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Persönliches Logbuch, Captain Daniles, Sternzeit 51525,1
Das Secret-Service-Team um Commander McKenzie hat die Honour verlassen. Meiner Meinung nach keine Sekunde zu früh - es wurde langsam Zeit, daß dieses Schiff wieder meinem Kommando untersteht. McKenzie hat schon genug Schaden angerichtet, in dem sie die Gefangenen hat entkommen lassen.
Ich befürchte sehr stark, daß dies noch ein Nachspiel haben wird, einen Vorgeschmack hat McKenzie mir schon gegeben - sie hat versucht, die Schuld für die Flucht mir in die Schuhe zu schieben und mich als Sympathisanten von Commander Simsk darzustellen.
Auch das ist eine Sache, die mich sehr beschäftigt: Simsks Verrat wird mir wohl auf ewig ein Rätsel bleiben - ganz offensichtlich kannte ich den Mann, den ich seit vier Jahren zu kennen glaubte, wohl doch nicht so gut wie ich dachte. Warum gerade er als Vulkanier auf die Lügengeschichten, die ihm diese Terroristen erzählt haben müssen, hereinfiel, entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Ich kannte Simsk bisher nur als guten Offizier. Nein, das wäre eine Untertreibung - Simsk war schon fast ein perfekter Offizier gewesen.
Wie ich schon im offiziellen Logbuch vermerkt habe, hat die Honour bereits Kurs auf die nächste Sternenbasis gesetzt, wo wir unseren neuen ersten Offizier an Bord nehmen sollen. Ob er allerdings jemals die Lücke wird schließen können, die Simsk Verschwinden in der Kommandostruktur des Schiffes gerissen hat, bezweifele ich doch sehr.
Logbucheintrag Ende.
Daniles lehnte sich in seinem bequemen Ledersessel hinter dem Schreibtisch seines Bereitschaftsraumes zurück und dachte über seinen Logbucheintrag nach.
Ja, es stimmte, kein Offizier der Galaxis würde je in der Lage zu sein, Simsk zu ersetzen. Trotz Simsks vulkanisch-kühlen Auftretens hatte Daniles für diesen Mann fast so etwas wie Freundschaft empfunden - nun ja, soweit man das einem Vulkanier gegenüber eben tun konnte.
Allerdings schien dieses Gefühl nicht auf Gegenseitigkeit zu beruhen - sonst hätte Simsk wohl kaum gegen den Befehl des missionsleitenden Offiziers gehandelt und obendrein noch ein Mitglied des Secret-Service ausgeknockt, um die Gefangenen zu befreien.
Daniles hatte Simsk vollständig vertraut, und es schmerzte sehr, daß dieses Vertrauen enttäuscht worden war.
Von der Brücke her ertönten Sirenen und den Bruchteil einer Sekunde später erklang die Stimme von Lieutenant Commander York, der bis auf weiteres die Position des ersten Offiziers übernommen hatte, im Lautsprecher des Kom-Systems. »Alarmstufe Rot. Captain auf die Brücke!« Die Worte waren noch nicht ganz verklungen, als Daniles schon mit Riesenschritten auf dem Weg zur Tür war.
Als er die Brücke betrat, war die Anspannung im Halbdunkeln der Brücke bereits fast greifbar. Irgend etwas bahnte sich an, und es versprach nicht gut zu werden.
»Bericht!« forderte Daniles, während er sich in seinem Sessel niederließ.
»Wir orten eine Subraumverzerrung, die unserem Kurs folgt. Unseren Meßwerten zufolge könnte es sich um ein getarntes Schiff handeln - eines der Föderation.«
»Die Challenger!« flüsterte Daniles. York, der neben ihm saß, nickte unbehaglich. Er fühlte sich gar nicht wohl in seiner Haut - die Defiant-Klasse war zwar um vieles kleiner als die Honour, aufgrund ihrer Konfiguration als Schlachtschiff der Galaxy-Klasse aber durchaus gewachsen.
Und Terroristen hatten bekanntlich auch keine Skrupel. Vorsichtig blickte er zu Daniles hinüber, um zu sehen, wie sein Vorgesetzter sich bei diesen Gedanken fühlte.
Daniles war die Ruhe selbst. »Wenn diese Leute Ärger wollen, sollen sie ihn auch bekommen«, sagte er entschlossen. »Steuer: volle Kehrtwendung. Taktik: Phaser laden, Photonen- und Quantentorpedos scharfmachen. Schilde auf volle Kapazität.« Dann richtete er seinen Blick auf den Hauptschirm, der bisher nur leeren Weltraum anzeigte. »Wir greifen an!«
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