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»AAACHTUUUNG!«
Das Knallen von mehreren Dutzend Stiefeln antwortete dem Kommando von Captain Daniles. Der hagere, hochgewachsene Mann ließ seinen prüfenden Blick über die versammelten Offiziere schweifen, und stellte zu seiner Zufriedenheit fest, daß alle eine vorschriftsmäßige Haltung angenommen hatten. Dann richtete er den Blick wieder auf die auffahrende Rampe der kleinen Yacht, die soeben auf dem Hangardeck der Honour gelandet war.
Mit einer schnellen Handbewegung strich er schnell noch einmal die leichten Falten seiner Uniform glatt, ehe er auf den Zugang zur Yacht zuging, durch die Gasse, die seine Leute zu beiden Seiten des Shuttles bildeten. Neben ihm schritt, gewohnt kühl wie immer, und ebenfalls in eine der weißen Paradeuniformen der Sternenflotte gehüllt, Commander Simsk.
Mit einem dumpfen Schlag berührte die Rampe der Yacht den Boden und aus dem Dunkel dahinter trat Präsidentin Nechayev hervor, gefolgt von ihrer Adjuntantin Chin. Nechayevs Augen glitten kurz durch den Hangar, dann fixierten sie Daniles. »Bitte an Bord kommen zu dürfen, Captain.«
Diese formelle Frage stammte noch aus der alten Marinetradition der Erde und hatte bis heute überlebt, wenngleich sie eigentlich überhaupt nicht mehr sinnvoll war. Bevor man dazu kam, diese Frage einem Raumschiffkapitän zu stellen, befand man sich in der Regel schon an Bord des Schiffes – schließlich konnte man die betreffenden Besucher wohl kaum im Weltraum schweben lassen... Trotzdem gebot die Höflichkeit die Formulierung dieser – in diesem Falle sicherlich rhetorischen – Frage.
Daniles verbeugte sich leicht. »Erlaubnis erteilt, Miss President. Es ist mir eine Ehre.«
»Lebet lang und erfolgreich, Admiral«, ließ sich Simsks emotionslose Stimme vernehmen.
Nechayev wandte sich dem Vulkanier zu, und ihre Finger formten den traditionellen vulkanischen Gruß – sie spreizte den Mittel- und Ringfinger der rechten Hand ab, so daß sie mit den Fingern ein V bildeten.
»Friede und langes Leben auch Ihnen, Commander. Die Föderation und besonders auch ich sind Ihnen zu Dank verpflichtet, mit der Gefangennahme des Verräters Withemoore haben Sie ihr erneut einen wichtigen Dienst erwiesen!«
Simsk zog die Brauen hoch. »Erneut, Admiral?«
Nechayev bedachte ihn mit einem gutmütigen Lächeln. »Behaupten Sie nicht, Sie hätten es vergessen – Sie würden damit den Ruf der Vulkanier aufs Spiel setzen. Aber ich helfe Ihrem Gedächtnis gerne auf die Sprünge: Ich rede von der Ratssitzung, in der Sie halfen, die lächerlichen Anschuldigungen gegen mich ad absurdum zu führen.«
»Ich fürchte, ich muß Sie korrigieren, Admiral. Ich habe keineswegs ›geholfen‹, die Anschuldigungen gegen Sie zu widerlegen. Ich befand mich lediglich auf dem Weg, um den Rat auf Wunsch des Vorsitzenden Stanek die Untersuchungsergebnisse über den Angriff von Nyos III vorzulegen. Wenn meine Schlußfolgerungen Ihnen geholfen haben, so ist dies ein positiver Nebeneffekt, nichts weiter.«
Trotz des äußerlich ruhigen Eindrucks, den die Präsidentin erweckte, merkte Chin, die das Gespräch aufmerksam verfolgte hatte, daß sich Nechayev – ähnlich wie ein Dampfkochtopf unter Überdruck – kurz vor der Explosion befand. Die Worte des Vulkaniers – nüchtern und sachlich ausgesprochen – waren für ihre gute Laune alles andere als förderlich gewesen. Chin rechnete jeden Augenblick mit dem großen Knall.
Doch überraschender Weise beruhigte sich Nechayev wieder. »Nun, wenn Sie das so sehen, Commander..«, meinte sie leicht säuerlich und deutete durch ihre schnellen Schritte Richtung Ausgang an, daß sie die Begrüßungszeremonie für beendet hielt.
Simsk sah der Admiral mit hochgezogenen Brauen hinterher, verwirrt über den plötzlichen Stimmungswechsel der menschlichen Frau. Die Emotionalität der Menschen war schon immer etwas, das Simsk nicht vollständig verstanden hatte. Er beschloß, später über diese faszinierende Problem nachzudenken und sich zunächst der zweiten Sache zuzuwenden, die ihn beschäftigte.
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