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Voyager


"6 Jahre, 3 Monate, 28 Tage"

von Stefanie Schmock


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Das war auch der Tag, an dem ich sie das letzte Mal sah... Wir gingen gemeinsam einen Gang auf der Mc Kinley Station entlang. Dann kamen wir an eine schicksalhafte Verzweigung. Ich wendete mich zu Kathryn und schaute in ihre blau grauen Augen.
"Nun trennen sich unsere Wege, Commander."
Commander - auch wenn sie dieses Wort mit einer ungewöhnlichen Wärme in ihrer Stimme sagte, klangen sie kalt und abweisend. Sie sprach mich mit meinen Rang an... Das war immer ihr Mittel gewesen, um die Distanz zwischen uns zu bewahren. Sie tat es immer in den Momenten, in denen wir kurz davor waren, die Linie zu überqueren, ab der Sternenflottenprokolle und Pflichtbewustsein an Bedeutung verloren.
"Ja" war alles, was ich zu ihr sagen konnte. Ich wusste, was nun kommen würde, versuchte mich verzweifelt dagegen zu wehren, doch ich hatte keinen Erfolg. Sie ging weg. Nur eine kurze flüchtige Umarmung, ein Versprechen, dass wir uns bald wiedersehen würden und dann ging sie ihres Weges. In meinen Innersten schrie es "Nein, geh nicht! Bleib' an meiner Seite.", doch äußerlich stand ich nur da und starrte die geschlossene Tür an, durch welche sie zuvor gegangen war.
Und so endet es... seitdem habe ich sie nicht mehr wiedergesehen. Ihre Arbeit scheint viel ihrer Zeit in Anspruch zu nehmen - eine Sternenflottenkonferenz nach der anderen. Noch immer lassen sie die Medien nicht in Ruhe - "Captain Kathryn Janeway - die Frau, welche die Borg herausforderte" oder "Der waghalsigste Captain, den die Sternenflotte je hatte"...
Warum habe ich meine allerletzte Chance nicht genutzt, um ihr zu sagen, wieviel sie mir bedeutete. Das Sternenflottenprotokoll stand nicht mehr zwischen uns. Ich war zu diesen Zeitpunkt nicht mehr ihr Erster Offizier. Und doch - ich habe es nicht gewagt. Vielleicht war es mittlerweile zu einer Gewohnheit für mich geworden, meine Gefühle für diese Frau zu unterdrücken.... vielleicht.
Ich ging weiter durch den schwach beleuchteten Gang in Richtung Turbolift. "Deck 1."
Das leise Summen signalisierte mir, das sich der Lift in Bewegung gesetzt hatte. Und nun stellte ich mir die Frage, über die ich die ganze Zeit nicht hatte nachdenken wollen. - Was machte ich eigentlich hier? - War es tatsächlich die Erinnerung an mein Leben auf der Voyager, die gemeinsame Zeit mit ihr, welche ich hier zu finden glaubte?
Noch bevor ich zu einer Antwort kam, öffnete sich die Tür des Turbolifts und eine unbeleuchtete Brücke mit Blick auf das Raumdock der Mc Kinley Station erstreckte sich vor mir. Ich war nicht der Einzige, der den Weg hierher gefunden hatte, einen Tag vor der endgültigen Verschrottung der Voyager... Sie stand auch auf der Brücke und schaute ins Leere. Ich bewegte mich langsam in ihre Richtung. Meine Schritte hallten durch den Raum, bis ich zum Stillstand kam, direkt neben ihr. Sie stand einfach nur da, keine Bewegung, keine Reaktion, nur dieser seltsame Blick ins Leere...

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