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»Gehe ich richtig in der Annahme, daß Sie sich vor acht Tagen Zugang zum Computerarchiv von Starfleet Command verschafften und mehrere Dateien kopierten?«
Edwards zuckte zusammen, und auf seinem Nacken bildeten sich Schweißperlen, die sofort seinen Rücken herab liefen Ein dicker Kloß bildete sich in seinem Hals. Doch dann schoß ein Gedanke durch seinen Kopf, und hoffnungsvoll klammerte er sich daran: Dieser Farrell benahm sich nicht wie ein Sicherheitsoffizier, der sich mit einem Verdächtigen unterhielt. In der Tat schien er fast genauso nervös zu sein wie Edwards selber. Farrells Augen glitten auf dem Bild hin und her, als wolle er versuchen, aus den wenigen Bildinformationen, die der optische Sensor von Edwards Quartier erfaßte, soviel wie möglich über ihn herauszufinden.
Edwards Zuversicht stieg. Worum auch immer es diesem Farrell gehen mochte - es schien nicht daran interessiert zu sein, ihn zu verhaften.
Edwards entschloß sich, aufs Ganze zu gehen
»Wie haben Sie das bemerkt?« fragte er, während er versuchte, den leisen, aber hartnäckigen Zweifel zu unterdrückten, der in ihm nagte.
»Ich habe es nicht bemerkt, aber die Sicherheitsabteilung von Präsidentin Nechayev. Ich habe...«, Farrell schien nach dem richtigen Wort zu suchen, »...zufällig eine Übertragung an Starfleet Command aufgezeichnet und darunter etwas entdeckt, was Sie interessieren dürfte, Sir.« Farrell schien eine Taste zu drücken, dann erschien ein Haftbefehl, ausgestellt auf Commander Marcus Edwards auf dem Schirm.
Edwards blieb zum zweiten Male innerhalb kurzer Zeit fast das Herz stehen. Eine Anklage wegen Hochverrats? Das konnte nicht sein! Genaugenommen war es unmöglich!
»Wegen Einbruchs in ein Computersystem wird man nicht als Hochverräter behandelt«, knurrte er. Offenbar wollte dieser Farrell ihn aus irgend einem kranken Grund auf den Arm nehmen. Grimmig starrte er auf den Schirm.
Doch Farrell zog einfach nur ein Gesicht und seufzte. »Doch, seit Präsidentin Nechayev das Kriegsrecht ausgerufen hat.«.
Schon wieder fühlte Edwards, wie sich etwas in seinem Inneren verkrampfte, und er trat näher an den Bildschirm heran. Seine Stimme war fast nur noch ein Flüstern. »Sie hat das Kriegsrecht verhängt?«
Farrell runzelte die Stirn. Konnte es sein, daß es jemanden in der Föderation gab, der davon noch nichts wußte? »Haben Sie denn die Übertragung von ihr vor einer Stunde nicht gesehen, Sir?«
Edwards schüttelte den Kopf. »Nein.«
»In der hiesigen Atmosphäre kommt es zu dieser Jahreszeit häufig zu ionischen Entladungen, die Sensoren und Kom-Gespräche stören«, fügte er erklärend hinzu, als er die Verwirrung Farrells bemerkte. »Vor einer Stunde tobte gerade ein besonders schlimmes Gewitter. Sie haben Glück, daß es vorbei ist, sonst wären Sie erst gar nicht zu mir durchgedrungen.«
»Nun, Sir, dann sollten Sie sich dies vielleicht zuerst ansehen, bevor wir weiterreden.«
Farrells Gesicht verschwand vom Schirm und wurde gegen eine Aufzeichnung von Nechayevs Ansprache ersetzt. Mit jedem Wort, daß ihre Lippen verließ, wich mehr Farbe aus Edwards Gesicht, ehe er sich seinen Stuhl an den Schreibtisch zog und sich niederließ.
»Oh mein Gott, sie ist wirklich größenwahnsinnig!« murmelte er. »Man muß etwas unternehmen....«
»Sie sollten erst einmal etwas unternehmen, um Ihre eigene Haut zu retten, Sir. Gegen Sie liegt ein Haftbefehl vor.«
Edwards sah überrascht auf, sich erst jetzt bewußt werdend, daß er laut genug gesprochen hatte, damit Farrell ihn verstehen konnte. Doch dann grinste er verwegen.
»Nechayev wird Probleme kriegen - meine Leute sind loyal mir gegenüber. Und ein Shuttle kann den Planeten während der ionischen Störungen nur unter sehr, sehr großen Schwierigkeiten anfliegen. Zur Zeit herrscht Flugverbot.«
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