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»Aber Christine«, begann McAllister, und irgendwie erschien es ihm richtig, sie mit dem Vornamen anzusprechen, »Sie mü...«
»Doch ich muß. Ich habe mich unfreundlich Ihnen gegenüber verhalten. Ach, unfreundlich ist gar nicht das richtige Wort. Ich war eingebildet und habe mich für die Größte, die Beste gehalten. Mein Stolz ist mit mir durchgegangen.« Sie seufzte. »Ich muß wohl ziemlich arrogant auf Sie gewirkt haben«, fügte sie leise hinzu. Dann schwieg sie einige Sekunden, unsicher, ob sie fortfahren sollte. »Und alles nur wegen Ihrer Uniform«, murmelte sie leise.
»Meiner Uniform?« McAllister, der die Worte trotzdem verstanden hatte, sah an sich hinunter, um zu gucken, was damit nicht in Ordnung war.
Christine lachte. »Nicht mit der, die Sie anhaben... mit Ihrer Uniform allgemein.« Dann erzählte sie ihm die Geschichte von ihrer Bewerbung an der Akademie.
»Ich bildete mir ein, die meisten Aufgaben korrekt gelöst zu haben.«, schloß sie ihren Bericht ab. »Da hatte ich mich aber wohl getäuscht – ich wurde abgelehnt.«
Sie zuckte mit den Schultern. »Aber das ist Vergangenheit.« Christine versuchte so zu tun, als würde ihr das alles nichts bedeuten, aber als sie bemerkte, wie McAllister ihr in die Augen sah, sackte sie innerlich zusammen – McAllister konnte garantiert jede Kleinigkeit, jedes Gefühl, welches mit diesen Erinnerungen zusammenhing, ganz klar und deutlich lesen.
Verdammt! ärgerte sie sich selbst. Warum schaffst du es nie, dein Innerstes für dich zu behalten, Christine?
McAllister hörte, wie Christine selbstsicher behauptete, das alles wäre Vergangenheit, aber in ihrer Stimme schwang ein leiser Ton mit, der McAllister stutzig machte. Er betrachtete Christine genauer.
Seit sie auf das Thema Akademie zu sprechen gekommen war, hatte sich ihr Blick irgendwie verändert... er erschien McAllister irgendwie bekümmerter, trauriger. Glänzte da nicht sogar ein wenig Feuchtigkeit in ihrem linken Augenwinkel?
McAllister wußte nicht, was damals die Gründe gewesen waren, die zu Christines Ablehnung an der Akademie geführt hatten, aber in einem war er sich jetzt sicher – die Frau, die ihm gegenüber saß, hatte dies mitnichten verkraftet und in der Vergangenheit zurückgelassen. Im Gegenteil, es machte ihr vermutlich mehr zu schaffen denn je, seit sie nur mit einem Haufen Sternenflottenoffiziere auf engstem Raum zusammenarbeitete.
Vorsichtig griff er nach ihrer Hand und hielt kurz inne, als sie instinktiv zurückzuckte, ehe sie seinem Griff nachgab.
»Christine«, sagte er sanft, »ich halte Sie keineswegs für arrogant.«
Die Antwort wurde von einem leichten Schniefen begleitet. »Wirklicht nicht?«
McAllister schüttelte den Kopf. »Wirklich nicht. Sonst hätten Sie sich doch nicht so für Nyos III eingesetzt.« Er zögerte kurz, ehe er fortfuhr: »Und falls es Ihnen etwas bedeutet: ich habe im Laufe meiner Dienstzeit einige Sternenflottenoffiziere kennengelernt, darunter auch eine Menge Piloten – aber nur sehr wenige davon haben Ihre Klasse erreicht.«
Ein Lächeln schlich sich auf Christines Gesicht. »Danke. Dann nehmen Sie meine Entschuldigung also an?«
»Ja, aber nur, wenn Sie meine annehmen: Es stand mir absolut nicht zu, sie auf der Brücke als ‚verrückt‘ zu bezeichnen.«
Jetzt lächelte Christine wirklich. »Oh, doch, das stand Ihnen zu – es war in der Tat das Verrückteste, was ich je getan habe!«
Als sie McAllisters große Augen sah, fügte sie lachend hinzu: »Aber ich würde es jederzeit wieder tun.«
»Das glaube ich Ihnen aufs Wort!« lachte McAllister. Er war froh, daß es ihm gelungen war, Christine wieder aus ihrem Stimmungstief herauszuholen.
»Sagen Sie, war das eigentlich der einzige Grund für Ihren Besuch?« fragte er.
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