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Melinda Jones, für FederationNewsNetwork.«
Schnell durchlief Nechayev den Gang zur Föderationskammer, das Geräusch ihrer Schritte hallte von den Wänden wider. Lächelnd dachte sie an das letzte mal zurück, wo sie voller Ungewißheit durch diesen Gang gelaufen war, weil sie nicht wußte, was der Rat an einem Wochenende mit ihr zu besprechen haben könnte.
Das war nun anders. Dieses Mal würde nicht sie die Überraschte sein, sondern der Rat.
Ohne anzuhalten schlug Nechayev die großen Doppeltüren zum Ratssaal förmlich auf. Die Gespräche, die gerade noch im Plenarsaal geführt worden waren, verstummten abrupt, und alle Blicke richteten sich auf Nechayev, die wie eine Furie durch den Saal schoß, direkt auf die Reihe der Ratsvorsitzenden zu.
Noch während Nechayev lief, ließ sie einen Blick durch den Raum schweifen, um die aktuelle Situation zu erfassen. Sie hatte offenbar gerade mitten in einer wichtigen Diskussion gestört. Um so besser, fand sie, das würde die Sache nur noch effektvoller machen.
Fröhlich bemerkte Nechayev, daß die Anzahl der Ratsvorsitzenden immer weiter zu schrumpfen schien – fehlte während ihres letzten Besuches nur Ratsvorsitzender Rixx – damals noch aufgrund anderweitiger Verpflichtungen, heute jedoch, weil er zur Zeit... nun ja, Nechayev hätte es als unabkömmlich bezeichnet. Genauer gesagt war er gerade in einer Dilithiummine damit beschäftigt, diesen überaus wichtigen Kristall abzubauen – , so waren diesmal nur drei Räte anwesend, von denen Nechayev Meunier und Thenev schon wieder abschrieb, sobald sie mit ihrer Show begonnen hatte. Blieb nur noch Rat Stanek, der Nechayevs Auftritt bisher nur mit einer gehobenen Braue bedacht hatte.
Mal sehen, was du dazu sagst... Noch ehe Nechayev ganz zum Stehen gekommen war, zog sie ein Padd aus ihrer Tasche und warf es Stanek scheppernd direkt auf das Pult. Der Vulkanier hob nun die andere Braue und betrachtete den Gegenstand fasziniert. Ohne das Padd anzurühren, fragte er: »Dürfte ich erfahren, worum es sich hierbei handelt?«
Nechayev schoß das Blut ins Gesicht – es hatte lange gedauert, ehe sie gelernt hatte, sich selber so in Aufregung zu versetzen, aber seit sie es konnte, stellte es einen wunderbaren Verhandlungstrick dar.
»Sie fragen, was das ist, Rat? Sie fragen wirklich was das ist?« ereiferte sie sich. »Ich will ihnen sagen, was das ist: es ist die Auflistung sämtlicher Leute, die bei den heutigen Angriff auf Merak II ums Leben gekommen sind! Tote, für die Sie verantwortlich sind, Rat Stanek!«
Gemurmel ging durch die Reihe - die Leute spekulierten, wie Stanek von Vulkan an dem Angriff der Klingonen beteiligt gewesen sein konnte.
Nechayev wirbelte herum. »Reden Sie nicht!« befahl sie barsch, »Sie sind genauso für den Tod dieser Menschen verantwortlich! Sie alle, die hier in diesem sogenannten Rat sitzen, der erbärmlich versucht, die Föderation zu regieren!«
Hinter sich hörte sie, wie sich jemand von seinem Stuhl erhob, dann erklang wieder die tiefe Stimme von Stanek. »Miss President, Ihre unbegründeten Anschuldigungen gehen entschieden zu weit. Ich verlange eine Begründung für Ihr unerhörtes Auftreten!«
Darauf hatte Nechayev gewartet. Sie kannte Rat Stanek gut genug, um seine Reaktion auf ihr Verhalten vorauszusehen und hatte sich eine passende Antwort zurecht gelegt. Sie drehte sich langsam und gefährlich um, und im Saal wurde es still, als sich jeder auf die bevorstehende Auseinandersetzung zwischen Stanek und Nechayev konzentrierte.
»Sie nennen mein Auftreten unerhört? Sie behaupten, meine Anschuldigungen während unbegründet?« zischte Nechayev gefährlich. »Wollen Sie denn die Tatsache bestreiten, das ich bereits vor einer Woche darum ersucht habe, mehr Streitkräfte auf den wichtigen Föderationsplaneten zu stationieren? Entspricht es nicht den Tatsachen, daß ich einen genauen Verteidigungsplan vorgelegt habe, dessen Simulation bewiesen hat, daß er in der Lage gewesen wäre, den Angriff der Klingonen zurückzuschlagen?«
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