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»Danke, Fähnrich«, sagte sie abwesend, während sie las. Dabei wurden ihre Augen immer größer.
»Donnerwetter!« stieß sie hervor. »Geben Sie das sofort an die Präsidentin weiter!« Dann lächelte sie – ihre Beförderung war schon so gut wie sicher.
Julian Bashir legte sein Laserskalpell nieder und betrachtete das Gesicht seines Patienten, verglich es mit den Daten, die ihm aus der Abteilung für Exo-Biologie und Exo-Genetik zur Verfügung gestellt worden waren. Zufrieden nickte er dem Mann auf der Liege zu.
»Sie können aufstehen. Seien Sie noch ein paar Stunden vorsichtig, verstanden?« Bashir wandte sich ab, ordnete seine Instrumente. Dann sah er sich nochmals nach seinem Patienten um, um erneut sein Werk zu begutachten. Ja, eindeutig, es war ihm gelungen. Sehr gut sogar – niemand würde den Unterschied bemerken.
Bashir überschlug im Kopf die Anzahl der Offiziere, die er bereits behandelt hatte und freute sich, als er bemerkte, das er seinem Zeitplan bereits um einige Stunden voraus war. Das bedeutete, das seinem Rendezvous mit Fähnrich Gwen McCarthy nichts mehr im Wege stand.
Bashir legte sein Laserskalpell parallel zum Protoplaser auf seinen Instrumententisch und sah rechtzeitig auf, um zu sehen, wie Captain Ridley die Krankenstation betrat.
»Doktor....«, begann dieser, dann hielt er inne, als er Bashirs Patienten bemerkte, der sich gerade fertig angezogen hatte. Ridley machte große Augen.
»Gute Arbeit, Doktor. Verdammt gute Arbeit. Er sieht täuschend echt aus.«
Bashir zeigte sich sichtlich erfreut über das Kompliment. »Vielen Dank, Sir.«
Ridley wandte seinen Blick wieder Bashir zu. »Schaffen Sie den Abschluß der Behandlung bis zum Missionsbeginn?«
»Mit Sicherheit, Sir. Bis zu unserem Rendezvous mit der Monitor in sechsundzwanzig Stunden wird alles bereit sein.«
Ridley nickte zufrieden, als er das hörte. »Etwas anderes habe ich von Ihnen auch gar nicht erwartet, Doktor.«
Edwards rieb sich zum wiederholten Male die Augen, die nun in immer kürzeren Abständen zu schmerzen anfingen. Seit fast fünf Stunden starrte er auf den Bildschirm, während er zusammen mit Lefler den gesamten Speicher der Challenger auf Hinweise durchsuchte, was hier eigentlich gespielt wurde – keine leichte Aufgabe, da sie nicht wußten, in welcher der unzähligen Dateien die benötigten Daten schlummerten. Außerdem war der Hauptspeicher des Schiffes während der Schlacht bei Nyos III schwer beschädigt wurden, und viele Informationen lagen nur noch bruchstückhaft ohne Dateieintrag in den riesigen Datenbänken des Schiffes.
Edwards seufzte und zwang seine Hände wieder zurück auf die Konsole. Langsam machte sich die Gewißheit in ihm breit, daß sie nichts finden würden, entweder weil die Daten durch die Beschädigungen unwiderruflich verloren waren, oder weil sie niemals existiert hatten.
Zunächst hatte Edwards diese Möglichkeit ausgeschlossen, da es ihm die einzig logische Erklärung bot, warum Nechayev versuchte, ihre Glaubwürdigkeit zu zerstören.
Doch inzwischen vermutete er fast, daß es Nechayev einzig und allein darum gegangen war, ihnen die gesamte Sternenflotte auf den Hals zu hetzen und ihnen das unerkannte Anlegen in Raumhäfen unmöglich zu machen.
Über den Bildschirm flimmerten erneut der Inhalt unzähliger Dateien, doch keine davon enthielt auch nur ansatzweise etwas interessantes. Edwards seufzte erneut.
Christine sah sich mitfühlend um, als sie Edwards zum dritten mal innerhalb einer halben Stunde seufzten hörte.
Sie konnte sich vorstellen, daß es nicht leicht war, den Speicher des Schiffes zu durchsuchen, vor allem nicht, wenn er so stark beschädigt war wie der dieses Schiffes.
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