|
für meine geliebte Debbie
Vorgeschichte:
Seit den Ereignissen in "Zwischen den Fronten" sind nunmehr vier Jahre vergangen. Die Monarch ist weit in die Tiefen des Gamma-Quadranten vorgestoßen. Leider musste die Wellington schon nach einem µ Jahr umkehren, da sich bei dem neuen Schiff die Systemausfälle häuften. Die Monarch entdeckte auf sich allein gestellt viele neue Planeten und meisterte einige Erstkontaktsituationen mit fremden Völkern. Der Aufregenste davon war mit dem Volk der Selasi und der Andianer. Die Monarch befindet sich nach einem 4-monatigen Aufenthalt auf Antipa, dem Heimatplaneten der beiden Völker, auf dem Rückweg in den Alpha-Quadranten. Branford und seine Stabsoffiziere fassen nun die Ergebnisse der "Operation Hope" zusammen.
"Missionsbericht Operation Hope, Sternzeit 55143, 2, Lt. Cmdr. Frank Delany, Wissenschaftsoffizier der Monarch.
Nach unserem 4-monatigen Aufenthalt bei den Selasi und den Andianern, deren Heimatplanet Antipa heißt, befinden wir uns nun auf dem Rückflug. Noch immer ist die Crew begeistert von diesen friedliebenden Wesen. Wir schwenkten zur Sternzeit 55025, 1 in die Umlaufbahn von Antipa ein. Unser erstes Außenteam, geführt von Lt. Cmdr. Celine Parker, dachte zuerst, dass die Selasi kleine Kinder wären. Sie besaßen das Erscheinungsbild von Mädchen, die etwa zehn- bis maximal dreizehn Jahre alt sein mochten. Erst mit der Zeit und mit dem Kennenlernen diese Volkes erfuhren wir ihre Lebensumstände: Die Selasi sind die domierende Spezies, die Andianer, die wie normale, humanoide Männer aussehen, sind ihre "Betreuer", wie sie genannt werden. Die Selasi altern sehr langsam. Sie sind nach menschlichem Ermessen dazu fähig, bis zu tausend Jahren alt zu werden. Sie sind die Führer der Völkergemeinschaft Selasi/Andianer. Mit der Zeit fanden wir heraus, dass sie unglaubliche telepathische Fähigkeiten besitzen, mit denen sie in der Lage sind, die meisten anderen Spezies zu täuschen. Die Andianer versorgen die Selasi mit allem Notwendigen, z. B. Nahrung, Kleidung, Wohnung u. s. w. Sobald die Selasi ein Alter von etwa 850-900 Erdenjahren erreicht haben, sorgen die Andianer als männlicher Gegenpart für die Fortpflanzung. Die Selasi werden in diesem Alter erst geschlechtsreif.
Captain Branford hat rasch mit der Führerin der Selasi, Alina Demesia, Freundschaft geschlossen. Sie zeigte uns auch das einzige Schiff des Planeten, die Ariana. Es sieht ähnlich aus wie ein Meeresrochen. Bemerkenswert ist, dass dieses Schiff lebt, selbstständig steuert, sich verteidigt und denkt. Die Geschwindigkeit ist für unsere Sensoren nicht messbar.
Meiner Meinung nach sollte der freundschaftliche Kontakt zu diesem Volk auf jeden Fall aufrechterhalten werden."
Das Kabinenfenster zeigte die Sterne, die an der Monarch vorbeiglitten. Das Schiff flog mit Warpgeschwindigkeit. Branford hatte sich in sein Quartier zurückgezogen. Er saß in seinem Lieblingssessel und sah durch das Fenster hinaus. Wenn er sich so zurückerinnerte an die vergangenen vier Jahre, dann fiel ihm auf, dass er älter geworden war. Nicht äußerlich, das hielt sich in Grenzen. Aber innerlich. Er wollte öfters seine Ruhe, besonders nach den letzten Monaten. Der Aufenthalt bei den Selasi hatte ihm einiges an Ruhe gegeben. Lächelnd nahm er aus einer Schatulle ein Medaillon. Es war einfach gearbeitet, das Material erinnerte etwas an irdische Bronze. Es war oval geformt und hatte ein kleines Dreieck in der Mitte eingraviert.
"Das einzige, was wir von den Selasi mitgenommen haben." dacht er sich.
Alina Demesia, die Anführerin der Selasi, hatte es ihm am Tage vor dem Abflug um den Hals gelegt.
"Sie können jederzeit mit uns Kontakt aufnehmen. Tragen sie das Medaillon, wenn sie schlafen. Dann sind sie wieder hier und wir können uns unterhalten. Versprechen sie mir, dass sie wiederkommen, Christopher." hatte Alina mit ihrer warmen und unschuldigen Stimme dazu gesagt.
Branford konnte sie immer noch vor sich sehen. Alina hatte das optische Erscheinungsbild einer Fünfzehnjährigen, wenn man irdische Maßstäbe anlegte. Im Laufe der vier Monate, in denen Branford die Selasi immer wieder besuchte, hatte sich eine tiefe Freundschaft zwischen ihr und ihm entwickelt. Man sah deutlich, dass Alina traurig war, als Branford ihr mitteilte, dass die Monarch wieder nach Hause fliegen würde.
|