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Voyager


"Eishölle"

von Jana


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Sie hatte nicht geglaubt, daß es ihr so schwer fallen würde, ohne jemanden zu leben. Es sollte doch ohne weiteres möglich sein, auf solche verwerflichen Dinge wie ... - sprich es ruhig aus, Kathryn - ... Sex zu verzichten. Verwerflich? Was war an körperlicher Liebe auszusetzten, wenn beide es wollten? Natürlich nichts, sie war nur von sich enttäuscht, daß sie ihre Triebe nicht genügend unterdrücken konnte. Er machte es ihr allerdings manchmal auch schwer, denn von Zeit zu Zeit bekam sie den Eindruck, daß er sie mit seinen Blicken förmlich auszog. Trotzdem hätte sie von sich erwartet, daß sie standhalten konnte, doch meistens flüchtete sie sich in solchen Momenten in ihren Bereitschaftsraum. Leider folgte er ihr in der Regel und das machte die Versuchung nur noch größer, denn dann waren sie allein.
Der Schnee unter ihren Füßen knirschte seltsam und dann gab der Boden unter ihr nach. Sie konnte nicht entscheiden, wodurch der Schock ausgelöst wurde, durch das Einbrechen oder durch das eiskalte Wasser. Fest stand nur Eins, wenn Chakotay nicht sofort reagiert hätte, wäre sie unwiderbringlich gesunken. Er zog sie wieder an die Oberfläche und zerrte sie auf das Eis. Sie hustete und spuckte das Wasser wieder aus, was sie vor Schreck geschluckt hatte.
"Kathryn? Können Sie mich hören? Wie geht es Ihnen?"
"Mir ...", sie zitterte am ganzen Körper, "Mir ist schrecklich kalt."
"Warten Sie", er tastete nach einem kleinen Schalter an ihrer Schutzkleidung, "Gleich wird Ihnen etwas wärmer."
Die Sternenflotte denkt wirklich an alles, schoß es ihm durch den Kopf, sogar an heizbare Winterkleidung.
"Danke", bibberte sie hervor und schloß die Augen. Sie wurde tatsächlich etwas aufgewärmt, aber die Kleidung blieb dennoch etwas klamm.
"Hey Kathryn! Nicht einschlafen! Sie dürfen nicht einschlafen!", er rüttelte sie vorsichtig.
"Nur ein bißchen ausruhen, Chakotay."
"Nein. Sie müssen sich bewegen, sonst erfrieren Sie."
"Ich kann mich nicht bewegen, ich bin ganz steif vor Kälte."
Es war schlimm sie so zu sehen. Ihr Gesicht war ganz blaß, ihre Lippen hatten einen lilanen Farbton angenommen und ihre Augenbrauen waren vereist.
Sie hätte sofort medizinische Versorgung benötigt, doch die konnte er ihr nicht geben. Er hätte ihr ein Aufpuschmittel geben können, aber das hätte ihr das Gefühl verschafft, daß es ihr gut geht, obwohl sie in Wirklichkeit langsam erfroren wäre.
"Kommen Sie Kathryn, Sie müssen sich bewegen, um wieder warm zu werden."
"Ich kann nicht mehr, Chakotay. Lassen Sie mich hier", sie öffnete die Augen halb, "Ohne mich haben Sie größere Chancen durchzukommen."
Er starrte sie entsetzt an, was hatte sie gerade von ihm verlangt?
"Ich werde Sie hier nicht zurücklassen! Wenn Sie nicht gehen können, ...", er packte sie kurzerhand und hob sie an, "... werde ich Sie eben tragen."
Zuerst entsetzt über den engen Körperkontakt zu ihm, sträubte sie sich dagegen. Dann spürte sie seine Berührungen, seine Hand ganz nah an ihrer Brust, seine Wärme. Oh, sie wünschte sich so sehr, daß es mehr wäre. Diese Gefühle in ihr ließen ihr Blut wieder schneller zirkulieren und sie spürte wie die Kälte aus ihren Gliedern wich.
"Chakotay, Sie können mich nicht den Rest des Weges tragen!"
"Wenn Sie etwas leichter wären, würde ich es sicherlich schaffen", er hatte seine Atemmaske abgenommen, weswegen sie sein breites Lächeln sehen konnte.
Sie boxte ihm zärtlich in den Oberarm und lächelte ebenfalls, "Hey, wie reden Sie über ihren Captain?!"
Er setzte sie vorsichtig ab, beide vergaßen einen Augenblick, wo sie sich befanden und lachten herzhaft. Und als sie verstummten, gab es einen dieser Momente, wo sie nicht Captain und 1.Offizier waren. Gefangen vom Blick des anderen standen sie sich einfach gegenüber, ihre Hände auf seiner Brust, seine Hände auf ihren Hüften.
"Kathryn", hauchte er und näherte sich ihren Lippen. Doch noch bevor er beenden konnte, was er begonnen hatte, löste sie sich von ihm. Verlegen schaute sie zu Boden, "Wir sollten weitergehen, es wird schon dunkel."

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