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Die Luft stach in ihren Lungen. Ihr war als atmete sie Eis. Trotz der dicken Winterkleidung fror sie. Der Schneesturm war so dicht, daß man kaum einen Meter weit sehen konnte. Jeder Schritt fiel ihr schwer und kostete Kraft, denn der Schnee lag kniehoch.
"Wie weit sind wir noch entfernt, Chakotay?"
Ihr 1. Offizier öffnete so schnell es ihm möglich war den Trikorder, "Noch zehn Kilometer."
Gott, sie würden eine Ewigkeit zum Leuchtfeuer der Voyager benötigen bei diesen Bedingungen.
"Sind Sie sicher, daß wir uns nicht verlaufen haben?", brüllte sie durch das Heulen des Sturmes.
"Wir Indianer können Spuren lesen, Captain."
Sie konnte nichts erkennen, aber sie war sich sicher, daß er lächelte.
"Welche Spuren? Die sind doch nach einer Minute bereits zugeschneit." Sie lachte ebenfalls.
Natürlich gab es überhaupt keine Spuren, das lag daran, daß sie wahrscheinlich die einzigen Lebewesen auf diesem gottverlassenen Planeten waren. Hier hätte sie nicht gerne ihren Urlaub verbracht.
Sie waren auch nicht freiwillig auf diesem Eisklumpen gelandet. Ein Ionensturm hatte sie zur Landung gezwungen. Dieselben Ionenstürme waren es auch, die ein Hochbeamen auf die Voyager verhinderten. Nur in der Nähe des Leuchtfeuers bestand eine Hoffnung auf Rettung. Auch ohne die Ionenstürme hätte die Voyager einige Zeit für ihre Rettung benötigt. Im Shuttle hätten sie nicht bleiben können, sie wären innerhalb weniger Stunden eingeschneit worden und niemand hätte sie je finden können. Also hatten sie sich auf den Weg zum Leuchtfeuer gemacht. Damit sie sich im Sturm nicht verlieren konnten, hatten sie sich mit einer zwei Meter langen Leine aneinandergebunden. Anfangs hing die Leine immer durch, doch in letzter Zeit wurde sie straffer, da sie nicht mehr mit Chakotay's Tempo mithalten konnte.
Er spürte den Widerstand und hielt an, bis sie aufgeholt hatte. Sie legte ihm eine Hand auf die Schulter und signalisierte ihm so, einen Augenblick zu warten. Sie wollte zu Atem kommen und holte tief Luft. Ein Fehler, wie sie gleich darauf feststellte, denn ihr Brustkorb schmerzte aufgrund der kalten, feuchten Luft. Er bemerkte ihre Probleme, "Sollen wir eine Pause machen?"
"Nein, nein. Es wird schon gehen", beteuerte sie.
Alles, was ich jetzt brauche, bist du und eine Wanne voll mit heißem Wasser.
"Vielleicht sollten Sie dann voran gehen, damit Sie die Geschwindigkeit selbst bestimmen können."
Sie sah ihm ins Gesicht. Er war immer so fürsorglich und um ihr Wohl besorgt. Zeitweise hatte sie das als selbstverständlich empfunden, doch nun war ihr wieder bewußt, daß dies etwas Besonderes war. Niemanden an Bord der Voyager umsorgte er so wie sie. Sie hatte eine ganz besondere Stellung in seinem Leben, seit New Earth wußte sie das. Und sie wußte auch, daß er mehr sein wollte als nur ein guter Freund. Doch sie konnte nicht zulassen, daß ihre Entscheidungsfähigkeit durch die Beziehung zu ihm beeinträchtigt wurde. Außerdem sah es die Sternenflotte ohnehin nicht gerne, wenn der Captain eines Raumschiffes eine intime Beziehung zu einem seiner Untergebenen hatte. Doch momentan sah es so aus, als ob die Voyager ein Generationenschiff war. Konnte die Sternenflotte ernsthaft von ihr verlangen, daß sie ihr Leben lang allein blieb? Sie verlor sich in ihren Gedanken und hatte seinen Vorschlag schon fast vergessen, als er sich besorgt an sie wand, "Kathryn? Alles in Ordnung?"
"Ja", meinte sie und klopfte ihm auf die Schulter zum Zeichen, daß es weitergehen konnte, "Ich gehe vor."
Entschlossen, das nächste Abendessen auf der Voyager einzunehmen, stapfte sie weiter. Wieder schweiften ihre Gedanken zu dem geheimnisvollen Mann hinter sich. Was war es an ihm, daß ihn so unwiderstehlich machte? Bestimmt hatte es etwas mit seiner Abstammung und der damit verbundenen Zeichnung auf seiner Stirn zu tun. Wie oft hatte sie sich gewünscht, die Symbole mit ihren Fingerspitzen nachzuzeichnen und ihn dort zärtlich zu küssen? Unzählige Male, doch nie waren ihre Träume in Erfüllung gegangen. Sie selbst war es, die zwischen ihnen stand. Aber in letzter Zeit fand sie immer weniger Gründe, an die sie selbst glauben konnte. Seit sie von Mark erfahren hatte, daß...
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