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Mirror Universe


"Rebellen"

von Mario Scholz

11. Kapitel


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Völlig geschafft verließ Ownes den Arbeitsbereich und ging schnellen Schrittes auf sein Büro zu. Er hätte es nie für möglich gehalten, aber es sah so aus, als würde die Monitor mit Sicherheit innerhalb der nächsten zwanzig Stunden fertig. Eine Meisterleistung seiner Ingenieure.
Er erlaubte sich ein Lächeln. Auch wenn die meisten von ihnen rauhe Burschen waren – das mußten sie auch sein, immerhin arbeiteten sie gewöhnlich jeden Tag zwölf Stunden in einem engen und unbequemen Raumanzug und schweißten Duraniumplatten auf die Raumrahmen von Schiffen – so waren sie doch wirklich gut, jeder einzelne von ihnen, und wenn es drauf ankam, dann leisteten sie ganze Arbeit. Ownes hatte noch nie gehört, das jemand ein Schiff so schnell aus dem Dock bekommen hatte.
Allerdings waren sie auch kräftig motiviert gewesen. Er hatte bei Chin durchgesetzt, daß seine gesamte Crew nach diesem Auftrag eine Woche Urlaub bekam, und ihnen auch angekündigt, daß er eine riesige Party schmeißen würde, wenn das Schiff rechtzeitig startete. Charly Ricks war gleich zu Höchstform aufgelaufen und versprach, für ausreichend weibliche Anwesenheit zu sorgen... Aber das wäre eine andere Geschichte. Jetzt war erst einmal wichtig, Nechayev zu informieren.
Ownes trat durch die Tür zu seinem Büro und ging schnurstracks auf seinen Desktopviewer zu. Er meldete eine Verbindung zum Büro der Präsidentin an und erwartete, daß ewig falsche Lächeln von Chin zu sehen. Statt dessen blickte ihm eine kleine blonde Frau entgegen.
»Miss Präsident!« rief Ownes überrascht und hatte Mühe zu verhindern, das ihm die Kinnlade herunterfiel. »Ich hatte nicht erwartet, das Sie meinen Anruf persönlich entgegennehmen würden!«
»Ich habe meine Gründe«, entgegnete Nechayev knapp, »was haben Sie zu berichten?«
Zum Glück habe ich gute Nachrichten, dachte Ownes und wagte sich gar nicht vorzustellen, wie Nechayev reagiert hätte, wenn das Schiff nicht rechtzeitig fertig werden würde. »Ich wollte Ihnen nur mitteilen, daß die Monitor rechtzeitig fertig wird, Admiral.«
Nechayevs Stimmung verbesserte sich merklich. »Sehr gut, Captain. Ich wußte, das Sie das in Sie gesetzte Vertrauen nicht enttäuschen würden.«
Tue doch nicht so... du hast mir keine andere Wahl gelassen... »Vielen Dank, Admiral«, antwortete Ownes diplomatisch.
»Keine Ursache.« Nechayev nickte. »Jetzt aber zu den Gründen, weswegen ich Sie persönlich sprechen wollte – ich habe einige spezielle Befehle für Sie.«
Und während sie ihm die einzelnen Anweisungen gab, konnte Ownes nun wirklich nicht mehr verhindern, das ihm die Kinnlade herunterfiel.

Farrell saß mit müden Augen vor dem Terminal in seinem Quartier. Commander Edwards hatte aus verständlichen Gründen beschlossen, die gesamte Strecke bis Merak II in Tarnflug zu durchqueren – zu groß war das Risiko, von einem Schiff geortet zu werden, jetzt, wo Nechayev die gesamte Föderation informiert hatte. Und es war Commander Farrells Aufgabe, dafür zu sorgen, daß die Tarnung auch durchhielt. Für Farrell bedeutete dies: lesen, lesen und nochmals lesen. Er hatte überhaupt keine Erfahrung mit Tarnvorrichtungen und nur sehr wenig Wissen von der Theorie – nun gut, er kannte die zugrunde liegenden Theorien und physikalischen Prinzipien, aber ansonsten... woher sollte er es auch wissen, immerhin hatte die Föderation bisher keine eigene Tarnvorrichtung entwickelt.
Bis jetzt, zumindest. Selbstverständlich scherte sich Nechayev nicht um solche Kleinigkeiten, wie den Vertrag von Algeron, einem Abkommen zwischen den Romulanern und der Föderation, welches die Entwicklung einer Föderationstarnvorrichtung verbot.
Farrell blätterte in dem elektronischen Dokument und fand die Übersicht über die Entstehung des aktuellen Modells der Tarnvorrichtung. Er überflog den Text, bis er plötzlich stutzte- ein Name kam ihm seltsam bekannt vor. Wo hatte er den Namen U.S.S. Pegasus bereits einmal gehört? Dann fiel es ihm ein: die Katastrophe auf der Pegasus. Die Nachrichtenboards zu dieser Zeit waren voll davon gewesen. An Bord eines Föderationskreuzers war es zu einer Meuterei gekommen und kurz darauf zu einem technischen Defekt, der das Schiff vollständig zerstörte. Offenbar war das so nicht richtig gewesen. Das Schiff hatte einen frühen Prototypen des Tarngeräts an Bord gehabt, welches von der meuternden Besatzung offenbar irrtümlich aktiviert worden war – das Schiff wurde durch die Tarnung in Phase gebracht, so daß es feste Materie durchdringen konnte, und war später laut Bericht von Captain Picard und der Enterprise halb in einem Asteroiden materialisiert gefunden worden.

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