oder kreative Verwicklung hat kann man schon eine Fortsetzung machen. Das ist nicht verkehrt, wie bei "Die Rückkehr der Mumie". Oder "Rocky II" war mein Lieblingsfilm aus dieser Reihe – "Rush Hour II", das war lustig. Aber manchmal soll nur ein schneller Dollar gemacht werden. Man kann dafür auch Niemandem einen Vorwurf machen. Aber wenn ein Film nur einen geringen Erfolg hatte, macht das keinen Sinn.

SF-Radio: Welche Filmprojekte hast du geplant?

The Rock: Ich habe einen Film gemacht, der "Gridiron Gang" heißt und einen, der euch bestimmt noch besser gefällt – beide sind gut, aber dieser gefällt Euch bestimmt besser. Er heißt \"Southland Tales\" und ist von dem Drehbuchschreiber und Regisseur von "Donnie Darko". Sein Name ist Richard Kelly und er ist sehr interessant. Ich glaube er wird der Tarantino unseres Jahrzehnts. Sarah Michelle Gellar spielt mit und Sean William Scott. Diese beiden Filme kommen nächstes Jahr heraus. Dann gibt es noch ein oder zwei andere Filme. Einer heißt "Spyhunter" von Stuart Beatty, der "Piraten der Karibik" und "Collateral" geschrieben hat. Ich habe das Script gerade erst bekommen und es ist oben in meinem Zimmer. Dann gibt es noch den Film "Daddys Girl" für Disney, auf den ich mich sehr freue. Diese zwei und alles läuft gut!

SF-Radio: Warum sollten sich deine deutschen Fans "Doom“ ansehen?

The Rock: Alles klar. "Doom" war in Deutschland auf dem Index, habe ich gerade erfahren. Also, wenn ihr Fans von "Doom" seid, werdet ihr diesen Film lieben, weil wir sehr nah am Videospiel geblieben sind. Wenn ihr SciFi-Horrorfilme mögt, werdet ihr "Doom" auch lieben. Und zum Schluss, wenn ihr "Big Daddy Rock" sehen wollt, wie er ´ne Riesenknarre nimmt und Monster wegpustet, viel Spaß dabei hat und zum Schluss selbst zum Monster wird werdet ihr den Film auch lieben. Es ist ein toller Popcorn Film und macht viel Spaß.