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James Bond 007: Casino Royale


Gestatten: Bond - James Bond


Hier eine Aufstellung aller Bonfilme mit ihren Hauptdarstellern. Man beachte die fantasievollen Rollennamen der Bondgirls:

Jahr

Titel (Deutsch/Original)

Bond

Gegner

Bondgirl

1954

Casino Royale (TV)

Barry Nelson

Peter Lorre (LeChiffre)

Valerie Mathis (Linda Christian)

1962

James Bond 007 jagt Dr. No (Dr. No)

Sean Connery

Joseph Wiseman (Dr. No)

Ursula Andress (Honey Rider)

1963

Liebesgrüße aus Moskau (From Russia With Love)

Sean Connery

Lotte Lenya (Rosa Klebb)

Daniela Bianchi (Tatjana Romanova)

1964

Goldfinger

Sean Connery

Gerd Fröbe (Auric Goldfinger)

Honor Blackman (Pussy Galore)

1965

Feuerball (Thunderball)

Sean Connery

Adolfo Celi (Emilio Largo)

Claudine Auger (Domino)

1966

Casino Royale

David Niven

Woody Allen (Jimmy Bond/Dr. Noah)

Ursula Andress (Vesper Lynd))

1967

Man lebt nur zweimal (You Only Live Twice)

Sean Connery

Donald Pleasance (Ernst Stavro Blofeld)

Mie Hama (Kissy Suzuki)

1968

Im Geheimdienst Ihrer Majestät (On Her Majesty´s Secret Service)

George Lazenby

Telly Savalas (Ernst Stavro Blofeld)

Diana Rigg (Tracy Vincenzo)

1971

Diamantenfieber (Diamonds Are Forever)

Sean Connery

Charles Gray (Ernst Stavro Blofeld)

Jill St. John (Tiffany Case)

1973

Leben und sterben lassen (Live And Let Die)

Roger Moore

Yaphet Kotto (Mr. Big/Kananga)

Jane Seymour (Solitaire)

1974

Der Mann mit dem goldenen Colt (The Man With The Golden Gun)

Roger Moore

Christopher Lee (Francisco Scaramanga)

Britt Ekland (Mary Goodnight)

1977

Der Spion, der mich liebte (The Spy Who Loved Me)

Roger Moore

Curd Jürgens (Karl Stromberg)

Barbara Bach (Anya Amasova)

1979

Moonraker-Streng geheim (Moonraker)

Roger Moore

Michael Lonsdale (Hugo Drax)

Lois Chiles (Holly Goodhead)

1981

In tödlicher Mission (For Your Eyes Only)

Roger Moore

Julian Glover (Aristotle Kristatos)

Carole Bouquet (Melina Havelock)

1983

Octopussy

Roger Moore

Louis Jourdan (Kamal Khan)

Maud Adams (Octopussy)

1983

Sag niemals nie (Never Say Never Again)

Sean Connery

Klaus Maria Brandauer (Maximilian Largo)

Kim Basinger (Domino)

1985

Im Angesicht des Todes (A View To A Kill)

Roger Moore

Christopher Walken (Max Zorin)

Grace Jones (May Day)

1987

Der Hauch des Todes (The Living Daylights)

Timothy Dalton

Jeroen Krabbé (Georgi Koskov)

Maryam d´Abo (Kara Milovy)

1988/89

Liznez zum Töten (Licence To Kill)

Timothy Dalton

Robert Davi (Franz Sanchez)

Carey Lovell (Pam Bouvier)

1995

GoldenEye

Pierce Brosnan

Sean Bean (Alec Trevelyan)

Izabella Scorupco (Natalya Simonova)

1997

Der Morgen stirbt nie (Tomorrow Never Dies)

Pierce Brosnan

Jonathan Pryce (Elliot Carver)

Michelle Yeoh (Wai Lin)

1999

Die Welt ist nicht genug (The World Is Not Enough)

Pierce Brosnan

Robert Carlyle (Victor 'Renard' Zokas)

Sophie Marceau (Elektra King)

2002

Stirb an einem anderen Tag (Die Another Day)

Pierce Brosnan

Toby Stephens (Gustav Graves)

Halle Berry (Jinx)

2006

Casino Royale

Daniel Craig

Mads Mikkelsen (Le Chiffre)

Eva Green (Vesper Lynd)



Von Casino Royale 1954 bis Casino Royale 2006  - Die Darsteller des James Bond

Sean Connery, Roger Moore, Pierce Brosnan – das sind die Namen der Bond-Darsteller, die den Filmfans ein Begriff sind. Bei Timothy Dalton und George Lazenby wird es schon etwas schwieriger. Dass der Agent 007 jedoch inzwischen von acht verschiedenen Schauspielern verkörpert wurde, wissen die wenigsten.
James Bond war immer ein Spiegel seiner Zeit. Wir möchten hier kurz die acht Bond-Schauspieler vorstellen, die uns seit Jahrzehnten viele spannende und ein paar weniger spannende Agentenstorys präsentierten.

Barry Nelson (*1920) – James Bond 1954
Der erste Schauspieler, der Bond jemals verkörpert hat, war nicht etwa Sean Connery, sondern Barry Nelson. In der amerikanischen Live-TV-Produktion "Casino Royale" kämpfte er 1954 gegen den Gangster LeChiffre (Peter Lorre). Da Bond hier auch gleich zum Amerikaner gemacht wurde hieß er mit Vornamen "Jimmy". Und Jimmy steckte viel Prügel ein. Überhaupt waren die Kampfszenen alles andere als spektkulär – und nicht nur die. Da die erste "Casino Royale"-Verfilmung berechtigterweise kaum Beachtung fand, wurden keine weiteren Bond-TV-Filme produziert und so geriet Mr. Nelsons Bond schnell in Vergessenheit.

Sean Connery (*1930) – James Bond 1962-1967, 1971 und 1983
Der weltweite Erfolg Bonds wurde uns beschert von Sean Connery. Der charmante Schotte war ein, den 60er Jahren entsprechender, absoluter Macho. Die Damen, meist im Bikini oder Minirock, waren nur äußerst hübsches Beiwerk. Wenn Bond mit seinen männlichen Kollegen was zu besprechen hatte, wurden die Mädels schon mal mit einem Klaps auf den Hintern weg geschickt. Stand Bond der Sinn nach "Romantik", reichte ein Blick und die Dame seiner Wahl lag willenlos in seinen Armen oder gleich woanders. Gehörte eine der Schönheiten zu den Bösewichten fackelte Bond auch nicht lange. Ohne zu zögern wurde sie als Schutzschild für Schläge oder gar Kugeln benutzt. Political Correctness war nicht so angesagt und von seiner Lizenz zum Töten machte 007 sehr oft Gebrauch
Connerys Bond hatte etwas animalisch Anziehendes, was die Damenwelt dahin schmelzen ließ. Frauen träumten davon mit ihm eine Nacht oder mehr zu verbringen und Männer träumten davon so zu sein wie er.
Sean Connery war die Idealbesetzung und ist für viele der einzig wahre Bond. Er war hart, entschlossen und kompromisslos.

David Niven (*1910) – James Bond 1966
Da die Rechte an "Casino Royale" noch bei einem anderen Produzenten lagen, als die der anderen Bondfilme, nutzte man die Bond-Mania um parallel zu den Connery Filmen einen weitern Film zu produzieren. David Niven spielte den Agenten im Ruhestand. Dort hätte man den ganzen Film lassen sollen. Dieser Bondfilm ist eine hahnebüchene Komödie, durch deren Handlung man kaum durchsteigt. Sehenswert ist das popige Sixties-Ambiente und die Besetzung. Neben Niven agierten bis in die kleinsten Nebenrollen große Stars, unter ihnen Orson Wells, Ursula Andress,  Woody Allen, Peter Sellers, Deborah Kerr, William Holden, Charles Boyer, John Huston, George Raft, Jean-Paul Belmondo und Daliah Lavi.

George Lazenby (*1939) – James Bond 1969
Connery wurde der Rummel um Bond schnell zu viel, so dass er (fürs erste) ausstieg. Sein Nachfolger wurde der Australier George Lazenby, der bis dahin gutes Geld als Model in der Werbung verdiente. Er sah blendend aus, war groß und von guter Statur und sah Connery sogar ein wenig ähnlich. Sein Bond wurde etwas menschlicher angelegt. Gleich in der ersten Szene, in der der man sein Gesicht sah, nachdem ihm nach einer Schlägerei das Bondgirl Tracy ausbüchste, sagte er "Das wäre dem anderen nicht passiert". Da wurde schon klar, dass dieser Bond in eine andere Richtung gehen wird. Zwar hatte Lazenbys Bond auch seine Betthäschen, aber geliebt hat er nur eine, die Comtessa Teresa ´Tracy` Vincenzo (Diana Rigg). Ja, Bond zeigte Gefühle. Er ging sogar so weit, dass er Teresa heiratete. Aber so konnte es nicht bleiben, deshalb erwischte Mrs. Bond am Ende des Films eine tödliche Maschinengewehrsalve.
Das Publikum nahm diesen neuen Bond nicht so gut an. Dazu kam noch, dass Lazenby mit dem schnellen Ruhm anscheinend nicht so gut klar kam und arrogant und überheblich wurde, was zu Differenzen mit den Produzenten führte. Aus den fünf geplanten Filmen wurde nichts und für den nächsten Film wurde noch einmal Connery für eine stattliche Summe zurück in den Geheimdienst beordert.

Roger Moore (*1927) – James Bond 1973-1985
Roger Moore und die 70er Jahre brachten einen großen Wandel in die Bondfilme. Moore selbst ist ein sehr humorvoller Mensch und ging seine Bond-Abenteur mit eben diesem Humor und einem Augenzwinkern an. Die Geheimwaffen, Autos und sonstigen kleinen Gadgets die Bond regelmäßig aus größter Not befreiten (wofür Connery früher noch seine Fäuste benutzte) wurden immer fantasievoller und fantastischer, genau wie die Storys. Das ging soweit, dass Bond im Zuge des Erfolgs der Star Wars Filme sogar ins Weltalll ging (Moonraker). Das wurde vielen Fans langsam zu viel und sie forderten, sich wieder auf die Agentenabenteuer zu konzentrieren und nicht auf Raumstationen und Space-Shuttles. Mit "In tödlicher Mission" kam Bond wieder auf den Boden der fiktiven Tatsachen zurück. Moores Verschmitztheit blieb und passte zum Zeitgeist der Kinozuschauer der 70er. Der Brite Moore verkörperte den Agenten Ihrer Majestät bis Mitte der 80er sieben mal. Dann wurde es langsam Zeit Platz für einen Jüngeren zu machen, denn man sah Moore seine 57 Jahre inzwischen an und er musste öfter gedoubled werden als es sein sollte. Einen Luxuskörper wie Connery hatte Moore eh nie und inzwischen tat er bei den obligatorischen Bettszenen auch gut dran, die Bettdecke etwas höher zu ziehen.

Timothy Dalton (*1946) – James Bond 1987-1989
Mit dem Waliser Timothy Dalton kam frischer Wind in die Bondfilme. Er wollte seine eigene Interpretation der Rolle einbringen und sich mehr an den Romanen Flemings orientieren. Er verkörperte einen realistischeren Bond. Nach einer Schlägerei sah man es ihm an, wenn er was abbekommen hatte. Während Moore nach einem Kampf in der Regel nur seine Krawatte zurechtrücken musste, waren bei Dalton auch der Anzug dreckig und die Frisur hin. Auch Späßchen und Gags gab es nicht mehr. Seine beiden Bondfilme waren hart und brutal und die Frauengeschichten hielten sich im AIDS-Zeitalter sehr in Grenzen. Dalton hatte auch nicht mehr mit größenwahnsinnigen Möchtegern-Weltbeherrschern zu tun, sonder kämpfte gegen Waffenschieber und Drogenhändler.
Ursprünglich waren noch mehr Filme mit Dalton geplant, aber Rechtsstreitigkeiten um die Zukunft der Bondfilme führten immer wieder zu Verzögerungen, so dass Dalton seine Lizenz zum Töten weiter reichte.

Pierce Brosnan (*1953) – James Bond 1995-2002
Bereits 1986 wurde der Ire Brosnan als Nachfolger für Roger Moore ins Auge gefasst. Wegen vertraglicher Bindungen an die TV-Serie "Remington Steele" konnte er die Rolle aber nicht annehmen, so dass sie an Dalton ging. Nach Daltons Ausstieg kam die neue Chance, die Brosnan mit beiden Händen ergriff.
Brosnans Bond brachte erneut einen Wandel. Inzwischen hatten wir die 90er. Macho-Gehabe war nicht mehr angesagt. M, Bonds Chef, war nun eine Frau, die ihren Top-Agenten als "sexistischen, frauenfeindlichen Dinosaurier"  und "Relikt des Kalten Kriegs" bezeichnete. Während die bisherigen Miss Moneypennys Bond von ihrem Schreibtisch aus anschmachteten, hatte die neue kein Interesse an sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Ja Mr. Bond, in den 90ern wehte ein anderer Wind, als in den 60ern. Brosnans Bond lag irgendwo zwischen Connery und Moore. Er konnte hart zur Sache gehen, aber es gab auch durchaus humorvolle Momente und ein reichhaltiges Arsenal ausgefuchster Waffen und Hilfsmittel aus Q´s Abteilung. Amourösen Abenteuern ging Brosnan zwar mehr nach als Dalton, aber bei weitem nicht so ausgiebig wie Connery oder Moore. Frauen hatten erstmalig wirklich gleichrangige Rollen neben unserem Helden, allen voran die chinesische Agentin Wai Lin (Michelle Yeoh) in "Der Morgen stirbt nie" und Jinx (Halle Berry) in "Stirb an einem anderen Tag".
Der zwanzigste Bond Film der EON-Productions "Stirb an einem anderen Tag" zum 40 jährigen Kinofilm-Jubiläum spielte zwar viel Geld ein, aber das junge Publikum blieb aus.
Nach langem hin und her wurde entschieden dass ein neues Konzept und eine neuer, jüngerer Darsteller her musste. Nach vier Filmen war das das Aus für den, bei den Bond Fans sehr beliebten, Pierce Brosnan.

Daniel Craig (*1968) – James Bond seit 2006
Nach langer Suche entschieden sich die Produzenten für den talentierten Briten Daniel Craig, der nicht nur außergewöhnliches schauspielerisches Talent mit sich bringt, sondern auch einen Bond-würdigen Körperbau hat. Ob er nun wirklich hübsch ist liegt im Auge des Betrachters, oder besser der Betrachterin. Auf jeden Fall hat sein kantiges, äußerst maskulines Äußeres wieder mehr vom Ur-Bond Connery, als alle anderen Bonddarsteller. Seine Darstellung des Geheimagenten liegt, genau wie bei Timothy Dalton, dichter an Ian Flemings Originalvorlage.
Jedoch war kein Bonddarsteller im Vorfeld so umstritten wie Craig. Einige Publikationen machten es sich zu Aufgabe den Neuen zu zerreißen, wo sie nur konnten. Wer Craig jedoch z.B. in "Layer Cake" gesehen hat wird, ebenso wie wir, das Vertrauen haben, dass er Bond erfolgreich in die Zukunft führen wird. Die dritte Verfilmung von "Casino Royale" ist keine Fortführung der bisherigen Filme, sondern ein Neuanfang und Craig wird Bond Persönlichkeit und Tiefe geben, die die ganze Serie wieder in die "wahre Welt" zurückholt.

von Tschiponnique Skupin