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Verärgert schüttelte Daniles den Kopf und wandte sich dann an Withemoore. »Nechayev also... ich gebe zu, mir kam alles schon lange etwas suspekt vor, aber ich hätte nie gedacht, daß ausgerechnet die Präsidentin... was hat sie alles verbrochen?«
Withemoore umriß kurz die Geschehnisse, wobei er darauf achtete, nichts über seine Verbindung zu den Rebellen preiszugeben – er hatte nicht die Folter überstanden, um jetzt alles auszuplaudern. Als er endete, starrte Daniles ihn groß an.
»Das ist kaum zu glauben... Und diese Rebellen – haben Sie versucht, Kontakt zu ihnen herzustellen?« Als Daniles merkte, das Withemoore zögerte, fügte er hinzu: »Rat, nun sagen Sie schon. Ich kann Ihnen helfen, aber dazu müssen Sie mir vertrauen.«
Withemoore schüttelte traurig den Kopf. »Tut mir leid, Captain, im Moment vertraue ich niemandem mehr.«
Daniles legte den Kopf schief. »Das ist bedauerlich, Rat, aber verständlich. Es ist aber von immenser Bedeutung, daß wir mit diesen Rebellen Kontakt aufnehmen. Sie verfügen vielleicht über Beweise, die wir brauchen, um Nechayev das Handwerk zu legen.« Er dachte einige Sekunden nach, ehe er fortfuhr. »Vielleicht vertrauen Sie mir jetzt, Rat...« Mit einer Handbewegung deaktivierte Daniles das Kraftfeld der Zelle und trat hinein. Hinter ihm blieb das Kraftfeld deaktiviert.
Withemoore konnte es kaum fassen! Sollte er tatsächlich einen Verbündeten gefunden haben? Oder war das ganze nur ein weiterer von Nechayevs perversen Tricks?
»Rat, kommen Sie schon – Sie können mir vertrauen!«
Withemoore zögerte unentschlossen. Sollte er darauf hoffen, das es ausnahmsweise mal nicht Nechayev im Hintergrund die Fäden zog? Oder sollte er lieber versuchen, zu fliehen, solange das Kraftfeld noch deaktiviert war? Unsicher glitt sein Blick durch die Zelle und über Daniles, als ihm plötzlich der Phaser ins Auge sprang, der am Instrumentengürtel von Daniles befestigt war. Eine glückliche Wendung des Schicksals, fast schon ironisch, wenn man es genau betrachtete... Erst Nechayevs Aktionen hatten den Kriegszustand ausgelöst, dessen Resultat das dauerhafte Mitführen eines Phasers an der Uniform vorschrieb. Daniles hatte sich offenbar schon so sehr an die Waffe gewöhnt, das er vergessen hatte, sie abzunehmen, ehe er die Zelle betrat.
Withemoore zögerte noch eine Sekunde, wägte noch einmal die Fluchtmöglichkeit gegen die Chance ab, daß er hier einen Verbündeten gefunden haben könnte...
»Einverstanden, Captain. Ich werde Ihnen berichten, was ich von den Rebellen erfahren habe...«
Interessiert trat Daniles einen Schritt näher.
Genau darauf hatte Withemoore gewartet. Mit Schwung riß er seine rechte Hand zurück, die er unmerklich zur Faust geballt hatte, und schleuderte sie Daniles mit aller Kraft entgegen. Mit einem Klatschen traf sie genau das linke Auge. Daniles taumelte zurück, mehr aus Überraschung und Verwirrung als aus Schmerz – Withemoore war noch viel zu sehr von seinem Verhör geschwächt, als daß er den trotz seines Erscheinungsbildes durchtrainierten Mann vor ihm hätte niederschlagen können. Aber das hatte er auch gar nicht vorgehabt. Alles, was er hatte erreichen wollen, waren einige Sekunden – Sekunden, die er benötigte um mit einer schnellen Bewegung den Phaser von Danieles Gürtel abzuziehen, zu entsichern und die Justierung zu ändern. Er dachte kurz darüber nach, den Phaser wirklich auf Töten einzustellen, entschied sich aber dann dagegen. Er hatte nicht vor, jemanden ernsthaft zu verletzen. Zumindest keinen Befehlsempfänger wie Daniles.
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