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Mirror Universe


"Rebellen"

von Mario Scholz

6. Kapitel


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Edwards Nervosität wurde immer größer. Er wußte nicht genau, warum, aber er war sich immer sicherer, daß es nicht mehr lange dauern würde, bis etwas geschah. Es schien ihm fast, als könnte er das Ticken einer alten, federwerksbetriebenen Stoppuhr hören, die unaufhaltsam die Sekunden herunterzählte. Tic Tac. Edwards rutschte in seinem Stuhl herum, in der vagen Hoffnung, eine bequemere Position zu finden, doch in seinem Zustand war jede erdenkliche Position unbequem. Seine Finger wollten ein Eigenleben entwickeln und auf der Armlehne trommeln, und nur mühsam hielt er sich davon ab, um die ohnehin fast schon greifbare Anspannung auf der Brücke nicht noch weiter zu schüren.
Er sah sich auf der fast leeren Brücke um. Christine saß immer noch an der Steuerkonsole des Schiffes und überprüfte jetzt zum wahrscheinlich einhundertsten Mal die Bordsysteme. Vermutlich suchte auch sie etwas, um ihre Finger zu beschäftigen. Lefler hingegen starrte seit dreißig Minuten unentwegt auf die Anzeigen seiner taktischen Konsole. Edwards sprach ihn an.
»Lieutenant?«
Lefler erschrak sichtlich und sah über die Schulter. »Ja, Sir?«
»Ich wollte nur sehen, ob Sie bereits erstarrt sind, Lieutenant.«
Lefler lächelte verlegen. »Äh, nein, Sir. Das mache ich öfter, wenn ich angespannt bin...«
»Kein Problem, Lieutenant. Wir sind alle etwas nervös.« ›Etwas‹ ist leicht übertrieben, dachte Edwards. So nervös habe ich mich nicht mehr gefühlt seit ich meine erste Mission nach der Akademie angetreten habe... . Er überlegte, was der Captain in der damaligen Situation getan hatte.
»Könnten Sie noch einmal die Oberfläche des Planeten scannen, ob Sie vielleicht doch noch Überlebende entdecken?« Vielleicht half es dem Lieutenant, wenn er wenigstens etwas zu tun hatte.
»Natürlich, Sir.« Lefler drehte sich wieder zu seinen Schirmen und tippte einige Befehle auf der Konsole ein, doch auch diesmal fanden sich auf der Planetenoberfläche keine Lebenszeichen.
Edwards blickte mittlerweile wieder zum Hauptschirm und nahm Leflers Bericht nur mit einem Nicken zur Kenntnis. Hinter seiner Stirn erklang wieder die Uhr.
Tic... Tac... Tic... Tac...
Edwards schüttelte den Kopf, um diese Vorstellung loszuwerden. Sein Gefühl, das bald etwas passieren würde, gewann immer mehr an Ausprägung. Es hatte als leise flüsternde Ahnung begonnen, kurz nachdem das Außenteam die Challenger verlassen hatte, und war im Verlaufe der darauf folgenden Dreiviertelstunde immer lauter geworden. Aus diesem Grunde hatte er auch gleich nach dem Beamen die Schilde wieder heben lassen. Edwards warf einen Blick auf die kleine Konsole zur rechten an seinem Sitz. Das Außenteam hatte nur noch für fünf bis zehn Minuten Luft in den Tanks. Es wurde langsam Zeit, daß...
»Außenteam an Challenger – wir beginnen jetzt mit der Übertragung«, ertönte McAllisters Stimme aus den Brückenlautsprechern.
Edwards erhob sich aus seinem Sessel und lief zur Maschinenkonsole hinüber, auf der nun der Status der Datenübertragung dargestellt wurde. Die Übertragung der Missionslogbücher schritt gut voran, laut Computer würden in wenigen Minuten die kompletten Aufzeichnungen der letzen Mission kopiert sein. Doch um den gesamten Speicherinhalt zu übertragen veranschlagte der Computer gute zwei Stunden.
Die Zeitangaben erinnerten Edwards an etwas. »Wieviel Luft haben Sie eigentlich noch in ihren Tanks, Lieutenant?«
»Ungefähr fünf Minuten, Sir.«
»Dann sollten Sie besser wieder auf die Challenger zurückkehren.«
»Verstanden, Sir. Wir warten nur noch ab, bis die Missionslogs übertragen wurden, dann überlassen wir den Sender sich selbst, damit auch die restlichen Daten kopiert werden.«
Edwards überlegte kurz. »Einverstanden, Lieutenant«, meinte er dann. »Challenger Ende.«

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