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Mirror Universe


"Rebellen"

von Mario Scholz

20. Kapitel


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Ihre geballte Faust traf Carol Sloan direkt am Kinn. Die stöhnte auf, verdrehte die Augen und sackte in sich zusammen. Abfällig sah Becky zu ihr hinunter.
»Es ist eine unfreundliche Galaxis, Captain, und wer die harten Spiele mitspielen will, muß auch einiges einstecken können. Und wer nicht aufpaßt, der verliert«, murmelte sie. Dann stieg sie über die bewußtlose Frau hinweg. Die anderen folgten ihr.

Schnaufend kroch McAllister durch die Jeffriesröhre. In den letzten paar Minuten war Christines bewußtloser Körper scheinbar immer schwerer geworden und McAllister immer langsamer. Schweiß perlte auf seiner Stirn, lief in Strömen hinab und brannte in seinen Augen. Wenn ihn sein Zeitgefühl nicht völlig täuschte, dann mußten die anderen den Transporterraum schon lange erreicht haben. Er hoffte inständig, daß sie nicht zu lange auf ihn warteten. Er hatte noch nicht mal die Hälfte des Weges zurückgelegt, weil er viel langsamer mit Christine vorankam, als er zunächst gedacht hatte.
Sehr viel langsamer.
Bitte, laßt mich meine Entscheidung nicht bereuen! Verschwindet, solange ihr noch könnt, dachte McAllister in der vagen Hoffnung, plötzlich telepathische Fähigkeiten entwickelt zu haben. Er hoffte inständig, daß die anderen, wenn sie diese Botschaft schon nicht bekommen konnten, wenigstens von alleine auf diese Idee kamen. Was mit ihm und Christine geschah, war nicht so wichtig - entscheidend war, daß die anderen mit der Challenger entkommen konnten Nechayev mußte aufgehalten werden, ehe es zu spät war.
McAllisters Herz raste - seine Kondition war ganz eindeutig nicht mehr das, was sie einmal gewesen war. Die Anstrengungen des heutigen Tages waren zuviel für ihn gewesen. Weit würde er mit Christines Gewicht nicht mehr kommen, aber zurücklassen würde er sie auf keinen Fall...
Nur eine kleine Pause, dachte er erschöpft, während er sich auf den Rücken sinken ließ und die Decke der Jeffriesröhre anstarrte, die sich weniger als einen Meter über ihm befand. Wenn er überlegte, welchen Weg er noch vor sich hatte, wurde ihm schwarz vor Augen. Mit der Geschwindigkeit, mit der er im Moment vorankam, würde er noch Stunden brauchen. Er mußte sich dringend etwas anderes einfallen lassen.
Aber was? McAllister war mit seinem Latein am Ende.
Ein Zirpen in der Jeffriesröhre ließ ihn die Stirn runzeln. Was war das? Das Geräusch klang irgendwie vertraut.
McAllister richtete sich abrupt auf und stieß sich den Kopf an der Decke, als er die Quelle des Geräusches erkannte.
Sein Kommunikator!
Er rieb sich mit der linken Hand die Stelle an der Stirn, die sicher bald zu einer ausgewachsenen Beule werden würde, während er mit einer hastigen Bewegung der rechten förmlich auf das kleine Gerät an seiner Uniform schlug. »McAllister hier!«
»Freut mich, deine Stimme zu hören, alter Kumpel. Wo versteckst du dich?« ertönte Leflers Stimme aus dem Lautsprecher. Die Erleichterung war ihm trotz des leicht blechernden Klanges der Übertragung anzumerken.
McAllister ließ sich erleichtert auf den Boden zurücksinken und gab sich gleichzeitig in Gedanken selbst einen Tritt ins Hinterteil, daß er nicht von alleine darauf gekommen war, auf diesem Wege mit den anderen Kontakt aufzunehmen.
»In einer Jeffriesröhre«, keuchte er. »Christine wurde von einem Phaser getroffen, sie ist bewußtlos und braucht dringend medizinische Versorgung!«
»Verstanden, Kev.« Die Stimme seines Freundes klang nun wieder routiniert und professionell. »Bleib mit Christine, wo du bist, wir beamen Euch direkt auf die Krankenstation der Challenger! Lefler Ende.«
Während sich in McAllister überall das vertraute Kribbeln der Entmaterialisierung breitmachte, schloß er die Augen - unendlich erleichtert darüber, daß sich seine Entscheidung nicht zur Katastrophe entwickelt hatte...

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