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Als Withemoore wieder zu sich kam, hatte man ihn erneut in seine Zelle verfrachtet. Er lag ausgestreckt auf der Koje und ein dumpfer Schmerz hatte sich überall in seinem Körper breit gemacht.
Mühsam erhob er sich aus seiner liegenden Position und ließ die Beine von der Pritsche gleiten, auch wenn es reichlich unangenehm war. Nach diesem netten Gespräch mit dieser Commander mußte er unbedingt seinen Kreislauf wieder in Schwung bringen, wenn er die nächste Gelegenheit nutzen wollte, sich von hier abzusetzen. Irgend etwas mußte er unternehmen, daß war klar. Nechayevs Foltermethoden waren nicht ohne... und obwohl Withemoore glaubte – hoffte –, daß er noch nichts verraten hatte, so war er fest davon überzeugt, daß sein Widerstand spätestens beim nächsten Verhör zusammenbrechen mußte. Verzweifelt versuchte er, sich zu erinnern, was genau während des Verhörs geschehen war, ob er vielleicht doch schon geredet hatte.... aber weiter als bis zu der Aufzeichnung von Schaap kam er nicht. Danach verlor sich alles in einem undeutlichen, rötlichen Nebel, der sich wie ein Schleier über seine Erinnerungen gelegt hatte. Wie er diese Tortur überlebt hatte, war ihm eigentlich ein Rätsel. Er wußte nur noch, daß er sich ganz auf seine Antipathie und seine Wut Nechayev gegenüber konzentriert hatte. Das und seine gründliche Starfleet-Ausbildung hatten im offenbar geholfen.
Ein Geräusch von der Tür des Arrest-Blockes riß ihn aus seinen Gedanken. Die beiden Türhälften schoben sich auseinander und eine hochgewachsene, hagere Gestalt betrat den Raum. Der Fähnrich, der bisher gelangweilt und desinteressiert an der Kontrollkonsole gesessen hatte, sprang auf und nahm Haltung an, während der Neuankömmling zielstrebig auf Withemoores Zelle zuhielt. Kurz vor dem Kraftfeld blieb der Mann stehen und lächelte Withemoore freundlich an.
»Rat Withemoore, ich bin Walter Daniles, der Captain der Honour. Ich bedaure die.. Umstände Ihrer Anwesenheit und die Unterbringung, aber ich habe meine Befehle. Und in Kriegszeiten...« Daniles zuckte mit der Schulter, aber Withemoore verstand auch so, schließlich hatte er selbst vor einiger Zeit noch Befehle erteilt, und ihm war auch bewußt gewesen, daß einige seiner Untergebenen nicht immer einer Meinung mit ihm gewesen waren – trotzdem waren seine Anweisungen ohne Kommentar ausgeführt worden. Es war eben Krieg gewesen. Heute befand sich die Föderation erneut im Krieg – wenn auch gegen ihre einstigen Verbündeten, die Klingonen. Natürlich war dieser Krieg von Nechayev angezettelt worden, aber das machte keinen Unterschied – Befehl war Befehl.
Withemoore stand langsam auf und schritt näher an das Kraftfeld, das ihn in dieser Zelle festhielt. »Ich danke Ihnen, Captain. Ich bin erfreut, daß die Ehre und die Traditionen von Starfleet noch nicht ganz ausgestorben sind.«
»Rat, Sie sollen wissen, daß ich alles in meiner Macht stehende tun werde, Ihnen zu helfen. Es kann sich nur um ein Mißverständnis handeln, wegen dem Sie hier festgehalten werden.«
Withemoore schnaubte abfällig. »Mißverständnis? Ich würde es eher Manipulation und Komplott nennen!«
Daniles fixierte ihn. »Manipulation und Komplott? Aber von wem? Wer wäre einflußreich genug, um....« Er legte die Stirn in Falten, ehe sich seine Augen weiteten. »Nein! Das kann nicht sein.«
Withemoore nickte. »Doch. Nechayev.«
Daniles blickte sich kurz zu Fähnrich um, der sich inzwischen wieder an seine Konsole gesetzt hatte. »Würden Sie bitte draußen warten, Fähnrich?« Er wandte sich wieder dem Mann hinter dem Kraftfeld zu.
Der Fähnrich riß überrascht die Augen auf.
»Aber, Sir!« protestierte er, »Ich kann Sie doch hier nicht alleine lassen mit dem Gefangenen!«
»Das war keine Bitte, Fähnrich, das war ein Befehl.« antwortete Daniles ruhig, ohne sich umzudrehen. Das hastige Klappern von Schuhen auf dem Deck verriet ihm, daß der Fähnrich soeben aufgesprungen war. »Ja, Sir!« Hastig verließ der junge Offizier den Raum.
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