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Mirror Universe


"Rebellen"

von Mario Scholz

18. Kapitel


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Nervös schritt Schaap über den Raumhafen zu der Landebuchte, die Huffman ihm genannt hatte. Immer wieder sah er sich aufmerksam um. Zwar hatte er die Gestalt, die ihn in der Junktion-Bar so in Aufregung versetzt hatte, nicht mehr gesehen, aber das ungute Gefühl war trotzdem geblieben. Immer noch war ihm, als wäre er der Kapuze schon einmal begegnet, auch wenn ihm nicht mehr einfiel, bei welcher Gelegenheit das gewesen sein sollte.
Ärgerlich schob Schaap die Gedanken weg. Es fehlte ihm noch, das er vollends der Paranoia verfiel. Die Junktion-Bar war ein Treffpunkt für zwielichte Personen und es war überhaupt nichts besonderes, wenn sich seltsame Typen darin herumdrückten. Vermutlich hatte ihn die Person nur angestarrt, weil er selbst sich nicht in das Erscheinungsbild der übrigen Gäste eingegliedert hatte. Ein echter Krimineller sah ihm sicher an, daß er nicht in dieses Milieu gehörte.
Das mußte es sein. Schaap hatte sich ganz umsonst Sorgen gemacht. Er hatte fast die Nerven wegen einer Kleinigkeit verloren. Einfach lächerlich. Er mußte sich in Zukunft besser in der Gewalt behalten. Er würde jetzt ganz locker auf das Schott von Huffmans Schiff zugehen, das inzwischen nur noch ein paar Meter entfernt war, und einfach auf die Türkontrolle drücken. Gar kein Problem.
Schaap streckte die Hand aus – und zögerte. Was, wenn er doch verfolgt wurde? Wenn er sich doch nicht alles einbildete, wenn... Chris, du bist einfach ein Feigling!
Mit einer schnellen Handbewegung drückte Schaap auf die Kontrollfläche vor ihm. Das Schott vor ihm glitt zur Seite. Langsam trat Schaap in das schummrige Innere des Schiffes und sah sich um. Die Beleuchtung im Korridor, den er gerade betreten hatte, war abgeschaltet, das Licht, das er sah, kam von einem offenen Schott weiter vorne – vermutlich die Brücke. Hinter ihm schloß sich das Außenschott wieder, und es wurde noch dunkler im Gang. Kein Geräusch war zu hören.
»Mr. Huffman? Hier ist Christian Schaap. Wir waren verabredet. Wo sind Sie?« rief er. Seine Stimme klang unnatürlich laut in der Stille.
Er lauschte einige Sekunden, doch er bekam keine Antwort. Vorsichtig schritt er durch den Gang, bis er die Brücke erreichte. Mit Unbehagen trat Schaap durch die Öffnung. Das alles gefiel ihm überhaupt nicht.
Langsam ließ er seinen Blick über durch kleine Brücke des Schiffes schweifen. Auch sie war nur schwach beleuchtet, die Konsolen deaktiviert. Nun ja, das Schiff befand sich ja auch auf einem Raumhafen. Aber im vorderen Sessel schien jemand zu sitzen.
»Mr. Huffman?« fragte Schaap, während er auf die Gestalt zuging. Plötzlich wurde es um ihn herum hell. Der Sessel drehte sich zu ihm um und Schaap erschrak, als er die Person darin erkannte – es war Julian Bashir.
»Es tut mir leid«, antwortete Bashir mit einem süffisanten Lächeln, »aber Mr. Huffman ist zur Zeit leider verhindert. Ich habe versprochen, für ihn einzuspringen.« Dabei richtete er wie beiläufig den Phaser, den er in der Hand hielt, auf Schaap.

Nachdem er eine Weile in einem Dämmerzustand zwischen Bewußtlosigkeit und Wachsein verbracht hatte, kehrte Edwards vollends in die Realität zurück. Das erste, was er wieder richtig bewußt wahrnahm, war das monotone Summens des Kraftfeldes, das die Zelle, in der er lag, abschloß. Edwards stöhnte und hielt sich den Kopf. Die Sicherheitsteams, welche die Challenger geentert hatten, waren nicht gerade zimperlich vorgegangen, sondern hatten einfach die gesamte Brückencrew betäubt. Edwards zweifelte nicht, daß dies von Nechayev oder von einem ihrer Leute veranlaßt worden war – eine bessere Möglichkeit, sie am Reden zu hindern, fiel Edwards jedenfalls nicht ein.
Aber das war jetzt nicht so wichtig - was Edwards fiel mehr Kopfzerbrechen bereitete, war die Frage, wer ihnen diese Falle gestellt hatte. Hatte Nechayev Wind von ihrem geplanten Treffen mit Withemoore bekommen? Oder hatte gar Withemoore selber mit Nechayev zusammengearbeitet, um Edwards und seine Leute hereinzulegen? Das erschien Edwards zwar sehr unwahrscheinlich, da Withemoore eigentlich schon immer ein Gegner von Nechayev gewesen war, aber in Zeiten wie diesen war alles möglich, und so blieb ein Rest von Zweifel in ihm.

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