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Mirror Universe


"Rebellen"

von Mario Scholz

19. Kapitel


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Keine dreissig Minuten später hatte sie dann persönlich die Bordsysteme der Challenger deaktiviert und war als letzte an Bord der Galaxy-Klasse gebeamt.
Carol gähnte. Es war ein langer, anstrengender Tag gewesen. Vielleicht wurde es Zeit, das sie sich schlafen legte. Aber vorher... Carol ging hinüber zum Replikator. Nichts baute Streß besser ab als eine Tasse heißer Schokolade!
Ahhh - herrlich! Carol seufzte leise, als sie mit geschlossenen Augen genüßlich einen Schluck von ihrer Schokolade trank. Sofort fühlte sie sich etwas besser. Wenn sie jetzt nur noch aus ihrer langsam unbequem werdenden Uniform herauskam! Aber das ließ sich ja einrichten... . Sie trank noch einen Schluck, dann stellte sie die Tasse auf den kleinen Tisch neben dem Replikatorfach. Sie löste den Phaser von ihrem Gürtel und legte ihn neben die Tasse. Dann zog sie ihre Uniformjacke aus und versuchte, damit den nächsten Stuhl zu treffen.
Aber die Anstrengungen dieses Tages wirkten sich offenbar auf ihr Zielvermögen aus – jedenfalls traf die Jacke nicht den Stuhl, sondern fiel zu Boden. Allerdings nicht, ohne vorher die kleine Vase mit Kunstblumen auf dem großen Tisch in der Mitte des Quartiers zu streifen, die darauf hin bedrohlich zu wackeln anfing, ehe sie umkippte und auf die Tischkante zu rollte. Erschrocken sprang Carol vom Replikator weg auf den Tisch zu, und sie bekam die Vase gerade noch zu fassen, ehe sie vom Tisch hinunter gerollt und auf dem Boden aufgeschlagen wäre. Das hätte ihr gerade noch gefehlt. Nicht, das es sonderlich schade um die Vase gewesen wäre – Carol hätte jederzeit eine identische neu replizieren können, nein, viel mehr verspürte Carol einfach keine Lust, jetzt noch die Scherben wegzuräumen – was aufgrund ihrer Angewohnheit, nachts barfuß durch ihr Quartier zu laufen, jedoch unumgänglich gewesen wäre.
Erleichtert stellte Carol die Vase wieder auf den Tisch und bückte sich dann nach ihrer Jacke. Sie klopfte kurz die Falten heraus und legte sie dann ordentlich über den Stuhl neben der Tür – wenn sie nun sowieso schon hier war, dann konnte sie ihre Jacke ja auch sauber unterbringen.
Als Carol sich wieder umdrehte, fiel ihr Blick auf das kleine Padd, das auf ihrem Couchtisch lag. Es handelte sich um die elektronische Version eines alten Erdenklassikers, ›1984‹ von George Orwell. Carol hatte darin auf dem Hinflug zur Honour gelesen, und sie war ganz fasziniert von dem Roman gewesen. Ein wirklich erstaunliches Buch. Aber seit sie an Bord dieses Schiffes war, hatte sie keine Zeit zum Lesen mehr gefunden. Jetzt, wo ihr das auffiel, ärgerte sie sich darüber. Nachdenklich ging Carol zurück zum Replikator und griff nach ihrer Tasse. Das Buch hatte sie irgendwie inspiriert, vielleicht war es gar keine so schlechte Idee, wenn sie noch ein paar Seiten las, ehe sie sich schlafen legte. Sie betrachtete die einladende Couch.

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