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Mirror Universe


"Rebellen"

von Mario Scholz

9. Kapitel


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Captain Ownes lief leise vor sich hin fluchend durch die Korridore der Utopia Planetia Military Research Facility. Vereinzelt blieben Crewmitglieder, an denen Ownes vorbeistapfte, verwirrt stehen uns sahen ihrem vorgesetzten Offizier nach. Ownes kümmerte sich nicht darum. Er war in Gedanken versunken, während seine Füße ihn automatisch und zielsicher zum Besprechungsraum Eins brachten, von dem aus ein großflächiges Fenster die Sicht auf die im Bau befindliche U.S.S. Monitor ermöglichte.
Während er ohne bewußt hinzusehen um einen langsam laufenden Fähnrich vor ihm herumkurvte, war er geistig einerseits noch bei dem Gespräch mit der Adjutantin der Präsidentin, das er gerade eben geführt hatte, und andererseits bereits mit der Neustrukturierung der Arbeits- und Schichtpläne beschäftigt, die er würde durchführen müssen, um die Forderungen der Präsidentin zu erfüllen. Einen weiteren, wenn auch wesentlich kleineren Teil seines Gehirn setzte er dazu ein, sich auf dem Weg immerwährend neue Flüche auszudenken, die er dann leise ausstoßen konnte.
Es war aber auch wirklich zum aus der Haut fahren! Er hatte der Präsidentin zugesichert, die Monitor bis Ende der Woche einsatzbereit zu haben und ihr auch deutlich gemacht, daß dies bereits das äußerste dessen war, was erreicht werden konnte.
Und jetzt dies!
Ownes hätte am liebsten auf den Bildschirm eingeschlagen, als diese doppelzüngige Chin ihm lächelnd erklärt hatte, daß die Monitor bereits in 48 Stunden gebraucht würde. Er hatte abgelehnt, ihr vorgerechnet, daß das, was sie verlangte, völlig unmöglich war, aber Chin hatte - wie eigentlich die ganze Zeit - nur gelächelt und gemeint, er würde es schon schaffen, die Präsidentin hätte volles Vertrauen in ihn. Außerdem, so hatte sie hinzugefügt, sei mit persönlicher Motivation vieles erreichbar. Das war der Punkt, an dem Ownes seinen Widerstand aufgegeben hatte und nur noch resigniert zugestimmt hatte. Er war erst seit einem Jahr der Leiter der MRF, wie die Resarch Facility kurz genannt wurde, seit Nechayev diese Abteilung ins Leben gerufen hatte, um das Defiant-Projekt ungestört fortsetzen zu können. Offiziell unterstand die MRF zwar den Utopia Planetia Flottenwerften, aber Ownes wußte nur zu gut, wem er diesen Posten zu verdanken hatte, und ihm war auch bewußt, daß Nechayev ihn ebenso leicht wieder woanders hin versetzen konnte, wie sie ihn an die Werft geholt hatte. Und was das bedeutete, daran dachte Ownes lieber nicht. Sollte er bei der Präsidentin in Ungnade fallen, so würde sie sicherlich nicht zögern, ihn an die Front mit den Klingonen zu schicken. Darauf hatte er keine Lust, und so blieb ihm nichts anderes übrig, als das Unmögliche zu versuchen: alle Arbeiten, für die er die nächsten fünf Tage veranschlagt hatte, innerhalb von zwei auszuführen.
Das würde nicht ohne zusätzliche Leute vonstatten gehen, deswegen hatte er, gleich nachdem das Gespräch mit dem Büro der Präsidentin beendet war, alle Leute seines Teams, die dienstfrei hatten oder gar im Urlaub waren, umgehend zurückbeordert.
Ownes Füße blieben stehen und meldeten die Ankunft am Besprechungsraum Eins. Er verdrängte seine Gedanken, sah auf und holte tief Luft, ehe er die Tür öffnete und eintrat.
Sofort brach eine Welle von Lärm über Ownes zusammen, die bisher von der schalldichten Tür aufgehalten worden war. Seine Crew war bereits vollzählig versammelt, und alle redeten lautstark durcheinander.
Ownes bahnte sich einen Weg durch die Menge und ging zu seinem Pult, welches direkt vor der großen Projektionswand installiert war, auf der er gewöhnlich Schaltskizzen oder Detailpläne mit seinen Leuten besprach. Während er darauf wartete, daß die Gespräche beendet wurden, warf er einen kurzen Blick durch die großen Glasfenster, hinter denen in der Schwerelosigkeit des Alls die Monitor schwebte, gehalten von einigen wenigen Traktorstrahlen sowie einem Versorgungsanschluß.

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