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Voyager


"Meutereien"

von Andreas Kohn

1


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Captain Kathryn Janeway blickte auf den öden Mond, der sich auf dem Bildschirm der Voyager in all seiner Hässlichkeit präsentierte. Nach Fähnrich Kims Angaben gab es auf diesem großen Steinhaufen aber eine atembare Atmosphäre, annehmbare Temperaturen, und es gab Dilithium, und das war das Entscheidende. Die Energieversorgung der Voyager war ein ständiges Problem hier, weit weg von jeder Versorgungsbasis, aber mit den Kristallen, die man dort unten finden können sollte, wäre sie wieder eine Weile sichergestellt.
Janeway sah sich auf der Brücke um. Seit der Fürsorger sie hierher in den Delta-Quadranten verschlagen hatte, hatten sich die beiden Mannschaften gut eingespielt. Obwohl der Maquis-Teil immer noch gelegentliche Probleme hatte, sich den Starfleet-Ordnungen zu unterwerfen, und es manchmal kleine Streitereien gab, waren ihre schlimmsten Befürchtungen ausgeblieben. Sie sah zu Chakotay hinüber, der mit Tuvok einige Messungen überprüfte. Ja, dass die Zusammenführung zweier so unterschiedlicher Mannschaften so reibungslos gelungen war, verdankte sie zu einem großen Teil ihrem Ersten Offizier. Sie beobachtete ihn, wie er ruhig mit Tuvok diskutierte. Sogar mit ihrem vulkanischen Sicherheitsoffizier, den sie Chakotay doch als Spion zugespielt hatte, kam er jetzt ohne Probleme zurecht und trug ihm – und ihr – nichts nach.
Tom Paris, der Pilot der Voyager, überprüfte den Orbit und korrigierte ihn. Janeway wandte sich zu Harry Kim um. Er führte laufend Messungen durch und gab die Ergebnisse an den Maschinenraum weiter. Der junge Fähnrich hatte sich in den letzten Wochen gut entwickelt und ging nun mit sehr viel mehr Mut und Selbstbewusstsein an seine Aufgaben als der schüchterne, ein wenig naive Neuling, den sie an Bord genommen hatte.
B'Elanna Torres’ Stimme klang leise und undeutlich aus dem Lautsprecher seiner Station. Sie hatte einen der Hilfsantriebe umgebaut, so dass das Dilithium dort raffiniert werden konnte und nahm die Feinabstimmung jetzt anhand von Kims Messungen vor. Obwohl Janeway gerade bei ihr größte Befürchtungen gehegt hatte, hatte auch die Klingonin sich gut in die Mannschaft eingefügt und war nun allgemein geachtet.
"Mr. Kim, Bericht."
"Sieht gut aus, Captain. Die Werte, die unsere Sensoren auffangen, deuten auf eine ziemlich reiche Ader hin, die außerdem von guter Qualität zu sein scheint. Wenn unsere Berechnungen stimmen, können wir daraus eine gute Ausbeute erzielen." Kim wirkte zufrieden. Nun, wenn Kim und B’Elanna zufrieden waren, konnte sie wohl auch nicht mehr verlangen.
"Gut, Mr. Kim. Ich werde mir das selber ansehen. Tuvok, Sie begleiten mich!"
Gerade als Janeway und Tuvok die Brücke verlassen wollten, öffnete sich die Tür zum Turbolift, und Neelix stürmte heraus.
"Bitte, Captain, ich möchte gern mitkommen, wenn Sie den Mond untersuchen", bat der Talaxianer. "Meine letzte Suche nach Dilithium ist, wie Sie wissen, etwas… ähm, gestört worden."
Janeway musterte den kleinen Talaxianer. "Und sie haben keine Angst, Ihnen könnte wieder so etwas wie mit den Vidiianern passieren?"
"Wie groß ist wohl die Chance, dass einem so etwas zweimal hintereinander passiert?" fragte Neelix schalkhaft.
Der Captain lächelte. Das Argument war wohl nicht sehr stichhaltig, aber sie hatte nicht die Absicht, Neelix’ Bitte abzuschlagen. "Nun denn, Mr. Neelix, wenn Sie fertig sind. Wir brechen gerade auf."
Neelix strahlte. "Allzeit bereit!" rief er aufgeregt, salutierte flott und lief vor Tuvok und Janeway in den Turbolift. Janeway fragte sich, bei wem er wohl diesen Spruch aufgeschnappt hatte.
"Captain!"
Kims Ruf ließ Janeway auf der Schwelle des Lifts verharren. Er stand über die Anzeigen seiner Monitore gebeugt und runzelte über irgendetwas die Stirn.

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