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Mirror Universe


"Rebellen"

von Mario Scholz

3. Kapitel


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»Föderationsfrachter Vorgan, Ihr Anflugvektor ist Drei-Vier-Punkt-Eins zu Zwo-Sieben. Sie haben Dockingerlaubnis an Port acht.«
Vor den Cockpitfenstern begannen die gigantischen Raumschotten langsam sich zu teilen, gaben den Blick frei auf das Innere der Sternenbasis, ließen das helle Sonnenlicht des Systems wie einen Speer hinein stechen.
Vorsichtig gab Christine ein wenig Schub auf die hinteren Manöverdüsen. Der kleine Frachter schob sich durch den Spalt, während die Schotten weiter aufglitten, um das nachfolgenden Schiff passieren zu lassen.
Christine sah sich kurz zu ihren Passagieren um und mußte schmunzeln. Die beiden starrten fasziniert aus dem Fenster, als hätten sie so etwas noch nie gesehen. Vermutlich wirkte es völlig anders, dies alles wirklich zu sehen, anstatt nur das Sensorenbild auf dem Hauptschirm eines Schiffes.
Ohne hinzusehen griff Christine zu ihrer Navigationskonsole, legte den Dockingplan der Starbase auf ihre Flugkontrollkonsole und nahm Kurs auf Andockschleuse Acht.
Hinter der Vorgan begann ein Sternenflottenschiff den Anflug. Eingehüllt in glänzendes Sonnenlicht schwebte es majestätisch durch die Schotten. Auf der Oberfläche des Kreuzers brach sich ein Lichtstrahl, der kurzzeitig ein anderes Schiff beleuchtete, welches zuvor im Halbdunkel der Starbase geschwebt hatte, und brachte die Schrift zum Glühen, die dort auf den Warpgondeln aufgebracht war:
U.S.S. Challenger NCC-75681

Nervös sah sich Lefler um, während er mit Christine O’Donnell und Kevin durch die überfüllten Korridore der Starbase wanderte. Es mißfiel ihm, daß sie ausgerechnet über die Promenade der Station laufen mußten, um ihren Treffpunkt mit Farrell zu erreichen. Wenn sie nun jemand entdeckte...
Andererseits war es der kürzeste Weg, und selbst er hatte zugeben müssen - wenn auch widerwillig - daß es auffallen würde, wenn sie sich durch abgelegene Korridore schlichen. Dort würde jeder Sicherheitsoffizier, den sie passieren würden, sich ihre Gesichter genau einprägen. Hier, inmitten dieser vielen Leute, war das Risiko dafür eher gering.
Trotzdem fühlte sich Lefler nicht wohl. Er fand, daß ihm entschieden wohler gewesen war, als es noch keinen Haftbefehl auf seinen Namen gegeben hatte.
Er atmete erleichtert auf, als McAllister und Christine vor ihm in einen Seitenkorridor abzweigten und er am entfernten Ende des Ganges bereits Duncan sah, der dort mit zwei Leuten wartete, die Lefler nicht kannte. Gespannt versuchte er, mehr Einzelheiten zu erkennen. Die schwarzhaarige Frau mußte Anfang Dreißig sein, und sie trug zivile Kleidung. Der Mann jedoch trug eine Sternenflottenuniform, und an seinem Kragen schimmerte es rot - Kommandosektion.
Farrell grinste gelassen, als die Gruppe ihn endlich erreichte, im Gegensatz zu seinen Begleitern, die beide etwas nervös wirkten.
»Da seid ihr ja«, begrüßte er seine Freunde. »Darf ich bekannt machen: Commander Markus Edwards und Doktor Rebbecca Wilson. Und Captain Christine O’Donnell kennt Ihr ja bereits.«
»Ich unterbreche die Begrüßungszeremonie ja nur ungerne, aber ich bräuchte noch Ihre Bestätigung auf diesem Transaktionsauftrag, Commander«, sagte Christine und zog elegant ein PADD hervor, das sie Farrell hinreichte.
»Nicht hier«, verneinte Farrell und deutete auf die Luftschleuse. »Wir sollten das drinnen besprechen.«

Die Turbolifttüren öffneten sich und gaben den Blick auf das Brückendeck frei.
»Willkommen an Bord der Challenger«, sagte Farrell feierlich und trat aus dem Lift heraus.
Lefler trat direkt hinter ihm auf das Deck, sah sich mit großen Augen um. Er befand sich zum ersten Mal an Bord einer Defiant-Klasse und hatte auch noch keine Innenaufnahmen davon gesehen. Er mußte zugeben: Die Brücke sah völlig anders aus, als er das erwartet hatte. Im allgemeinen war die Brücke geräumig gehalten, mit einem großen Hauptschirm und viel Bewegungsfreiheit. Sie bot normalerweise Sitzplätze für den Captain, den ersten Offizier und den Schiffsarzt oder die Bordcounselor. Das hatte er irgendwie auch hier erwartet, nur alles kleiner, um der geringeren Größe dieses Schiffes gerecht zu werden. Daß dem nicht so war, verblüffte ihn irgendwie. Die Brücke war wesentlich schmaler, ja fast beengt, der Hauptschirm ein ganzes Stück kleiner, als er dies gewohnt war, und die beiden langen Seitenwände wurden von jeweils zwei großen Konsolen belegt. Trotzdem hatte dieses Brückendesign etwas, fand Lefler. Der Captain hatte seinen Sitzplatz leicht erhöht in der Mittelachse der Brücke, sein Sessel war drehbar, und links und rechts davon ragten zwei kleine Konsolen auf, die, wie es aussah, vollen Zugriff auf sämtliche Schiffsfunktionen boten.

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