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»Christine, endlich habe ich dich gefunden! Ich suche dich schon die ganze Zeit!« keuchte McAllister, als er vor ihr stehenblieb
Christine sah ihn ab abfällig an. »Und was willst du?«
»Ich wollte mich entschuldigen. Ich hätte diesen Witz – der dazu auch noch furchtbar schlecht ist – nicht erzählen dürfen.«
»Da hast du Recht.«
McAllister starrte zu Boden. »Es tut mir leid. Aber ich schwöre dir, daß ich ihn nicht ernstgemeint habe. Es war einfach nur ein blöder Spruch. Kannst du mir noch einmal verzeihen?« Er sah erwartungsvoll auf und Hoffnung keimte in ihm. Christines Gesichtsausdruck blieb gleich, aber in ihren Augen erschien etwas, daß ihm zeigte, daß sie ihm vergeben würde, daß sie....
Der Ausdruck in ihrem Augen verschwand so schnell, wie er gekommen war. Christine trat einen Schritt zurück in ihr Quartier und sah ihn wieder genauso abfällig an wie kurz nach seiner Ankunft.
»Nein, kann ich nicht!« Christine lachte humorlos auf, ehe sie fortfuhr. »Wer soll dir dein Getue noch abnehmen? Mir ist klar geworden, daß dein einziges Ziel war, mich ins Bett zu kriegen. Herzlichen Glückwunsch, du hättest es fast geschafft. Soweit ist bei mir noch niemand auf diese Weise gekommen! Vielleicht solltest du zurück in den Gesellschaftsraum gehen und auf deinen Erfolg trinken. Ich jedenfalls gehe ich jetzt in mein Quartier. Auf Wiedersehen, Lieutenant!«
Mit diesen Worten schloß sie die Tür von innen. McAllister seufzte, machte ein paar Schritte bis zur Korridorwand hinter ihm. Er ließ sich daran zu Boden sinken, zog die Knie an und vergrub den Kopf in den Händen. Jetzt war er sich sicher – er hatte es gründlich versaut!
Carol saß in ihrem Quartier und arbeitete sich durch das Material, das Nechayev ihr über die Rebellen gegeben hatte. Eine äußerst interessante Lektüre, fand sie. Nechayevs Analytiker schienen wirklich hervorragende Arbeit geleistet zu haben. Sie hatte sich soeben mit dem Lebenslauf von Christine O’Donnell beschäftigt und war immer noch fasziniert darüber, welche Details Nechayevs Leute über diese Frau ausgegraben hatten. Carol nickte anerkennend und rief die nächste Datei auf.
Sie überflog kurz den Lebenslauf und blätterte zur Psychoanalyse. Was sie las, zauberte ihr ein Lächeln ins Gesicht. Das war ja äußerst interessant. Vielleicht hatte sie soeben die Schwachstelle der Rebellen gefunden... .
Ein eingehendes Gespräch an ihrem Desktopviewer unterbrach ihre Gedanken. Wer wollte sie um diese Zeit sprechen? Sie sah auf, studierte die Anzeigen auf dem Sichtschirm. Ein kleines, unauffälliges Symbol in der rechten unteren Bildschirmecke zeigte an, daß es sich offenbar um ein wichtiges Gespräch handelte – es wurde jedenfalls auf einer Sektion31-Frequenz gesendet, die von normalen Geräten nicht zu empfangen war. Carols Tischkommunikator war jedoch von ihren Leuten gegen ein getarntes Sektion31-Modell ausgetauscht worden. Schnell beugte Carol sich vor und nahm das Gespräch an. Auf dem Schirm erschien das Gesicht von Nechayev.
»Miss President!« rief Carol überrascht.
Nechayev lächelte. »Ich wollte Ihnen nur viel Erfolg bei der bevorstehenden Jagd auf die Rebellen wünschen. Es müßte doch bald soweit sein, oder?«
»Vielen Dank, Sir. Ja, es kann nicht mehr lange dauern. Ich habe übrigens die Dateien durchgearbeitet, die Sie mir gegeben haben, und ich denke, daß ich möglicherweise eine Schwachstelle gefunden habe.«
»Das wäre wunderbar, Carol. Sie werden das schon schaffen. Nun will ich Sie aber nicht weiter von Ihrer Arbeit abhalten. Nechayev Ende.«
Carols Schirm wurde dunkel. Eine Sekunde später zirpte ihr Kommunikator an der Brust dreimal und ein Blick auf das Chronomter an der Wand verriet ihr, daß es sich um den Timer handelte, den sie einprogrammiert hatte. Es wurde Zeit, die noch ausstehenden Vorbereitungen zu treffen...
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