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Mirror Universe


"Rebellen"

von Mario Scholz

12. Kapitel


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»Chin an Präsidentin Nechayev. Könnten Sie kurz ins Vorzimmer kommen, Sir?« fragte sie.
Über den Lautsprecher ertönte die verärgerte Stimme von Nechayev. »Ich bin mitten in einer Besprechung mit dem kommandierenden Offizier der Sternenflotteneinheiten auf Alpha Centauri, Chin. Ich habe doch ausdrücklich befohlen, mich nur in Notfällen zu stören!«
»Dies ist ein Notfall, Ma’am!«
Ein paar Sekunden später glitt die Tür auf und Nechayev betrat den Raum. »Wenn das nicht wirklich ein Notfall ist, Chin, dann Gnade Ihnen...«
»Dieses Gespräch habe ich gerade aufgezeichnet, Sir.« Sie fuhr die Aufzeichnung ab. Nechayevs Ärger verflog zusehend und wurde durch ein hämisches Grinsen ersetzt.

Schaap griff unter die Hauptkonsole seines Büros und löste eine kleine Verkleidungsplatte. Er hatte sich zunächst vorgenommen, die Datei auf normalem Wege zu löschen, dann aber davon Abstand genommen, da es immer Wege gab, die Daten - wenn auch nur teilweise - wieder zu rekonstruieren. Also hatte er sich einen andere Methode überlegen müssen, und es hatte auch nicht lange gedauert, bis ihm eine Möglichkeit eingefallen war.
Er beugte sich hinunter und griff mit der Hand in die Öffnung unter der Konsole, suchte die beiden richtigen Glasfaserleitungen des ODN-Netzes. Er fand sie auf Anhieb – kein Wunder, er hatte das System mitentwickelt und gebaut – und verband die beiden. Mit geschickten Handbewegungen brachte er die Verkleidungsplatte wieder an und führte das Programm aus, welches er vorher geschrieben hatte.
Dann verließ er sein Büro. Im Computer begann sich eine Kaskaden-Feedbackschleife aufzubauen, die in wenigen Sekunden den gesamten Speicherinhalt des Hauptrechners löschen und alle direkt damit gekoppelten Systeme lahmlegen würde.
Mit schnellen Schritten lief Schaap auf den Zugang zu einem Wartungschacht zu und vergewisserte sich, daß niemand auf dem Korridor war, als er hineinkroch. Er hatte das Schott kaum wieder geschlossen, als er auch schon das Gellen der Alarmsirenen aus der Kommunikationszentrale hörte. Schaap grinste – sämtliche Techniker und Ingenieure würden erst einmal aufgeregt durcheinander rennen, so daß seine Abwesenheit erst in einigen Minuten auffallen sollte – doch dann würde er das Gebäude schon längst verlassen haben. Schnell schwang er sich auf die Leiter des Wartungsschachtes und kletterte abwärts Richtung Erdgeschoß.

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