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Rückblick
Sternzeit 47570,3
"An die gesamte Besatzung - hier spricht der Captain.
Ich habe die traurige Pflicht Ihnen mitzuteilen, dass ein Mitglied der Mannschaft, Fähnrich Sito Jaxa, in Ausübung ihrer dienstlichen Tätigkeit umgekommen ist.
Sie war ein vorbildlicher Offizier der Sternenflotte und eine junge Frau mit bemerkenswerter Courage und bewundernswerter Charakterstärke.
Ihr Tod wird alle, die sie kannten mit tiefem Schmerz erfüllen.
Picard - Ende."
Ein Tag später
"Sternzeit 47571,8 - USS Enterprise, persönliches Logbuch - Fähnrich, nein Lieutenant Sam Lavelle.
Wer hätte das gedacht? Ich wurde tatsächlich zum Lieutenant befördert. Nicht, dass ich es nicht verdient hätte. Nein, meine Leistungen waren immer überdurchschnittlich, ebenso mein Engagement. Aber mein Führungsoffizier, Commander Riker, gab mir immer das Gefühl...wie soll ich es formulieren... unzulänglich zu sein.
Ja, das trifft es ziemlich genau.
Gefühle solcher Art schließen naturgemäß jegliche Objektivität aus. Meine Freunde (und Mitbewerber um die Beförderung zum Lieutenant) meinten jedenfalls, dass ich es mir nur einbilden würde.
Nun ja, immerhin hat Riker mich für die Beförderung vorgeschlagen, obwohl ich bezweifle, dass er das auch getan hätte, wenn Fähnrich Sito Jaxa nicht bei einem Spezialauftrag umgekommen wäre. Sie war der Top-Favorit für die Beförderung.
Und jetzt ist sie tot.
Die andern, Fähnrich Ogawa und Fähnrich Taurik, sagten, ich hätte die Beförderung verdient und dass ich schließlich nichts für Jaxas Unglück könne und ich solle mir doch keine Vorwürfe machen und so weiter.
Aber ich war nun mal ein 'Nachrücker'.
Zweite Wahl.
Ob ich Counselor Troi darauf ansprechen sollte?
Ein absurder Gedanke, nicht wahr? Counselor Deanna Troi, die beste Freundin von Commander William T. Riker, meinem direkten Vorgesetzten.
Es hat schon günstigere Voraussetzungen für ein vertrauensvolles Gespräch gegeben.
Ich werde alleine damit fertig werden.
Wie man so schön sagt: 'Die Zeit heilt alle Wunden.'"
"Sternzeit 47582,8 - USS Enterprise, persönliches Logbuch - Lieutenant Lavelle.
Vier Tage sind vergangen. Es wird nicht besser.
Es wird schlimmer.
Keine Minute vergeht, die ich nicht in irgendeiner Weise in der vier Tage zurückliegenden Vergangenheit verbringe. Natürlich werden meine Leistungen als Lieutenant dadurch nicht besser. Ich mache Fehler. Manchmal muss ich mehrfach angesprochen werden, damit ich überhaupt reagiere.
Ich habe beschlossen, meine Versetzung zu beantragen."
"Sternzeit 47584,2 - USS Enterprise, persönliches Logbuch - Lieutenant Lavelle.
Wie es der Dienstweg vorschreibt, habe ich zunächst Commander Riker über meine Absicht informiert. Danach wollte ich den Antrag offiziell dem Captain vorlegen.
Aber Riker reagierte anders als erwartet.
Er sah überrascht aus. Überrascht und bestürzt.
'Warum?', fragte er.
Hatte er es wirklich nicht bemerkt?
War diese Reaktion Anteilnahme an meinem Schicksal?
Oder war er nur besorgt, dass ein Versetzungsantrag aus seinem Verantwortungsbereich ein schlechtes Licht auf seine Führungsqualitäten werfen könnte?
Ich weiß es nicht.
Ich erklärte ihm, ohne ins Detail zu gehen, dass es mir die Ereignisse der letzten Zeit unmöglich machten, hier adäquat in Zukunft meinen Dienst zu versehen.
Ich bezweifele, dass er irgendetwas verstanden hat."
"Sternzeit 47589,1 - USS Enterprise, persönliches Logbuch - Lieutenant Lavelle.
Sie glauben nicht, was Riker mir vorgeschlagen hat. Ich sollte mich mal mit Lieutenant Commander Worf unterhalten. Hatte man so etwas schon gehört?
Worf, der klingonische, ewig mürrische Sicherheitsoffizier.
Im ersten Moment dachte ich, ich käme in den Genuss von Riker´s zuweilen etwas derben Alaska-Humor.
Wenn ich eine Liste gemacht hätte mit allen Personen, die ich aufsuchen könnte, um mit ihnen meine persönlichen Probleme zu erörtern, so stände Worf wahrscheinlich nicht darauf.
Und wenn doch, dann erst nach Admiral Nechayev.
Aber er meinte es absolut ernst. Angeblich hatte Worf vor ein paar Jahren eine Erfahrung gemacht, die meiner Situation ähnelte.
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