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Mirror Universe


"Rebellen"

von Mario Scholz

20. Kapitel


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Angeregt durch das erneute Aufflackern von Wut auf sich selber zerrte Schaap nochmals verstärkt an seinen Fesseln. Er mußte doch verdammt noch mal....
Da!
Sein linker Arm hatte sich ein Stück nach vorn bewegt. Vielleicht gelang es ihm jetzt... Schaap steigerte seine Bemühungen, den Arm zu befreien, und tatsächlich, der Arm kam langsam frei. Noch ein kleines Stück, und...
»AAHHH!« Schaaps Schmerzensschrei hallte durch den leeren Frachtraum, als sein Arm unerwartet in eine Position rutsche, in der Schaap das Gefühl hatte, seine Schulter müsse explodieren.
Wie als Reaktion auf seinen Schrei öffneten sich plötzlich die großen Eingangschotten und die volle Deckenbeleuchtung flammte auf.
Schaap biß sich auf die Lippen und atmete tief durch. Wenn er sich Mühe gab, ließ sich der Schmerz aushalten. Er wollte nicht, daß ihn diese Leute nochmals sahen, wie er sich Schmerzen wand. Geblendet blinzelte er Richtung Eingang, um herauszufinden, wer gerade den Raum betreten hatte.
»Wie geht es Ihnen, Mr. Schaap?«, erkundigte sich Bashir höflich, während er sich vor Schaap aufbaute. Gwen McCarthy, die ihn begleitet hatte, blieb neben ihm stehen. Bashir sah interessiert zu Schaap hinunter, als dieser nicht antwortete.
»Was haben Sie denn da gemacht, Mr. Schaap? Ist diese Position, in der Sie Ihren Arm haben, nicht sehr schmerzhaft?« fragte er mit einem höhnischem Grinsen im Gesicht, nachdem er Schaaps Fesseln kurz inspiziert hatte. »Sie wollten sich wohl befreien, was?« Bashir beobachtete Schaap eine Weile, ehe er zu Gwen hinübersah. »Eigentlich müßten wir ihn für den Versuch bestrafen, meinst du nicht?«
Als Gwen nickte, fuhr er nachdenklich fort. »Andererseits - es macht auch keinen Unterschied mehr für ihn.« Er wandte sich wieder an Schaap.
»Wissen Sie«, sagte er, während er hinter seinen Rücken griff und seine Projektilwaffe hervorholte, »nachdem wir bereits alles wußten, was Sie uns verraten haben, mußten wir entscheiden, was wir mit ihnen anstellen sollten.«
»Hoffentlich hat das Ihr Hirn nicht überfordert, Bashir«, stieß Schaap verächtlich hervor. Doch seine Provokation schien Bashir nicht im geringsten zu berühren.
»Nein, das hat es absolut nicht.« Bashirs Finger fuhren sanft die Konturen der Waffe nach, ehe er sie am Lauf packte und Gwen hinhielt. »Willst du?«
Mit trockenem Mund beobachtete Schaap, wie die junge Frau die Hand nach der Waffe ausstrecke. An der Art, wie sie sie griff, wie sie auf ihn anlegte, erkannte man deutlich, daß auch sie solch eine Waffe nicht zum ersten mal in den Händen hielt.
Schaap schluckte. Das war es dann wohl. Das Ende. Er fragte sich, ob es wirklich ein Leben nach dem Tod gab.
Nun, er würde es wohl bald herausfinden...
Seltsamerweise fühlte er nicht die geringste Angst, nur unglaublichen Ärger darüber, das die Sektion 31 doch gewinnen würde...
»Haben Sie noch ein paar letzte Worte?« Gwens Stimme war so kalt wie das Licht, das sich auf dem Lauf der Waffe brach. Als Schaap nicht antwortete, zuckte sie mit den Schultern. »Nun, dann eben nicht.«
Am Lauf der Waffe blitzte helles Mündungsfeuer auf. Es sollte das letzte sein, was Schaap wahrnahm. Das Krachen des Schußes hörte er schon nicht mehr...

»Verdammter Mist!« fluchte Lefler, während er sich instinktiv abstieß und mit einen Hechtsprung hinter der Korridorecke verschwand. Seine Reflexe retteten ihm vermutlich das Leben - ein Phaserstrahl zerstob an der Wand, genau dort, wo Lefler gerade eben noch gestanden hatte.
Lefler besann sich auf seine in unzähligen Stunden erlernte Ausbildung und verlagerte im Flug sein Gewicht so, daß er sich über die Schulter abrollen konnte und sofort wieder auf den Füßen stand. »Verfluchter Mist!« rief er noch einmal, bevor er lossprintete, dem Rest der Gruppe hinterher, deren Nachhut er nun bildete.

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