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"Aber was soll es denn sonst sein, Mulder? Ein Mensch, der fast neunzig Jahre alt ist und immer noch Leute umbringt, die viel stärker als er sind?"
"Ja, warum denn nicht? Vielleicht hat dort in New Mexiko jemand den Jungbrunnen entdeckt. Wäre doch immerhin möglich! Auf jeden Fall habe ich hier zwei Tickets nach Santa Fee. Wir fliegen in drei Stunden."
"Oh, Mulder! Warum New Mexiko? Und das im Sommer!"
Mulder grinste sie an und sie verließen das Büro, um zu packen.
Nach ihrem Langen Flug von Washington, DC, über Cincinnati, St. Louis und Wichita nach Santa Fee mieteten sich Scully und Mulder einen Ford und fuhren über Albuquerque nach Clovis. Dort angekommen setzten sie sich mit dem FBI-Fieldoffice in Verbindung und erfuhren so den genauen Ort, an dem der Mord an der Joggerin, Carol Messing war ihr Name, verübt wurde. Das Blut klebte immer noch an den Bäumen und am Boden. Man konnte genau sehen, wo die Leiche gelegen hatte. Mulder und Scully suchten die gesamte Lichtung nach irgendwelchen Spuren ab.
"Scully! Sehen Sie sich das an!" Mulder stand am äußersten Rand der Lichtung und deutete auf einen riesigen Abdruck in der Erde.
"Was kann so etwas hinterlassen, Scully?"
"Keine Ahnung, Mulder. Auf jeden Fall ist es kein Bär. Die Tatzen von Bären sind viel kleiner. Diese hier haben ja einen dreiviertel Meter Durchmesser."
"Scully, vielleicht sollten Sie sich mal das Opfer ansehen, während ich mich hier umschaue."
"Einverstanden. Ich nehme den Wagen und hole Sie hier in zwei Stunden wieder ab."
"In Ordnung. Bis dann." Während Mulder diese Worte aussprach, war er schon einige Meter in den Wald vorgedrungen. Er war sich nicht sicher, ob Scully seine Worte überhaupt noch gehört hatte. Er verfolgte die Spuren, die er im Boden entdeckt hatte. Nach ungefähr einer Meile stieß er auf eine Schlucht. Die Spur endete hier.
Scully hatte den Wagen genommen und war zum Gebäude des Gerichtsmediziners gefahren. Es war ein Betonblock. Gebaut in den Fünfzigern, als es nicht darauf ankam, ob die Häuser nun schön oder nicht waren. Aber zu einem heutigen Zeitpunkt waren sie häßlich. Die ganze Stadt bestand aus diesen Betonklötzen. Sie öffnete die Tür und gelangte in eine Schalterhalle. Am Empfang wurde sie von einer untersetzten, aber sehr freundlichen Frau Mitte Fünfzig begrüßt. Sie trug ein Sommerkleid, das vielleicht mal vor vier Jahren gepasst hatte, das jetzt aber aus allen Nähten zu platzen drohte.
Scully wies sich aus und fragte nach dem Gerichtsmediziner, der für den Fall zuständig war. Der Weg wurde ihr beschrieben und sie fand sein Büro sofort. Diese Leichenschauhäuser waren ihr immer noch fremd. Obwohl Scully oft in Leichenschauhäusern war und dort auch arbeitete, würde sie sich nie an diesen sterilen Geruch gewöhnen können. Scully klopfte an die Bürotür von Dr. Harry Winterberg an und wurde aufgefordert einzutreten. Dr. Winterberg war ein schlanker Mann. Er war Ende dreissig und gutaussehend. Unter seinem weißen Laborkittel trug er beige Shorts und ein hellblaues Polohemd. Alles in allem sah er wie ein verrückter Professor aus einem Horrorfilm aus. Diese Eindruck wurde noch durch seine Brille verstärkt. Sie hatte ein dickes Horngestell und sehr dicke Gläser, so dass es aussah, als hätte Dr. Winterberg hervortretende Augen.
"Agent Scully nehme ich an." Seine Stimme klang sehr tief. Ganz anders als man es von so einem kleinen, unscheinbaren Mann erwarten würde.
"Ja, das ist richtig. FBI." Scully zeigte Winterberg ihren Ausweis, den der Mann allerdings nicht beachtete.
"Sie kommen wegen der Leiche aus dem "Metzger"-Fall?"
"Der "Metzger"-Fall?"
"Ja. Die Waldleiche. Wir nennen es den "Metzger"-Fall, weil der Täter sein Opfer so zerfleischt, wie ein Metzger."
"Entschuldigen Sie, aber es war kein Mensch. Wir, mein Partner und ich, haben am Tatort Fußspuren gefunden. Große Fußspuren. Sie waren einen dreiviertel Meter breit!"
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