Fan Fiction


:: Home
:: Autoren-Index


:: Alias (1)
:: Andromeda (1)
:: Babylon 5 (3)
:: Buffy (3)
:: Crossover (4)
:: Farscape (3)
:: Mission Erde (1)
:: SF & Phantastisches (5)
:: Star Trek (49)
:: Stargate SG-1 (20)
:: The X-Files (2)


The X-Files


"John Doe"

von Sam23


 « :: Kommentare :: » 

Wie in Zeitlupe sprangen die grün leuchtenden Ziffern der Uhr um. 3.00 Uhr. Dana Scully starrte auf die Zahlen und zog die Bettdecke enger um ihren zitternden Körper. 3.00 Uhr und sie hatte immer noch keinen Schlaf gefunden. Wieder einmal nicht. Seit Wochen hatte sie nicht eine Nacht durchgeschlafen. Dabei war sie müde, so müde, wie noch niemals zuvor in ihrem Leben. Am Anfang hatte sie gegen die Kälte und die Schlaflosigkeit gekämpft, doch mittlerweile hatte sie es aufgegeben. Warme Milch, zusätzliche Decken, Schlaftabletten - nichts hatte etwas gebracht. Und Dana wusste auch warum. Die Kälte umgab nicht ihren Körper, sie umgab ihre Seele.
Dana drehte sich seufzend um und schloss die Augen. 3.00 Uhr, vor halb fünf würde sie sicher keinen Schlaf finden. Sie konnte schon Assistent Director Skinner vor sich sehen, wie er sie ansehen würde, die dunklen Ringe unter ihren Augen mustern und besorgt die Stirn runzeln würde. Er würde nichts sagen, dass tat er schon seit langem nicht mehr, aber Dana war es unangenehm, dass er sich um sie sorgte. Sie würde das schon in den Griff bekommen.
Doch noch während dieser Gedanke durch ihren Kopf trieb, wusste sie, dass sie sich etwas vormachte. Nichts würde sie in den Griff bekommen, nicht solange sie sich so schrecklich einsam und verlassen fühlte. Sie versuchte, ihre Gedanken in eine andere Richtung zu lenken, doch es war bereits zu spät. Sie sah sein Gesicht vor sich. Wie er sie anlächelte. Ihr sagte, dass er bald wieder zurück sein würde. Das sie sich keine Sorgen zu machen bräuchte. Das er schon aufpassen würde.
Das war nun fast schon drei Monate her, drei Monate, die für Dana die schrecklichsten ihres Lebens gewesen waren. Der Schlafentzug und das ewige Kältegefühl waren schlimm, doch noch schlimmer war es, morgens ins Büro zu kommen. Alles an diesem Büro erinnerte sie an den Verlust, den sie erlitten hatte.
Mulder hatte ihr einst erzählt, dass er kaum geschlafen hatte, als sie entführt worden war. Er war nächtelang auf gewesen, hatte die Sonne unter und wieder aufgehen sehen. Jetzt hatten sie die Rollen getauscht. Danas Magen krampfte sich zusammen und sie versuchte die Tränen zurückzuhalten, die ihr in die Augen schossen. Gott, sie vermisste ihn so. Mit jedem Tag mehr. Den Gedanken, dass sie ihn nie wiedersehen sollte, ertrug sie kaum. Schluchzend zog Dana die Decke über ihr Gesicht. Diese Nächte würden niemals enden...
Es war dunkel. Die Welt war kalt und dunkel. Vorsichtig schlug er die Augen auf. Sein Kopf dröhnte und sandte Wellen der Pein durch seinen Körper. Alles um ihn herum drehte sich und stöhnend zwang er seine Lider sich wieder zu senken. Langsam, ganz langsam, spürte er nach quälenden Minuten eine Veränderung. Seine Sinne kehrten langsam zurück. Er spürte feuchten Waldboden unter seinen Händen und die Luft roch nach Harz und Moos. Er wusste nicht, wie lange er so dagelegen hatte, als er ein weiteres Mal seine Augen öffnete.
Über ihm rauschten die Wipfel der Bäume, und er konnte nur ab und an zwischen den Ästen einen Blick auf den Sternenhimmel über sich erhaschen. Es ist Nacht, dachte er und zuckte zusammen, als er zum ersten Mal seine eigene innere Stimme hörte. Es war, als sei das der erste Gedanke, den er jemals gehabt hatte. Es ist Nacht und ich bin im Wald. Langsam setzte er sich auf. Um seinen Hals hing eine goldene Kette mit einem Kreuz, das er kurz berührte. Jetzt gab es nur noch eine Frage, auf die er eine Antwort haben wollte. Wer war er?
"Guten Morgen, Agent Scully!" Dana runzelte die Stirn und brummelte eine Begrüßung zurück. Agent Fawkes war morgens unausstehlich - immer gut gelaunt und einen Witz auf den Lippen. Unter normalen Umständen hätte Dana den jungen, enthusiastischen Mann mit den blonden Haaren vielleicht gemocht, aber die Umstände waren nicht normal.
"Direktor Skinner will uns sehen, ich hoffe er hat einen neuen Fall für uns", plapperte Fawkes, während er sich einen Kaffee einschenkte und auf dem Stuhl Platz nahm, auf dem normalerweise Dana gesessen hatte. Er wagte es nie, sich auf die andere Seite des Schreibtisches zu setzen und Dana war ihm dankbar dafür. Sie wollte gerade etwas erwidern, als das Telefon klingelte.

 « Seite 1 »